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Sonntag, 11.07.2021

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • Transformation und Phantasie - Zur Aktualität von C. Wright Mills „Soziologischer Phantasie“
    Von Robert Brammer

    Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts ging es dem amerikanischen Soziologen C. Wright Mills um 'einen wahrhaft leidenschaftlichen Drang, die Welt zu verstehen'. Aber auch um die gesellschaftlichen Handlungschancen in Zeiten einer um sich greifenden Gleichgültigkeit. Mills setzte, so der Münchner Soziologe Stephan Lessenich, auf das wissenschaftliche und gesellschaftliche Engagement für gesellschaftliche Probleme, auf die Möglichkeiten kollektiven Handelns und auf soziale Transformation.

    Mills schrieb seine „Soziologische Phantasie“ in einer Zeit, in der viele in dem Gefühl lebten, 'einen epochalen Wandel zu erleben', einen gesellschaftlichen Umbruch, der nicht nur soziologisch dazu aufruft, 'die Konturen der neuen Epoche, an deren Beginn wir uns sehen, zu erfassen.' Hier ist die Aktualität von Mills Analyse quasi mit Händen zu greifen und die Frage neu aufzuwerfen: Was bedeutet 'Soziologische Phantasie' heute?

    Für den renommierten Sozialhistoriker Jürgen Kocka liegt die Kernsubstanz von Mills Analyse im „Interesse an einer Umbruchszeit und damit verbunden der Ehrgeiz als Sozialwissenschaftler auch die Konturen einer neuen Zeit vorsichtig versuchsweise zu erfassen.“

    Mills ist schon früh, 1961, im Alter von nur 45 Jahren gestorben, an einem Herzinfarkt. Er war ein undogmatischer, ein nicht-marxistischer Linker. Er hatte großen Einfluss auf die frühe US-amerikanische Studenten- und Antikriegsbewegung, blieb aber zeitlebens ein wissenschaftlicher und politischer Außenseiter. Ein Südstaatler in New York und ein intellektuelles Ein-Mann Unternehmen in ständiger Konfrontation mit einer bisweilen feindseligen und abweisenden Umwelt, so beschreibt ihn Stephan Lessenich, der sein Buch: ‚Soziologische Phantasie‘ auf Deutsch neu herausgegeben hat.

    Den Münchner Soziologen interessieren gesellschaftliche Zeitdiagnosen und utopische Gesellschaftsentwürfe gleichermaßen. „Wenn man sich die ‚Soziologische Phantasie‘ heute anschaut, dann denkt man, das ist für heute geschrieben. Das ist nicht Stand Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre, sondern das ist wirklich für die Umbrüche der heutigen gesellschaftlichen Zeit geschrieben.“

  • 01:00 Uhr

    Nachrichten

  • 01:05 Uhr

    Diskurs

    Fußball, Schule, Impfmoral -
    Was können wir uns erlauben?

    Es diskutieren:
    - Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
    - Johannes Hübner, Pädiatrischer Infektiologe der Universität München
    - Andrew Ullmann, FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages
    - Gerhard Ehninger, Biomediziner der TU Dresden
    Moderation: Monika van Bebber
    (Wdh. vom 09.07.2021 - Wortwechsel)

    Kaum gehen die Corona-Inzidenzzahlen zurück, fordern Spitzenpolitiker den Wegfall der Vorsichtsmaßnahmen. Dabei warnen Wissenschaftler vor der Delta-Variante. Ist die 4. Welle schon da? Sollten Impfmüde motiviert werden? Und darf man Kinder imfpen?

  • 02:00 Uhr

    Nachrichten

  • 02:05 Uhr

    Tonart

    Chansons und Balladen
    Moderation: Wolfgang Meyering

    03:00 Uhr
    Nachrichten
  • 04:00 Uhr

    Nachrichten

  • 04:05 Uhr

    Tonart

    Clublounge
    Moderation: Carsten Rochow

    05:00 Uhr
    Nachrichten
    06:00 Uhr
    Nachrichten
  • 07:00 Uhr

    Nachrichten

  • 07:05 Uhr

    Feiertag

    Im Anfang ist die Beziehung
    Martin Buber und das dialogische Prinzip
    Von Pfarrerin Angelika Obert, Berlin
    Evangelische Kirche

  • 07:30 Uhr

    Kakadu

    Warum bekommen wir einen Sonnenbrand?
    Von Nadine Wojcik
    Moderation: Tim Wiese

    Wird unsere Haut zu lange zu intensiver UV-Strahlung ausgesetzt, entsteht ein Sonnenbrand. Vermutlich habt ihr das auch schon einmal erlebt. Ihr wart lange in der Sonne und anschließend rötet sich die Haut, es treten Schwellungen und Schmerzen auf. Der Sonnenbrand ist da. Warum aber bekommen wir einen Sonnenbrand? Und warum reagieren manche Menschen empfindlicher auf die Sonne als andere?

  • 08:00 Uhr

    Nachrichten

  • 08:05 Uhr

    Kakadu

    Kakadu fliegt aus
    Sommerferienzeit ist Urlaubszeit
    Moderation: Tim Wiese

    Somme, Sonne, Ferien, auch Kakadu will raus, was anderes sehen, unbekannte Orte entdecken. Zwar ist so ganz normaler Urlaub auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht drin, aber, zum Glück war der Kakadu in den vergangenen Jahren viel unterwegs - und kann daher mit Euch an den kommenden Sonntagen im Radio Ausflüge unternehmen. Dorthin, wo’s am schönsten war und bestimmt auch bald wieder sein wird: auf eine Nordseeinsel, einen Tierschutzhof oder auch nur einfach raus an ein Flussufer, um dort Kräuter zu sammeln, aus denen sich eine köstliche Suppe kochen lässt.

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • 09:05 Uhr

    Kakadu

    Magazin
    Moderation: Tim Wiese
    08 00 22 54 22 54

  • Moderation: Ralf Bei der Kellen
    sonntagsraetsel@deutschlandfunkkultur.de

  • 10:00 Uhr

    Nachrichten

  • 10:05 Uhr

    Plus Eins

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 12:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages
    Moderation: Axel Flemming

  • Sputnik V aus Schwaben
    Russischer Impfstoff made in Germany
    Von Joseph Weidl und Peter Allgaier

    Im bayerisch-schwäbischen Städtchen Illertissen soll bald der russische Impfstoff Sputnik V produziert werden. Wladimir Putin wirbt mit dem Vakzin, als hätte er es selbst erfunden. Die EU hat zwar noch keine Zulassung erteilt, aber Sputnik V wird in vielen Teilen der Welt bereits erfolgreich verimpft, auch wenn die Lieferschwierigkeiten enorm sind. Die traditionsreiche Pharma-Produktionsstätte in Illertissen käme deshalb mehr als gelegen. In der Stadt selbst freut man sich über möglichen Zuzug und neue Arbeitsplätze. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, aber der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat schon mal eine größere Bestellung aufgegeben. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, aber Illertissen könnte schon bald im internationalen Impfgeschäft mitmischen.

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Philosophiemagazin
    Moderation: Catherine Newmark

    Welches Tier sind wir?
    Wenn folgsame Schafe auf machthungrige Schweine treffen
    Von Florian Werner

    Tier, Maschine oder Ebenbild Gottes?
    "Unsere Grenzen zu anderen Wesen sind offen"
    Von Prof. Dr. Thomas Macho

    Kommentar zu Verfehlungen in der Politik
    Hier gilt zu Recht zweierlei Maß
    Von Prof. Arnd Pollmann

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Religionen

    Moderation: Anne Françoise Weber

    Islam und Extremismus

    Als Islamist gebrandmarkt
    Wer als Muslim mit bestimmten Organisationen zu tun hat, gerät schnell in Extremismus-Verdacht
    Von Julia Ley

    Gedenkminuten reichen nicht
    An der Schule über islamistische Anschläge zu sprechen, ist schwierig, aber wichtig
    Von Lea De Gregorio

    Vielfalt statt Diskriminierung
    Im Gespräch erklären die Theologen Walter Homolka und Mouhanad Khorchide, warum Judentum und Islam Deutschland bereichern

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • "Der Mensch zerbricht, der Dichter bleibt"
    Die Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach
    Gäste: Jean-Christophe Keck, Musikwissenschaftler und Tobias Ribitzki, Regisseur
    Moderation: Michael Struck-Schloen
    (Wdh. v. 17.05.2009)

    16:00 Uhr
    Nachrichten
  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

  • 17:30 Uhr

    Nachspiel

    Das Sportmagazin
    Moderation: Thorsten Jabs

    Vom Außenseiter zum Europameister
    Wie Griechenland 2004 den Titel holte
    Gespräch mit Wolf-Sören Treusch

    Einwurf:
    Was eine Kamera so alles kann - Die UEFA-Bildregie bei der EM
    Von Heinz Schindler

    Der deutsche Mehrkampf-Nachwuchs vor Olympia
    Von Stefan Osterhaus

    Der BER und die aus der Zeit gefallene Golfrunde
    Von Wolfgang Weber

    18:00 Uhr
    Nachrichten
    18:05 Uhr
    Nachspiel

    Anmut in Perfektion
    Trendsport Artistik
    Von Elmar Krämer

    Im Zirkus werden Höchstleistungen vollbracht: Artisten sind austrainierte Leistungssportler, ihre Nummern in der Manege verkörpern ein Höchstmaß an Kraft, Präzision und Koordination. Äquilibristik, Hochseil- oder Vertikaltuchartistik zeigen anmutige Perfektion in Bewegung. Viele Elemente haben den Sprung aus der Manege in die Parks und in die Fitnessstudios geschafft: Slackline, Aerial Silks, Calisthenics - klingt modern und hip und ist die Trendsportvariante der guten alten Zirkuskunst.

  • 18:30 Uhr

    Hörspiel

    Das Zittern des Fälschers
    Nach dem Roman
    Von Patricia Highsmith
    Übersetzung aus dem Amerikanischen: Anne Uhde
    Bearbeitung: Eberhard Klasse, Stefanie Hoster
    Mit: Gerd David, Fred C. Siebeck, Christian Brückner, Maren Kroymann, Djelloul Ben Khelifa, Elisabeth Wyrambe
    Regie: Eberhard Klasse
    Ton und Technik: Udo Schuster, Regine Schneider
    Produktion: SWF / HR 1986
    Länge: 89‘

    Ein kleiner Ort an der tunesischen Küste. Der Aufenthalt eines amerikanischen Autors in einem Hotel zieht sich unfreiwillig in die Länge. Beim Warten geraten sein Leben und seine Wertvorstellungen ins Wanken. Ein packendes Hörspiel nach Patricia Highsmith.

    Howard Ingham, ein amerikanischer Schriftsteller, ist nach Tunesien gereist, wo er mit einem befreundeten Regisseur einen Film drehen will. Er wartet seit Tagen auf eine Nachricht von diesem Freund, auch von seiner Verlobten Ina, die in New York bei einer Fernsehgesellschaft arbeitet. Während der Wartezeit lernt Ingham Land und Leute kennen, unter anderem seinen älteren Landsmann Francis J. Adams, der von Tunesien aus absurde antikommunistische Rundfunksendungen in den Ostblock sendet. Auch mit dem dänischen Maler Jensen freundet er sich an. Als er schließlich erfährt, dass sein Freund, der Regisseur, sich in seiner New Yorker Wohnung erschossen habe, nachdem er vorher noch ein kurzes, aber heftiges Verhältnis mit Inghams Verlobter hatte, steht Ingham plötzlich ohne seine früheren Aufgaben und Bindungen da. Er könnte nach New York zurückfliegen. Aber inzwischen ist er nicht mehr der alte Howard Ingham. Das Land, in dem er seit einigen Wochen lebt, hat ihn verändert, hat das „Westliche“ in ihm unmerklich zersetzt. Als er einen Araber, der nachts in seinen Bungalow einbrechen will, durch einen Wurf mit einer Schreibmaschine tötet, treibt der Konflikt zwischen seinem alten Ich mit seinen traditionellen amerikanischen Werten und seiner neuen, bindungs- und verantwortungslosen Existenz auf einen Höhepunkt zu.

    Patricia Highsmith (1921- 1995), geboren in Fort Worth, Texas, wuchs in New York auf und studierte dort Englisch, Latein und Griechisch. Gleich ihr erster Roman, „Der Fremde im Zug“ (1950), wurde von Alfred Hitchcock verfilmt. Berühmt und ebenfalls vielfach verfilmt sind ihre Romane um den wandlungsfähigen Tom Ripley. 1963 verließ Highsmith die USA und lebte fortan in Europa. Sie starb in Locarno (Tessin).

  • 20:00 Uhr

    Nachrichten

  • 20:03 Uhr

    Konzert

    Rudolfinum, Prag
    Aufzeichnung vom 14.06.2021

    Leoš Janáček
    Suite aus der Oper "Das schlaue Füchslein"

    Toshio Hosokawa
    Violinkonzert

    Alexander von Zemlinsky
    Lyrische Symphonie in sieben Gesängen nach Gedichten von Rabindranath Tagore für Orchester, eine Sopran- und eine Baritonstimme op. 18

    Veronika Eberle, Violine
    Johanna Winkel, Sopran
    Adam Plachetka, Bassbariton
    Prager Radio-Symphonieorchester
    Leitung: Alexander Liebreich

  • 22:00 Uhr

    Nachrichten

  • 22:03 Uhr

    Literatur

    Wege nach unten
    Armut in der Literatur
    Von Maike Albath

    Von Armut wurde schon immer erzählt. Dringen nun die prekären Lebensverhältnisse der Gegenwart in die Literatur ein?

    Wer von unten kommt, hat es nicht leicht, einen Platz unter den Wohlhabenden zu finden. Die Armut scheint an ihm zu kleben: Immer wieder muss sich Anton Reiser an fremde Mittagstische hocken und gerät aufs Neue in quälende Abhängigkeit. Schon um 1785 schilderte Karl Philipp Moritz in seinem berühmten Anti-Bildungsroman "Anton Reiser" den psychologischen Effekt von Not und Mangel. Für Theodor Fontanes Neureiche oder die verbohrten Repräsentanten des preußischen Adels ist der Pöbel ein Schreckgespenst, den man in die Schranken zu weisen hat. Als Industrialisierung und Wirtschaftskrise immer mehr Verlierer produzieren, ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur Berlin mit seinen schimmelnden Hinterhöfen eine Falle, sondern auch Budapest, wie es Andor Endre Gelléri in seinen Erzählungen über Wäscher und Heizer schildert. Flann O’Brien pariert die irische Hungersnot mit der bitterbösen Satire "Das Barmen" (1941), Cormac McCarthy lässt seinen mythischen Helden Cornelius Suttree 1979 einen uramerikanischen Überlebenskampf in einer stinkenden Kloake ausfechten. Und noch immer droht der Abstieg: Neue Wege nach unten tun sich auf, von denen Annett Gröschner oder Julia Friedrichs berichten.

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    Moderation: Eckhard Roelcke

    Druck im Kessel
    Die Dramatik im Endspiel Italien gegen England
    Gespräch mit Dagrun Hintze

    Wettbewerb der Milliardäre
    Branson vor Bezos im Weltraum
    Gespräch mit Andreas Eschbach

    Diktatur und Katholizismus
    Die portugiesische Künstlerin Paula Rego in London
    Von Natalie Klinger

    Drei Stunden für eine Kurzgeschichte
    Die Filmfestspiele in Cannes
    Von Patrick Wellinski

    Paris des Ostens
    Studie zum Musikerexil in Shanghai 1938-1949
    Gespräch mit Sophie Fetthauer