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Kompressor | Beitrag vom 04.10.2016

Pressekonferenz von Julian AssangeAssange kündigt neue Enthüllungen an

Philip Banse im Gespräch mit Gesa Ufer

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Wikileaks-Gründer Julian Assange spricht am 04.10.2016 per Video-Liveschaltung bei einer Pressekonferenz zum 10. Geburtstag von Wikileaks in Berlin. Wikileaks-Gründer Julian Assange spricht per Video-Liveschaltung bei einer Pressekonferenz zum 10. Geburtstag von Wikileaks in Berlin. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Wikileaks-Gründer Julian Assange spricht per Video-Liveschaltung bei einer Pressekonferenz zum 10. Geburtstag von Wikileaks in Berlin. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Vor zehn Jahren startete das Projekt Wikileaks. Zur Feier des Tages sprach Julian Assange per Video-Schaltung bei einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei kündigte er neue Publikationen an: Es gehe um Krieg, Waffen, Google, Öl, Massenüberwachungen und die US-Wahlen.

Heute auf den Tag feiert Wikileaks zehnjährigen Geburtstag. Die Enthüllungsplattform stand einmal für Transparenz in einer von Geheimnissen dominierten Welt. Doch inzwischen haben sich viele Unterstützer von der Seite abgewandt - auch wegen ihres Gründers und Chefredakteurs Julian Assange.

Im US-Vorwahlkampf sorgte Wikileaks noch einmal für Aufregung: Die Plattform hatte Tausende von E-Mails der US-Demokraten ins Netz gestellt und damit indirekt den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump unterstützt. Es kam der Verdacht auf, Assange habe sich vom russischen Geheimdienst beliefern lassen.

Aufritt vom Balkon der Botschaft abgesagt

Ursprünglich wollte Assange am Mittag vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er seit vier Jahren ja im Exil lebt, sprechen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Auftritt abgesagt. Am Vormittag hat sich der Wikileaks-Gründer aus der Botschaft heraus in die Berliner Volksbühne zuschalten lassen, wo Wikileaks eine Pressekonferenz im Roten Salon veranstaltete.

Dabei kündigte Assange an, in den nächsten zehn Wochen jede Woche eine neue Publikation zu veröffentlichen. Dabei gehe es um Krieg, Waffen, Google, Öl, Massenüberwachungen und erneut um die US-Wahlen.

"Natürlich ist er eine umstrittene Persönlichkeit und natürlich stellt er sich dar und es ist auch ein großer Teil Personenkult", kommentiert unser Kollege Philip Banse.

Veröffentlichung Unbeteiligter

Weil Assange ohnehin bereits unter Verdacht steht, er habe sich vom russischen Geheimdienst mit Daten beliefern lassen, sorgte es für Aufsehen, dass die Pressekonferenz ausschließlich vom russischen Auslandssender "Russia Today" im Internet übertragen wurde. Banse sieht das gelassen: "Das sieht natürlich merkwürdig aus", liege aber einfach daran, dass die Volksbühne keinen eigenen Livestream hinbekommen habe.

Woher und mit welchem Motiv Daten kommen, sei zudem "zweitrangig", betont Banse mit Bezug auf die Kritik an der Veröffentlichung der E-Mails der US-Demokraten: "Wichtig ist, dass sie echt sind und dass sie stimmen und dass sie im öffentlichen Interesse sind."

Kritischer betrachtet Banse dagegen, dass Assange seine Veröffentlichungen nicht redigiert. So würden etwa Namen von Unbeteiligten nicht herausgenommen.

(hum/mcz)

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