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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.03.2018

Pritzker-Preis für Architektur"Doshi gilt als tropischer Modernist"

Sigrid Brinkmann im Gespräch mit Peter C. Schmal, DAM-Direktor

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Das Bild zeigt den indischen Architekten Balkrishna Doshi im Portrait. (VSF)
Der Architekt Balkrishna Doshi. (VSF)

Berühmt ist er unter anderem für seine Sozial-Siedlungen im indischen Indore. Heute leben im Aranya Housing Project 80.000 Menschen. Nun wird der Architekt Balkrishna Doshi mit dem Pritzker-Preis geehrt. Sigrid Brinkmann sprach darüber mit dem Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main, Peter Cachola Schmal.

Schmal zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung der Jury. Vor zehn Jahren habe Doshi den "Global Award for Sustainability" für sein Alterswerk erhalten. Nun bekomme er mit 90 Jahren den Pritzker-Preis.

"Was sehr schön ist, auch für die Pritzker-Jury, dass sie quasi noch einmal nachgedacht haben, wer ihn eigentlich schon lange einmal hätte verdient haben können."

Vor drei Jahren sei der Preis "endlich" an Frei Otto gegangen.

"Er hat es auch noch mitbekommen, dass er den Preis bekommen sollte, aber er starb vor der Preisverleihung."

Stark von Le Corbusier beeinflusst

Der Stil von Doshi, der anfangs mit Le Corbusier in Indien arbeitete, habe sich im Laufe seiner Karriere verändert, so Schmal.

"Seine Bauten, die anfangs in den 50er und 60er Jahren eher brutalistisch waren, haben sich später geändert und wurden dann manchmal sogar organischer."

Doshi sei in Indien als Lehrer eine einflussreiche Person gewesen und er sei es immer noch, sagte Schmal.

"Er gilt schon als der tropische Modernist, der dem Modernismus eine indische Prägung gegeben hat und damit diese ganze internationale Richtung auf den Ort, den Kontext, das Klima angepasst hat."

Dafür werde der Architekt heute noch geschätzt, so DAM-Direktor Schmal

"Das ist etwas, das heute wieder ganz besonders aufgegriffen wird – wie ist die Antwort auf moderne, zeitgenössische Architektur vor Ort im lokalen Kontext."

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