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Studio 9 | Beitrag vom 23.08.2016

Prepper in den USAMit Ravioli gegen die Apokalypse

Von Martina Buttler

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Eine Menschenmenge steht in einer langen Schlange in einem Supermarkt vor der Kasse (imago / UPI Photo)
US-Amerikaner neigen zu Hamsterkäufen, wenn es ernst wird - hier im Oktober 2012, als der Hurrican Sandy Richtung New York zieht. (imago / UPI Photo)

Was die Bundesregierung den Bürgern in ihrem neuen Zivilschutzkonzept empfiehlt, sorgt bei sogenannten Preppern in den USA nur für Gelächter. Sie bereiten sich professionell für jede mögliche Katastrophe vor – vom Stromausfall bis zur Apokalypse. Findige Geschäftsleute profitieren davon.

Überleben. Irgendwie. Egal, ob ein Erdbeben, eine Flutkatastrophe, Unruhen oder gar das Ende der Welt. Preppers, wie sie in den USA genannt werden, sind auf Katastrophen vorbereitet.

David Rosenberg hat ein Geschäfte, das Ausrüstung verkauft, um den Notfall zu überstehen. Er selbst ist überzeugt, dass bald die Welt untergeht:

"Sie werden womöglich sterben, weil Sie nicht vorbereitet waren, wenn die Apokalypse kommt. Aber in unserem Laden bekommen Sie alles, was Sie brauchen, wenn die Hölle ausbricht."

Wasser, unverderbliche Lebensmittel für mindestens drei Tage, ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampe, Erste-Hilfe-Set und eine Pfeife – das gehört zum einfachsten Basispaket, das die Katastrophenschutzbehörde FEMA in den USA empfiehlt. Dazu Feuchttücher, Mülltüten, Schraubenzieher, um Strom und Wasser abdrehen zu können, Handy, Solarladegerät und ein Dosenöffner.

In vielen Kellern findet man in den USA sowas wie eine "eiserne Ration". Denn der Notfall beginnt hier schon mit einem einfachen Stromausfall.

Der eigene Bunker im Keller

Selbst in Washington D.C. füllen Nachbarn ihre Badewannen spätestens nach vier Stunden ohne Strom mit Wasser. Denn mit dem Strom geht häufig auch die Wasserversorgung, und sie haben schon öfter mal gut eine Woche gewartet, bis wieder Saft auf der Dose war.

Über solche Vorbereitungen lachen echte Prepper allerdings nur. Sie kaufen sich in ländlichen Gegenden Häuser mit Bunkern, Solarpanelen, Generatoren und Wasser auf dem Grundstück. Theresa Mondale verkauft solche Trutzburgen in Montana zum Teil für Millionensummen, erklärt sie auf NPR:

"In den letzten Jahren haben wir immer mehr Leute, die einen Ort suchen, an den sie fliehen können."

Theresa und ihr Mann haben selbst gut 500 Kilo Fleisch gebunkert. Selbstgezogene Tomaten, Zucchini, Rüben gläserweise eingemacht.

Von Ryan J Cus gäbe es dafür wohl Lob. Er gibt auf seinem YouTube-Kanal Tipps fürs Überleben. Erklärt, wie man ein Feuer macht oder bei Schnee und Kälte überlebt. Und der obligatorische Tipp:

"Alles aus Dosen ist gut. Ravioli, Bohnen, Gemüse, Obst – alles, was nicht verderblich ist. Das hält."

Survival-Pakete in jedem Supermarkt

Auf Strom- und Wasserversorgung will sich in den USA keiner verlassen, wenn es wirklich mal zum Katastrophenfall kommt. Hamsterkäufe gibt’s aber auch schon, wenn ein Schneesturm heranzieht. Dann sind die Regale leergefegt, erzählt Supermarktmanager Matt Boylan:

"Die Leute sind gekommen und haben eingekauft: Klopapier, Wasser und Milch und tonnenweise Lebensmittel."

Im Mainstream-Supermarkt gibt es abgepackt Survival-Pakete. 60 Notfallrationen Fleisch, dazu Reis für knapp 150 Dollar. Manche Webseiten, die sich auf die Survival-Versorgung spezialisiert haben, bieten Essen, das bis zu 25 Jahre haltbar sein soll an. Es gibt spezielle Messen für Überlebensausrüstung.

Schlafsäcke und warme Decken, Extra-Kleidung – all das gehört in den USA zur Notausrüstung. Doch der Rückzugsort irgendwo im Land, dessen Lage man niemandem verrät, ist für einige wie Catherine die einzig logische Planung:

"Mit dem IS und all diesen Dingen, wenn das außer Kontrolle gerät... da wollen wir lieber in weniger belebten Gegenden sein als hier in New York."

Manche versuchen, sich mit ausgeklügelten Fallen vor Plünderern zu schützen, bauen unterirdische Bunker oder trainieren regelmäßig für den Katastrophenfall. Vorbereitet sein ist alles. Worauf, das wird sich dann zeigen.

 

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