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Sonntag, 21.05.2017

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Literatur

    „Alle Dichter sind Juden“
    Der Auftritt Paul Celans bei der Gruppe 47 im Mai 1952
    Von Helmut Böttiger

    Paul Celan wurde in der Gruppe 47 abgelehnt? Die Literatenvereinigung war antisemitisch? Falsch. Eine Legendenzerstörung.

    Um den einzigen Auftritt Paul Celans bei der Gruppe 47 ranken sich viele Legenden. Längst gilt es als verbürgt, man habe Celan dort abgelehnt, sogar ausgelacht. Diese Reaktionen werden zudem als Beweis für den in der Gruppe 47 herrschenden Antisemitismus gewertet. Zieht man die vorhandenen Quellen und Materialien heran, dann stellt sich heraus: Diese Darstellung ist nicht haltbar. Im Gegenteil: Celan hatte 1952 im Ostseebad Niendorf beträchtlichen Erfolg. Erst dieser Auftritt hat es ihm ermöglicht, in Deutschland einen Verlag zu finden und für den Rundfunk zu arbeiten, und bei der Abstimmung über den Preisträger der Gruppe 47 landete er unter 21 Teilnehmern auf dem dritten Platz. Auf der Suche nach dem Ausgangspunkt für die erfolgreiche Diffamierung als antisemitisch stößt man auf ein dubioses Interview, das Walter Jens im Jahr 1976 gab, 24 Jahre später. Aufschlussreich ist auch, wie es zu der vom Gruppenchef Hans Werner Richter kolportierten Aussage kam, Celan habe wie Goebbels vorgetragen. Antisemitismus war in der Bundesrepublik tatsächlich äußerst virulent. Und es ist kein Zufall, dass die Antisemiten im Literaturbetrieb zugleich die heftigsten Gegner der Gruppe 47 waren.

  • 01:00 Uhr

    Nachrichten

  • 01:05 Uhr

    Tonart

    Chansons und Balladen
    Moderation: Jutta Petermann

    02:00 Uhr
    Nachrichten
    03:00 Uhr
    Nachrichten
  • 04:00 Uhr

    Nachrichten

  • 04:05 Uhr

    Tonart

    Clublounge
    Moderation: Martin Böttcher

    05:00 Uhr
    Nachrichten
    06:00 Uhr
    Nachrichten
  • Christliche Wissenschaft

  • 07:00 Uhr

    Nachrichten

  • Raj ist Hindu, ich bin Christ - Standortbestimmungen
    Von Pfarrer Jörg Machel
    Evangelische Kirche

    Eine Freundschaft zwischen einem Inder und einem Deutschen. Seit 20 Jahren sprechen die beiden über Lebensfragen. Was prägt uns? Woran glauben wir? Einblicke in eine persönliche interreligiöse und interkulturelle Begegnung.

  • 07:30 Uhr

    Kakadu

    Erzähltag
    Der lachende Wald
    Von Beate Dölling
    Gelesen von Max von Pufendorf
    Ab 6 Jahren
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017
    (Ursendung)
    Moderation: Fabian Schmitz

    Tom und Nils wollen bei Oma auf dem Land zelten und nachts allein in den Zauberwald. Nur leider soll Fiona, Toms kleine Schwester, mit ihnen im Garen schlafen. Da gibt es nur eins: Sie müssen dem Mädchen richtig Angst machen. Aber Fiona lässt sich nicht vertreiben.

    Die beiden Cousins Tom und Nils dürfen bei Omas Familienfeier im Garten zelten. Der grenzt an den alten Wald, und man munkelt, dass dort die Bäume sprechen können und auch schon Leute im Sumpf verschwunden sind - der richtige Ort also, um in der Nacht ein gefährliches Abenteuer zu erleben. Denn die beiden sind Krieger und eine Schlacht im Wald haben sie schon seit langen geplant. Nur leider darf Toms kleine Schwester Fiona mit ihnen zelten. Mit einem kleinen Mädchen an der Backe sehen die beiden Jungs jedoch ihr großes Abenteuer im Zauberwald gefährdet. Daher versuchen sie Fiona aus dem Zelt zu ekeln, ihr Bange zu machen. Aber Fiona gibt nicht so leicht auf. Heimlich folgt sie den Jungen in den Wald. Und so beginnt für die drei ein Abenteuer, mit dem Tom und Nils nie gerechnet hätten.

  • 08:00 Uhr

    Nachrichten

  • 08:05 Uhr

    Kakadu

    Hörspieltag
    Wie man eine Prinzessin kuriert
    Von Lia Pirskawetz
    Ab 7 Jahre
    Regie: Christa Kowalski
    Mit: Jens Uwe Bogadtke, Daniela Hoffmann, Wolfgang Ostberg, Evamaria Bath, Gunter Schoß, Carmen Maja Antoni, Ulrich Voß, Detlev Witte, Gösta Knothe, Holm Gärtner
    Ton und Technik: Jürgen Meinel, Jörg Ulrich und Uta Weinhart
    Produktion: Rundfunk der DDR 1988
    Länge: 42'14
    Moderation: Fabian Schmitz

    Jochen und sein Freund Hase wollen eine Prinzessin zum Lachen bringen.

    Jochen und sein Freund, der Hase, wollen sich beim König beschweren: Eine Treibjagd hat die Ernte des Dorfes vernichtet. Doch der König hat andere Sorgen: Die Staatskasse ist leer. Deshalb hat er verkünden lassen, dass derjenige die Prinzessin zur Frau bekommt, dessen Geschenk ihr ein Lächeln entlockt. Über Jochen und seinen Freund Hase muss die Prinzessin von ganzem Herzen lachen. Doch der König denkt nicht daran, sein Wort zu halten.

    Lia Pirskawetz, geboren 1938, studierte Slawistik und Anglistik in Berlin, arbeitete danach als Lektorin, seit 1965 lebt sie als freischaffende Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Dramen aus dem Russischen und schrieb Hörspiele und Feature für den Rundfunk.

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Rätselmagazin
    Zwillinge
    Moderation: Matthias Hanselmann
    sonntagmorgen@deutschlandfunkkultur.de

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • Spaziergänge mit Prominenten
    Renate Schönfelder unterwegs mit der Entertainerin Gayle Tufts auf Rügen

    „Hier ist es so deutsch, die Menschen sind bodenständig und es erinnert mich an meine Heimat in Massachusetts.“ Das sagt die amerikanische Entertainerin und Sängerin Gayle Tufts über die Ostseeinsel Rügen. Zwischen ihren Bühnenshows  wie Some like it Heiß! oder SUPERWOMAN, ein Mischung aus Stand-up-Comedy, Tanz und viel Musik, zahlreichen TV-Auftritten und Buchprojekten, zieht es die 56-Jährige regelmäßig auf die größte deutsche Insel.

    Rügen ist ein Stück zu Hause für Tufts, das sie in den USA verloren hat. Besonders seitdem der Präsident Trump heißt.  How I lost my Heimat and found my Zuhause, der Titel ihres neuen Buches beschreibt Tufts Gefühl auf ihre Art.

    Auf der Ostseeinsel kann die „erklärte Feministin“ stundenlang spazieren gehen.  Von Binz durch den Wald nach Sellin, Landschaft „wie in einem Bühnenbild von Pina Bausch oder einem Gemälde von Casper David Friedrich“. Das will sie zeigen, wenn sie mit der Deutschlandrundfahrt unterwegs ist. Und auch Prora, die riesige Ferienanlage der Nazis, heute entstehen hier Luxus-Wohnungen,  „Das ist ein Teil von Rügen und seiner Geschichte“, findet Gayle Tufts.

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 12:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages

  • Zurück in Twin Peaks
    Ermittlungen an einem mysteriösen Ort   
    Von Juliane Schiemenz   
    (Wdh. v. 06.03.2016)   

    Juliane Schiemenz ist an den Ort im Nordwesten der USA gereist, wo die Fernsehserie „Twin Peaks“ von David Lynch entstanden ist. „Twin Peaks“ ist nicht irgendeine Serie, sondern ein Stück Fernsehgeschichte, ein popkulturelles Phänomen der 90er-Jahre. Manche bezeichnen die Sendung gar als die „Mutter aller grossen TV-Serien“, Vorbild für „Akte X“, oder „Breaking Bad“. Juliane Schiemenz wollte herausfinden, ob das „reale“ Twin Peaks so mysteriös ist, wie es in der Serie wirkt und ob die realen Einwohner so skurril sind wie die Charaktere aus dem Fernsehen. Dafür hat sie Berge erklommen, ist im Nebel durch Wälder geirrt und hat Unmengen Kirschkuchen gefuttert. Heute läuft nach über 25 Jahren die dritte Staffel Twin Peaks in den USA an.

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Philosophiemagazin
    Moderation: Svenja Flaßpöhler

    Wir werden gaaaaanz ruhig
    Von Xaver Römer

    Bewegtes Denken: Zum Tode Karl-Otto-Apels
    Von Josef Früchtl

    Schweigen - Heil oder Hölle?
    Gespräch mit Dr. Alice Lagaay, promovierte Philosophin, Research Fellow am IKKM Weimar und Kelsang Gyaltsen, budhistische Nonne am Kadampa Meditationszentrum Frankfurt

    10 Strategien für ein besseres Leben
    Von Nicolas Dierks

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Religionen

    Schwerpunkt: Kunst und Religion
    Moderation: Kirsten Dietrich

    Luther und die Avantgarde -
    Dieses Wochenende wird in Wittenberg die "Weltausstellung Religion“ eröffnet
    Kirsten Dietrich spricht mit Gerd Brendel über seine Eindrücke

    Absolute Erschütterung -
    Vor 80 Jahren wurde Picassos "Guernica“ zum ersten Mal gezeigt
    Von Gunnar Lammert-Türk
     
    Kalligraphie als Brücke zwischen den Religionen
    Von Stefanie Oswalt
     
    Kirche wird zu Kulturzentrum -
    Deutsche Spuren in Israel
    Von Evelyn Bartolmai

    Wir bezahlen unseren Pfarrer selber -
    Eine Kirchengemeinde organisiert ihre Pfarrstelle
    Von Peter Kaiser

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • "Es sind die Gegensätze, die unser Gemüt aufs heftigste bewegen."
    Claudio Monteverdis "Madrigali guerrieri et amorosi" 
    Gast: Silke Leopold, Musikwissenschaftlerin
    Moderation: Ulrike Timm

    16:00 Uhr
    Nachrichten
  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport

  • 17:30 Uhr

    Nachspiel

    Das Sportmagazin

    18:00 Uhr
    Nachrichten
    18:05 Uhr
    Nachspiel

    Alles ist möglich
    Wie sich Sport und Mode beeinflussen
    Von Alexa Hennings

    Fußballtrainer tragen Maßanzug. Jogginghosen sind bürotauglich. Sneakers längst Alltagsschuhe. Stars treten in Shorts auf und Fidel Castro empfing den Papst im Trainingsanzug. Wo vor wenigen Jahren noch festgelegte Dresscodes herrschten, scheint heute zu gelten: Alles ist möglich. Wie der Sport in den letzten 125 Jahren die Mode beeinflusst hat, und wie umgekehrt Modedesigner am Sportdress gefeilt haben, kann man in Hamburg erfahren: Als erstes Haus in Deutschland beschäftigt sich das Museum für Kunst und Gewerbe mit der Wechselwirkung von Sportbekleidung und Mode. Sport und Mode vereint das Ideal vom perfekten Körper: Was früher der Schnürleib besorgte, erreicht man heute durch Body-Shaping. Elastische Stoffe gab es zuerst im Sport, heute ist ein Wettlauf um die besten Funktionsklamotten daraus geworden. Sport- und die davon geprägte Alltagsbekleidung als Signal: dazugehören oder draußen sein. Alles ist möglich? Die Diskussion um Burkinis, den Schwimmanzug für muslimische Frauen, zeigt die Grenzen. Noch vor 100 Jahren mussten die Frauen hierzulande verhüllende Badebeinkleider tragen, heute will man Bikinis und Badeanzüge vorschreiben. Verkehrte Welt.

  • 18:30 Uhr

    Hörspiel

    vielstimmig
    Die Kunst an nichts zu glauben
    De Arte Nihil Credendi
    Von Raoul Schrott
    Funkeinrichtung und Regie: Michael Farin
    Mit: Katharina Franck, Patrick Güldenberg, Dagmar Manzel, Ulrich Noethen, Michael Rotschopf, Lilith Stangenberg, Vera Teltz, Joachim Witt, Raoul Schrott
    Komposition: Suzanne Farrin
    Ton: Alexander Brennecke, Susanne Beyer
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016
    Länge: ca. 79'39
    (Wdh. v. 17.04.2016)

    Gedichte werden von Sentenzen aus der atheistischen Bibel gerahmt, dem "Manual der transitorischen Existenz" aus dem 17. Jahrhundert.

    Nicht selten ist ein Buch der Auslöser, Ausgangspunkt für ein neues, ein weiteres Buch. In diesem Fall: 'De Arte Nihil Credendi - Über die Kunst an nichts zu glauben', ein Traktat aus dem 17. Jahrhundert. Menschen in alltäglichen Berufen fragen nach dem Gelingen des Lebens oder der Kunst des Scheiterns. Passagen daraus bildeten die Inspirationsquelle für neue Gedichte, sie sind zugleich aber auch ihr Spiegel, Illuminationen von fremder Hand.

    Raoul Schrott, 1964 in Tirol geboren, Schriftsteller, Lyriker, Literaturwissenschaftler, Komparatist, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Literaturpreise, u.a. für seine Neuübertragung der "Ilias", "Hesiod", "Theogonie", "Gilgamesh Epos" u.v.m. Nach seinen Texten entstanden viele Hörspiele. Zuletzt die Reihe "Erste Erde Epos" für den BR. Schrott war persönlicher Sekretär des Surrealisten Philippe Soupault.

  • 20:00 Uhr

    Nachrichten

  • 20:03 Uhr

    Konzert

    Live aus der Philharmonie Berlin

    Joseph Haydn
    Sinfonie Nr. 95 c-Moll

    Benjamin Britten
    "Nocturne" für Tenor, sieben obligate Instrumente und Streichorchester op. 60

    ca. 21.00 Konzertpause

    Ralph Vaughan Williams
    "Job - A Masque for Dancing" für großes Orchester

    Ian Bostridge, Tenor
    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Sir Roger Norrington

    Surround Sound - Dolby Digital 5.1

  • 22:30 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    Moderation: Marietta Schwarz

    Kulturpresseschau
    Von Paul Stänner