Programm

Kalender
Mon
Tue
Wed
Thu
Fri
Sat
Sun

Sonntag, 17.05.2015

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Literatur

    Der Rausch im Niemandsland
    Fritz Rudolf Fries zum Gedenken
    Von Helmut Böttiger
    (Wdh. v. 15.05.2005)

    Fritz Rudolf Fries war kein DDR-Schriftsteller. Am 19. Mai 1935 in Bilbao geboren, mit einer spanischsprachigen Großmutter aufgewachsen und als Sechsjähriger in den Kriegswirren nach Leipzig gezogen, blieb der spanische Hintergrund für ihn immer bedeutsam. 1966 erschien, durch die Vermittlung von Uwe Johnson, im westdeutschen Suhrkamp Verlag sein bahnbrechender Roman „Der Weg nach Oobliadooh". In der DDR war an eine Veröffentlichung nicht zu denken: zu ambitioniert, zu subjektiv, zu anarchisch war dieses Buch, und zudem feierte es alle möglichen Spielformen des Jazz, den die Funktionäre wohl zu Recht für potenziell systemsprengend hielten. Der Autor hatte Proust und Joyce gelesen, war auf der Höhe der bürgerlichen und nachbürgerlichen Moderne und wirkte nicht nur in der DDR wie ein Fremdkörper, sondern auch in der zeitgenössischen bundesdeutschen Literatur. Die Entwicklung, die Fritz Rudolf Fries im folgenden in der DDR nahm, ist eines der spannendsten Kapitel der jüngeren deutschen Literaturgeschichte: ein homme de lettre, einer, der auf der Klaviatur vieler Sprachen und Literaturen spielen konnte und allen Vorstellungen von Parteilichkeit und Realismus eine lange Nase drehte. Das traf gerade auch für die Bücher zu, die dann in der DDR gedruckt wurden, „Alexanders neue Welten" oder „Verlegung eines mittleren Reiches". Dass Fries' literarischer Freiraum in der DDR für ihn nur durch die Kooperation mit der Staatssicherheit möglich schien, war in den neunziger Jahren dann eine schmerzliche Erkenntnis. Jazz, Literatur, Politik: von einem magischen Dreieck handelt das Feature über diesen großen Autor, der im vergangenen Jahr gestorben ist und am 19. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.

  • 01:00 Uhr

    Nachrichten

  • 01:05 Uhr

    Tonart

    Chansons und Balladen
    Moderation: Uwe Golz

    02:00 Uhr
    Nachrichten
    03:00 Uhr
    Nachrichten
  • 04:00 Uhr

    Nachrichten

  • 04:05 Uhr

    Tonart

    Clublounge
    Moderation: Martin Böttcher

    05:00 Uhr
    Nachrichten
    06:00 Uhr
    Nachrichten
  • Islamische Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime

  • 07:00 Uhr

    Nachrichten

  • 07:05 Uhr

    Feiertag

    Wie aus Worten Bilder werden
    Ein Kunstprojekt mit Jugendlichen zu den Seligpreisungen
    Von Pfarrerin Angelika Scholte-Reh
    Evangelische Kirche

  • 07:30 Uhr

    Kakadu

    Erzähltag
    Der Schulfuchs
    Von Martin Klein
    Ab 6 Jahren
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2010
    Moderation: Tim Wiese
    (Wdh. v. 14.09.2010)

    Ein junger Fuchs mischt sich am Tag der Schuleinführung unter die Kinder und wird Schüler.

    Ein junger Fuchs ist im Stadtpark gleich neben einer Grundschule aufgewachsen. Wenn im Park ein Mensch sein Buch beiseite legte und einschlief, nutzte er sofort die Gelegenheit, um sich anzuschleichen und in dem Ding aus Pappe und bedrucktem Papier zu schnüffeln und zu blättern. Eines Tages dann beschloss er, zur Schule zu gehen. Niemand bemerkt, dass er nicht in Begleitung von Menschen gekommen ist, sondern mit seiner Familie, den Stadtparkfüchsen.

  • 08:00 Uhr

    Nachrichten

  • 08:05 Uhr

    Kakadu

    Hörspieltag
    Supertrumpf
    Von Esther Becker
    Ab 9 Jahren
    Regie: Judith Lorentz
    Komposition: Lutz Glandien
    Mit: Marija Mauer, Mira Partecke, Judith Engel, Alexander Radszun, Fea Faika, Malina Ebert, Robert Frank, Lenz Lengers
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2015
    Länge: ca. 50'
    (Ursendung)
    Moderation: Tim Wiese

    Lou möchte Karten spielen, muss sich aber um ihre große Schwester kümmern.

    Lou ist Weltmeisterin im Warten, Weltmeisterin mit den Karten. Am liebsten spielt sie Supertrumpf, in der Pause mit ihren Schulfreunden oder in der Klinik mit den Pflegern, wenn ihre Eltern ihre Schwester Maya besuchen. Maya war magersüchtig. Heute kommt sie nach Hause und soll wieder ganz normal zur Schule gehen. Aber nichts ist normal: unsichere Eltern, neue Regeln. Lou hat schlechte Karten im Familienquartett. Lou sorgt sich, Lou lehnt sich auf und Lou stichelt gegen die große Schwester, das Klappergestell. Zu gut kennt sie all ihre Tricks. Aber Schwester bleibt Schwester, und beide sind am Ende doch nah beieinander.

    Esther Becker, geboren 1980 in Erlangen, Theaterstudium in Zürich und Bern, studiert derzeit Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, schreibt Theaterstücke und Prosa für Kinder und Erwachsene.

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Rätselmagazin

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • Spaziergänge mit Prominenten
    Mit Renate Schönfelder und dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach durch seine Heimatstadt Bergisch Gladbach

    Eine Stadt quasi aus Papier gemacht: Bergisch Gladbach. Hier, im einstigen Zentrum der Papierindustrie, wurde Wolfgang Bosbach 1952 geboren. Bis heute lebt der CDU-Politiker in einem Vorort einer der kleinsten Großstädte NRWs. Ihm gefällt "die perfekte Lage zwischen der Metropole Köln und dem schönen Bergischen Land", dessen geografisches und geistiges Zentrum der Altenberger Dom ist. Wolfgang Bosbachs sportliche Ambitionen sind eng mit der SV Bergisch Gladbach 09 verwoben, die auch einen wichtigen Baustein zu seiner politischen Karriere darstellt. Nach über 20 Jahren Lokalpolitik kandidierte er 1994 erstmals für den Deutschen Bundestag und 'erstrampelte' sich alle Kommunalwahlbezirke seines Wahlkreises mit dem Rad. Im selben Jahr machte Bosbach die Diagnose einer Herzinsuffizienz öffentlich, 2010 seine Prostatakrebserkrankung, die seit 2012 als unheilbar gilt. Renate Schönfelder begleitet Wolfgang Bosbach durch sein Bergisch Gladbach.

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 12:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages
    Moderation: Axel Flemming

  • König Kohl
    Der Handel mit urdeutschem Gemüse
    Von Elin Rosteck
    (Wdh. v. 01.06.2014)

    Wie kommt eigentlich der Krautsalat in Berliner Dönertaschen? Mit dem Weißkohlexpress aus Dithmarschen. Der fruchtbare Landstrich im Westen Schleswig-Holsteins ist mit 80 Millionen Kohlköpfen die Kohlkopfkammer Deutschlands. Nur, gegessen wird der Kohl woanders: Er landet nicht mehr in den deutschen Kochtöpfen wie früher einmal, sondern vor allem in den türkischen Dönerbuden der Großstädte. Reporterin Elin Rosteck begleitet Marco Weber, den Kohlkönig des Berliner Gemüsegroßmarkts und gleichzeitig  zuverlässigster Handelspartner der Dithmarscher Bauern.

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Philosophiemagazin
    Moderation: Thorsten Jantschek

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Religionen

    Eines der Hauptmotive: christliche Nächstenliebe
    Ein Gespräch mit dem Münsteraner Historiker Olaf Blaschke über die Klosterroute, ein System der Fluchthilfe für NS-Verbrecher innerhalb der Katholischen Kirche nach 1945
    Von Philipp Gessler

    Das gefährliche Lachen über die Religion
    Der im deutschen Exil lebende iranische Rapper Shahin Najafi gilt als Blasphemiker. Deshalb ist sein Leben in Gefahr - und das seiner Fans nun auch
    Von Antje Stiebitz

    Juden, die an Jesus glauben
    Für Messianische Juden ist Jesus der Messias. Damit sind sie eigentlich keine Juden mehr. Dennoch nennen sie sich weiter so
    Von Michael Hollenbach

    "Ich selbst bin der Gekreuzigte"
    Wie der expressionistische Maler Wilhelm Morgner seinen Glauben und seine Zweifel in Kunst verwandelte
    Von Rocco Thiede

    Moderation: Philipp Gessler

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • "Ich will mir auf diese Art den Weg zur großen Sinfonie bahnen“
    Franz Schuberts Oktett F-Dur
    Gast: Jörg Widmann, Klarinettist und Komponist
    Moderation: Jürgen Liebing

    16:00 Uhr
    Nachrichten
  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport
    Moderation: Axel Flemming

  • 17:30 Uhr

    Nachspiel

    Das Sportmagazin

    18:00 Uhr
    Nachrichten
    18:05 Uhr
    Nachspiel

    „Nur ein bisschen verrückt"
    Wenn Frauen Rugby spielen, kämpfen sie zuerst gegen Vorurteile
    Von Gerd Michalek

    1900 war Rugby bereits olympisch. 2016 in Rio wird der englische Traditionssport erstmals seit 1924 wieder auf die olympische Bühne zurückkehren. Und das mit einer Premiere, denn die Frauen sind zum ersten Mal mit dabei. Hierzulande kämpfen knapp 14.000 Begeisterte beiderlei Geschlechts um den ovalen Rugby-Ball, um das 'Ei'. Wer den Sport mit Möbelpackernaturen und Türsteherfiguren assoziiert, wird beim Blick auf deutsche Spielerinnen eines Besseren belehrt. Es geht auch zierlich in dieser vermeintlichen Männerdomäne. Allerdings ist das Talentreservoir in Deutschland noch beschränkt. Das Frauenteam läuft sich schon einmal warm für die Spiele am Zuckerhut. Im Sommer warten zwei schwere Qualifikationsturniere. Und vielleicht bringt der erfolgreiche Abschluss einen weiteren Schub für das Frauen-Rugby.

  • 18:30 Uhr

    Hörspiel

    Austerlitz
    Von W. G. Sebald
    Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis
    Komposition: Cornelia Friederike Müller
    Mit: Ernst Jacobi, Rosemarie Fendel, Ulrich Matthes u.a.
    Ton: Holger König
    Produktion: MDR 2011
    Länge: 82’22

    Austerlitz entdeckt und rekonstruiert seine Vergangenheit. Als Kind jüdischer Eltern kam er 1939 mit einem Kindertransport nach England.

    Der Ich-Erzähler erstattet Bericht über seine Bekanntschaft mit dem Architekturhistoriker Jacques Austerlitz, den er in den 60er-Jahren zufällig in der Salle des pas perdus des Zentralbahnhofs von Antwerpen kennengelernt hatte. Austerlitz dachte Engländer zu sein, war aber im Alter von viereinhalb Jahren als Kind in Prag lebender jüdischer Eltern 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht worden und wuchs bei Pflegeeltern auf. Seit der Entdeckung dieser Herkunft widmet sich Austerlitz der Rekonstruktion seiner Vergangenheit. Er sucht nach Zeugnissen seiner Eltern: in Prag, wo er eine Freundin der Familie aufspürte, in Theresienstadt, wohin seine Mutter bis zu ihrer Deportation und Ermordung verschleppt worden war.

    W. G. Sebald (1944-2001), deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler. Werke: 'Die Ausgewanderten' (1992) und 'Die Ringe des Saturn' (1995). 'Austerlitz' (2001) war sein letzter vor seinem Tod veröffentlichter Roman.

  • 20:00 Uhr

    Nachrichten

  • 20:03 Uhr

    Konzert

    Live aus der Philharmonie Berlin

    Ludwig van Beethoven
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61

    ca. 20:50 Konzertpause

    Josef Suk
    "Asrael" Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 27

    Hilary Hahn, Violine
    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Leonard Slatkin

    Surround Sound - Dolby Digital 5.1

  • 22:30 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport
    Moderation: Gabi Wuttke

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    Moderation: Sigrid Brinkmann

    Berliner Theatertreffen 2015 - eine Bilanz
    Von Eberhard Spreng

    "Tahrir" - Oper des ägyptischen Komponisten Hossam Mahmoud
    Von Jörn Florian Fuchs

    "New York Painting" im Kunstmuseum Bonn
    Von Georg Imdahl

    Kulturpresseschau
    Von Hans von Trotha