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Samstag, 08.08.2020

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Lange Nacht

    Fluchtpunkt Amsterdam
    Eine Lange Nacht über deutschsprachige Exilliteratur
    Von Kerstin Kilanowski
    Regie: die Autorin

    Im Mai 1933 tragen Bibliothekare und Studentenverbände zum Scheiterhaufen, was der NS-Staat als schädliches Schrifttum verbannt. Die kulturelle Gleichschaltung schlägt sowohl etablierten Schriftstellern als auch jungen Autoren die Feder aus der Hand. Juden, Sozialisten, Pazifisten werden mundtot gemacht. Ohne den Amsterdamer Verlag Querido würden unsere Bücherregale heute empfindliche Lücken aufweisen. Direkt nach der Machtergreifung gründet der Niederländer Emanuel Querido in seinem Verlag eine Abteilung für deutschsprachige Exilliteratur. Geschäftspartner wird der Berliner Lektor Fritz Landshoff vom Kiepenheuer Verlag, mit besten Kontakten zu renommierten Autorinnen und Autoren. Landshoff flüchtet nach Amsterdam und bringt Joseph Roth, Heinrich Mann, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Ernst Toller, Arnold Zweig im Querido Verlag unter Vertrag. Klaus Mann, sein enger Freund aus den Berliner Tagen, stößt dazu und gründet die Zeitschrift „Die Sammlung“, ein Forum für antifaschistische Schriftsteller aus aller Welt. Zwischen 1933 und 1940 erscheinen weit über 100 Werke bei Querido, die heute zum größten Teil zur Weltliteratur gehören. Der Verlag wird zu einem Ankerpunkt für die aus dem Deutschen Reich verbannten Autoren, etliche von ihnen leben eine Zeit lang selber in der Grachtenstadt. In vielen ihrer Werke ist Amsterdam mit bodenständigen Alltagsszenen, skurrilen Typen und rechtschaffenen Bürgern eine literarische Mitspielerin. Zugleich erzählen die Exilierten von Heimatlosigkeit und Verlust. Viele dieser Schauplätze existieren noch heute: die Hollandsche Schouwburg, Kneipen und Jugendstilcafés, das Konzerthaus, die Vergnügungsviertel. Die „Lange Nacht“ führt durch Romane, Briefe, Autobiografien hin zu Amsterdamer Stätten der Erinnerung, unter anderem mit Texten von Irmgard Keun, Grete Weil, Egon Erwin Kisch, Klaus Mann, Hermann Kesten, Joseph Roth, Bruno Walter.

    01:00 Uhr
    Nachrichten
    02:00 Uhr
    Nachrichten
  • 03:00 Uhr

    Nachrichten

  • 03:05 Uhr

    Tonart

    Filmmusik
    Moderation: Vincent Neumann

    04:00 Uhr
    Nachrichten
  • 05:00 Uhr

    Nachrichten

  • Der Rundfunk als Stiefkind der Weimarer Republik (3/12)
    Eine historische Radiorevue (1928-1933)
    Von Lionel van der Meulen
    RIAS Berlin 1988
    Vorgestellt von Michael Groth
    (Teil 4 am 12.09.2020)

  • 06:00 Uhr

    Nachrichten

  • 06:05 Uhr

    Studio 9

    Kultur und Politik am Morgen
    Moderation: Axel Rahmlow

    06:20 Uhr
    Wort zum Tage

    Joachim Opahle, Berlin
    Katholische Kirche

    06:30 Uhr
    Nachrichten
    07:00 Uhr
    Nachrichten
    07:30 Uhr
    Nachrichten
    08:00 Uhr
    Nachrichten
    08:30 Uhr
    Nachrichten
  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Die Natur genießen und schützen - Streifzug durch das "wilde Deutschland“

    Gast: Derk Ehlert, Wildtierreferent der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin
    Moderation: Vladimir Balzer

    Live mit Hörern
    08 00 22 54 22 54
    gespraech@deutschlandfunkkultur.de

    Deutschland ist ein grünes Land, doch diese Vielfalt ist gefährdet. Jede dritte Tier- und Pflanzenart hierzulande ist bedroht. Wie können wir die heimische Natur genießen und zugleich schützen? Streifen Sie mit uns durch das "wilde Deutschland“.

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • 11:05 Uhr

    Lesart

    Das politische Buch
    Moderation: Maike Albath

    „Corona. Geschichte eines angekündigten Sterbens" von Cordt Schnibben und David Schraven
    Gespräch mit Cordt Schnibben

    Kurzkritik:
    „Corona-Fehlalarm?" von Karina Reiß und Sucharit Bhakdi
    Rezension von Christian Rabhansl

    „Souveränes Virus? Die Atemnot des Kapitalismus“ von Donatella Di Cesare
    Gespräch mit der Autorin

    Buchkritik:
    "Wie wir unsere Wirtschaft retten" von Clemens Fuest
    Rezension von Ursula Weidenfeldt

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:05 Uhr

    Breitband

    Medien und digitale Kultur
    Moderation: Jenny Genzmer und Tim Wiese

    Journalisten verlasssen US-Medien
    Meinungsvielfalt in Gefahr?
    Von Thomas Reintjes

    USA - Vorwürfe gegen die Medien und Corona-Berichterstattung
    Gespräch mit Jeff Jarvis und Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

    Chatverlauf mit Erpressern veröffentlicht
    Wie Firmen mit Cyberkriminalität umgehen
    Gespräch mit Jürgen Schmidt, Experte für Sicherheit im Internet

    Kill Switch Podcast
    Von Hagen Terschüren

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Rang 1

    Das Theatermagazin
    Moderation: André Mumot

    Tragödie der offenen Stadt
    Die Guerilla Architects im Berliner Radialsystem
    Gespräch mit Alicia Augustin, Performerin

    Kulturinfarkt
    Kehrt das Publikum nach Corona nicht in die Theater zurück?
    Von Tobias Krone

  • 14:30 Uhr

    Vollbild

    Das Filmmagazin
    Moderation: Patrick Wellinski

    Il Traditore - Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra
    Gespräch mit Marco Bellocchio, Regisseur und Drehbuchautor

    Boss zweier Welten
    Wie erzählt man von einem richtigen Leben im falschen?
    Gespräch mit Christoph Hochhäusler, Filmemacher und Professor für Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB)

    Kokon - Die Geschichte eines Berliner Sommers
    Gespräch mit Leonie Krippendorf, Regisseurin

    Covid ist schuld
    Arbeitslosigkeit in der US-Filmbranche
    Von Katharina Wilhelm

    Kunst ungarischer Animation
    "Sohn der weissen Stute" wird wieder aufgeführt
    Gespräch mit Jörg Taszman

    Piazza Grande Online
    Das Festival von Locarno hat begonnen
    Gespräch mit Anke Leweke

    Top Five:
    Was ist die Mafia?
    Von Hartwig Tegeler

    15:00 Uhr
    Nachrichten
  • 16:00 Uhr

    Nachrichten

  • 16:05 Uhr

    Echtzeit

    Das Magazin für Lebensart
    Moderation: Marietta Schwarz

    Box on the rocks
    Die Sendung mit der Schachtel
    Von David Tschöpe

    Auf die Verpackung kommt es an
    Eine Gestalterin erzählt
    Gespräch mit Nani Donndorf

    Live on tape:
    Rest mit Essen dran
    Eine Geschichte des Pizzakartons
    Von Katharina Kühn

    Die Welt als Box
    Der "Verschachtelung" auf der Spur
    Gespräch mit Bert Rebhandl

    Frühe Heirat:
    Beim Perückenkauf mit jüdisch-orthodoxen Frauen in New York
    Von Vivien Schütz

    Serie: Szpital Polski - Krankenhaus des Grauens
    Folge 7: Dritte Niere
    Von Mariola Brillowska

  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

  • 17:30 Uhr

    Tacheles

    Wie Gesellschaften sich verändern
    Prof. Dr. Andreas Reckwitz, Soziologe und Kulturwissenschaftler, stellt sich den Fragen von Thorsten Jantschek

    In der neuen Mittelklasse hat die Gesellschaft einen dominierenden urbanen Lebensstil etabliert, geprägt von Erfolg und hedonistischer Selbstverwirklichung. Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz beobachtet auch eine neue Moralisierung.

  • 18:00 Uhr

    Nachrichten

  • 18:05 Uhr

    Feature

    Geliebt, gehasst, gescheitert
    Aufstieg und Fall des Michail Saakaschwili
    Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke
    Regie: Thomas Franke
    Dialogregie: Giuseppe Maio
    Mit: Nadine Kettler, Sebastian Mirow, Catharina Kottmeier, Fabian Elsäßer, Volker Stolz und den Autoren
    Ton: Norbert Vossen und Angela Raymond
    Produktion: SWR 2020
    Länge: 54'30

    Er war der Shootingstar des postsowjetischen Georgiens: Michail Saakaschwili wird 2003 zum Präsident gewählt. Zehn Jahre später ermitteln Gerichte gegen ihn, er flieht aus seinem Land und versucht in der Ukraine eine neue Karriere.

    Die Hoffnung der Demokraten und Wortführer der Rosenrevolution: 2003 wird Michail Saakaschwili Präsident des postsowjetischen Georgiens. Er gibt den Reformer, verzettelt sich, beginnt und verliert einen Krieg, überschreitet die Grenze zum Größenwahn. Am Ende wird er mit Haftbefehl gesucht und in Abwesenheit verurteilt. Doch er führt weiter ein ruheloses Leben: In die USA geflüchtet, kehrt er später nach Europa zurück, verlegt sein Aktionsfeld in die Ukraine, wird Gouverneur von Odessa und scheitert auch dort. Inzwischen ist er heimatlos. Die Autoren begleiten den Weg Saakaschwilis seit der Rosenrevolution. Ein Feature über einen Borderline-Politiker, aber auch über den Journalistenalltag und die Mechanismen der Medienaufmerksamkeit.

    Gesine Dornblüth, geboren 1969, und Thomas Franke, geboren 1967, gründeten das Büro „Texte und Töne“ in Berlin, das vor allem aus Südosteuropa und der ehemaligen Sowjetunion berichtet. 2012 bis 2017 lebten sie in Moskau, Dornblüth als Deutschlandradio-Korrespondentin. Ihr gemeinsames Stück „Bruderküsse in Demjansk“ (Dlf 2001) wurde mit dem Prix Europa in der Kategorie „Current Affairs“ ausgezeichnet. 2017 erschien das Buch von Thomas Franke: „Russian Angst, Einblicke in die postsowjetische Seele“.

  • 19:00 Uhr

    Nachrichten

  • 19:05 Uhr

    Konzert

    Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
    Aufzeichnung vom 18.04.2009

    Friedrich von Flotow
    "Martha oder Der Markt zu Richmond"
    Romantisch-komische Oper in vier Akten
    Libretto: Friedrich Wilhelm Riese

    Lady Harriet - Ulrike Maria Maier, Sopran
    Nancy - Frauke Willimczik, Mezzosopran
    Lord Tristan Mickleford - Andreas Lettowsky, Bariton
    Lyonel - Stefan Heibach, Tenor
    Plumkett - Olaf Plassa, Bariton
    Richter - Dietmar Unger, Bass
    Opernchor und Extrachor des Mecklenburgischen Staatstheaters
    Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin
    Leitung: Matthias Foremny

    Martha aus Schwerin!
    Der Komponist war Mecklenburger - seine "Martha" aber hat er im Theater an der Wien zur öffentlichen Person gemacht. Als sie im November 1847 in die Welt trat, wurde sie kräftig verehrt. Dass sie einige Bedeutung hat, sprach sich schnell rum, die Bühnen in Berlin und anderen Metropolen zogen nach. Heute hat es Martha aber eher schwer, sie ist so gut wie vergessen, ihre Zeit scheint einfach abgelaufen. Die sich um sie kümmern könnten, winken weltweit mitleidig ab - es lohnt einfach nicht, nicht zu aktivieren, nicht zu transportieren.
    Dass es auch anders geht, hat die Produktion in Schwerin vor einigen Jahren deutlich gemacht: Man muss ihr die Landung im Heute nur ermöglichen.
    "Martha" - eine Oper von Friedrich von Flotow, ein biedermeierliches Verwechslungsspiel, das aktuelle Steilvorlagen bietet. Es geht um eine herbe, schöne Lady, die aller Luxus langweilt: Warum nicht in eine neue Rolle schlüpfen, um etwas Farbe in den Alltag zu bringen. Gedacht - getan und alles geht gut. Happy End im Quadrat am Schluss. Das Ganze würde man heute als Soap oder Reality Show verkaufen.

  • Sophie Westenholz
    Klaviersonate c-Moll

    Dora Pejačević
    Klaviersonate b-Moll op. 36

    Ethel Smyth
    Klaviersonate Nr. 2 cis-Moll

    Kyra Steckeweh, Klavier

    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    Moderation: Gabi Wuttke

    Libanon: Warum die kulturelle Großmacht nicht erst durch Explosionen zerstört ist
    Gespräch mit Stefan Weidner, Journal for Dialogue with the Muslim World

    Zentralbibliothek Köln: Als erste in Deutschland öffnet sie sonntags regulär
    Gespräch mit Barbara Lison, Leiterin Stadtbibliothek Bremen

    Serie: Orte des Kolonialismus in Deutschland
    Das Braunschweiger Kolonialdenkmal
    Von Alexander Budde

    Initiative von Bürgern
    Ein jüdisches Museum für Bialystok, Polen
    Von Florian Kellermann

    Das Ende der Meinungs- und Kunstfreiheit
    Ungarns Regierung setzt Druck fort
    Von Wilhelm Droste

    Kulturpresseschau - Wochenrückblick
    Von Arno Orzessek