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Interview | Beitrag vom 16.03.2021

Pritzker-Preis für Architektenduo"Die beiden bauen sehr sozial"

Peter Schmal im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Die Architekten Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal  (Foto: Laurent Chalet)
Mit dem diesjährigen Pritzker-Preis ausgezeichnet: Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal. (Foto: Laurent Chalet)

Das französische Architektenduo Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal erhält den Prizker-Preis 2021. Ihre Arbeitsweise, pragmatische und damit auch günstige Lösungen zu finden, passt in die heutige Zeit, sagt Architekturmuseumsleiter Peter Schmal.

"Sie verbessern das menschliche Leben durch Großzügigkeit und Freiheit." So lautet die Begründung der Jury in Chicago bei der Vergabe des Pritzker-Preises an Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal. Der wichtigste Architekturpreis weltweit ist mit 100.000 US-Dollar dotiert.

Das französische Architekten-Duo arbeitet seit mehr als 35 Jahren zusammen. Zu ihren bekanntesten Bauten gehört das Ausstellungsgebäude Palais de Tokyo in der französischen Hauptstadt, aber auch die Erweiterung und Aufwertung von staatlich geförderten Wohnblocks, zum Beispiel in einem Vorort von Bordeaux.

Mehr Großzügigkeit auch in Wohntürmen

"Die beiden bauen sehr sozial und ihnen ist bewusst, dass Großzügigkeit an Platz wirklich etwas wert ist", sagt Peter Schmal, leitender Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main. Sozialhilfeempfänger in Frankreich hätten beispielsweise davon profitiert und durch einen Umbau "einen gewächshausartigen Wintergarten und noch einen zwei Meter breiten Balkon davor bekommen. Und das ganze brutto zum gleichen Preis, weil die Energiekosten sinken durch den Wärmeschutz, den der Wintergarten bietet."

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Die hiesigen Bauherren würden allerdings nicht verstehen, dass man mit billigerem Material mehr Raum schaffen könne. "Dabei gebe es auch hier etliche Wohntürme aus den 60er-, 70er-Jahren, die man genauso erweitern könnte." 

Pragmatische Lösungen

Mit ihren vorgefundenen Lösungen könnten sie sehr günstig agieren. "Ihre Art und Weise, sehr pragmatisch vorzugehen, ist doch wirklich besonders", sagt Schmal. "Die waren einfach zehn, 15 Jahre immer voraus mit ihren Gedanken."

Schmal meint: "Es passt natürlich in die heutige Zeit, wo wir darüber nachdenken: Wie ist das mit den Flächen und den Außenräumen beim Wohnen? Brauchen wir nicht alle einen Balkon, eine Terrasse? Das bieten sie besonders den Sozialhilfeempfängern, das ist schon sehr erstaunlich."

(cwu)

Mit Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal hätte sich nicht die übliche "Show-Architektur" beim Pritzker-Preis durchgesetzt, meint unserer Architekturkritiker Nikolaus Bernau. Bei aller Schlichtheit seien die Bauten aber auch umwerfend schön:

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