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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.04.2018

Prekäre Lebensverhältnisse bei Berliner KünstlernFür viele ist Kunst ein "Zuschussgeschäft"

Hergen Wöbken im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Kaum Geld zum Leben - ein leeres Portemonnaie (dpa / picture-alliance / Hans Wiedl)
Viele Künstler in Berlin "verdienen richtig schlecht", meint Hergen Wöbken. (dpa / picture-alliance / Hans Wiedl)

Das Klischee vom armen Künstler ist alt, aber offenbar zutreffend: Laut einer Studie kann in Berlin nur jeder zehnte Bildende Künstler von seiner Arbeit leben, und das nicht einmal gut. Besonders prekär sei die Lage für Frauen, sagt Autor Hergen Wöbken.

Bildende Künstler in Berlin leben prekär: Das ergab eine Studie des Instituts für Strategieentwicklung (ISFE), die am heutigen Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

"Manche verdienen richtig gut, andere – leider die Mehrheit – verdienen richtig schlecht", fasst Hergen Wöbken, Geschäftsführer des ISFE, das Ergebnis zusammen. Für vier Fünftel sei Kunst ein "Zuschussgeschäft", so der Sozialforscher im Deutschlandfunk Kultur. Davon leben wie von einem Beruf könnten sogar nur zehn Prozent. "Und auch dann liegt das durchschnittliche Einkommen weit unter dem Durchschnittseinkommen, was wir sonst in Deutschland haben."

So verdienten Künstler durchschnittlich 20.000 Euro pro Jahr. "Aber das setzt sich dann eben zusammen aus einmal den künstlerischen Tätigkeiten und vielen anderen Tätigkten: von Unterstützung, Förderung bis hin zu Nebenjobs."

Künstlerinnen verdienen noch schlechter als Künstler

Noch ausgeprägter als in der sonstigen Arbeitswelt ist in der Bildenden Kunst offenbar der Gender Pay Gap: "Frauen verdienen noch mal weniger als Männer, ungefähr 30 Prozent", betont Wöbken. Auch sonst sieht er Künstlerinnen deutlich im Nachteil. So hätten männliche Künstler die deutlich höhere Zahl an Einzelausstellungen. Und auch bei Künstlern bleibe die Kindererziehung größtenteils an den Frauen hängen.

Insgesamt hätten sich 1745 Berliner Künstlerinnen und Künstler an der Studie beteiligt, meint Wöbken. Das eine repräsentative Abbildung der etwa 8000 Künstler in der Hauptstadt.

(uko)

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