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Kulturnachrichten

Montag, 2. November 2020

Preisgekrönter Nahost-Korrespondent Fisk gestorben

Robert Fisk, einer der weltweit bekanntesten Nahost-Korrespondenten, ist tot. Der mehrfach preisgekrönte Journalist starb im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Dublin, wie sein Arbeitgeber, der britische "Independent", bestätigte. Die "New York Times" bezeichnete ihn einst als den "vermutlich berühmtesten Auslandskorrespondenten Großbritanniens". Irlands Präsident Michael D. Higgins erklärte, mit Fisks Tod habe die Welt des Journalismus einen "ihrer ausgezeichnetsten Kommentatoren" verloren. Von Beirut aus berichtete Fisk über Krisen und Konflikte in der Region wie den Bürgerkrieg im Libanon, die sowjetische Invasion in Afghanistan oder die Irak-Kriege. Vieles davon verarbeitete er in seinem mehr als 1200 Seiten langen Buch "The Great War for Civilisation". Darin beschreibt er unter anderem, wie er 1993 erstmals den damals noch weithin unbekannten früheren Al-Kaida-Chef Osama bin Laden interviewte.

Steinmeier betont Bedeutung der Kultur

Mit Beginn der coronabedingt neuen Einschränkungen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung der Kultur in der aktuellen Lage betont. "Gerade jetzt brauchen wir Kultur mehr denn je. Zur Ermutigung, zur Stärkung, zum emotionalen Zusammenrücken", sagte Steinmeier während eines online aus dem Schloss Bellevue in Berlin gestreamten Abends zu Ehren des Dichters Paul Celan. Kultureinrichtungen im ganzen Land müssten nun wieder kreative Lösungen finden, um ihre Musik, ihr Spiel, ihre Kunst zu den Menschen zu bringen. "Sie stehen extrem unter Druck, kämpfen ums Überleben." Kultur sei "Lebenselixier einer Gesellschaft, die gemeinsam durch eine Krise geht", so Steinmeier.

Seltenes Bild eines da Vinci-Mitarbeiters wird versteigert

In Frankreich wird eines der wenigen Werke des engsten Mitarbeiters von Leonardo da Vinci versteigert. Das Gemälde wurde dem Auktionshaus Artcurial von einem Privatbesitzer zum Verkauf angeboten, wie der auf Alte Meister spezialisierte Experte Eric Turquin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Ein Mailänder Spezialist habe es dann dem Leonardo-Schüler Gian Giacomo Caprotti zuordnen können.
Caprotti, der von 1480 bis 1524 lebte, ist unter dem Spitznamen Salaj bekannt, was soviel wie "kleiner Teufel" heißt. Ihm konnten bisher nur einige wenige Werke zugeordnet werden, darunter das Gemälde "Der heilige Johannes der Täufer" aus der Pinacoteca Ambrosiana in Mailand. Die meisten von Salaj hinterlassenen Werke befinden sich in Privatbesitz. Bei dem nun aufgefundenen Werk handelt es sich um eine "Büßende Magdalena". Die Auktion soll am 18. November stattfinden.

20 Minuten Kultur-Stille wegen Lockdown

Das Bündnis "Alarmstufe Rot" rief ab 20 Uhr Kunstschaffende dazu auf, im Netz Beiträge der Stille zu veröffentlichen. Damit sollte gegen die Auswirkungen des Teil-Lockdowns auf die Veranstaltungswirtschaft protestiert werden. Die Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Berlin und weitere Orchester kamen zum Konzert zusammen, aber nicht zum Musizieren. Nach 20 Minuten Stille gingen die Musiker und Musikerinnen wieder. Man wolle sich damit solidarisch mit der gesamten Künstlerbranche zeigen, die gerade extrem leide, gaben die Münchner Philharmoniker bekannt.

Ed Sheeran lässt selbstgemaltes Bild versteigern

Der britische Popstar Ed Sheeran hat ein selbstgemaltes Kunstwerk für eine Wohltätigkeitsauktion gestiftet. Mit dem Erlös wollen der 29-Jährige und seine Eltern schwer erkrankte Kinder und Jugendliche unterstützen, wie der Nachrichtensender Sky News berichtete. Das Gemälde trage den Namen "Dab 2", weil Sheeran seit seiner Kindheit seinen Vater so nenne. Für sein abstraktes Bild habe Sheeran 30 Tage gebraucht. Er habe handelsübliche Wandfarben genutzt und sie mit einem Pinsel auf einer Leinwand aufeinander geschichtet. Sheerans Eltern haben die Online-Auktion im Rahmen einer Ausstellung über das Leben des Musikers angekündigt. Weitere Prominente, wie der Fußballer David Beckham und die Sängerin Kylie Minogue, haben ebenfalls personalisierte Gegenstände gestiftet. Der Erlös soll an zwei Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden. Bis zum 8. November können Interessierte an der Versteigerung online teilnehmen.

Badisches Staatstheater verschiebt Händel-Festspiele

Wegen der Corona-Pandemie verschiebt das Badische Staatstheater in Karlsruhe seine eigentlich für kommendes Frühjahr geplanten Händel-Festspiele auf das Jahr 2022. Das Publikum erwarte von den renommierten Festspielen vor allem auch eine große Vielfalt an Veranstaltungen, erklärte Generalintendant Peter Spuhler. "Leider ist es nicht möglich, diese Erwartungen unter Corona-Bedingungen voll zu erfüllen." Die 44. Internationalen Händel-Festspiele hätten eigentlich vom 19. Februar bis 3. März kommenden Jahres stattfinden sollen. Um die Händel-Tradition trotz Corona aufrechtzuerhalten, werde es Ende Februar ein Händel-Wochenende mit unter anderem drei Galakonzerten geben, erklärte eine Sprecherin.

Clueso befürchtet Zusammenbruch der Kulturbranche

Der Musiker Clueso sieht die gesamte Kulturbranche in Gefahr und befürchtet als Folge der Corona-Krise deren Zusammenbruch. "Hier werden Existenzen platt gemacht", sagte der 40-Jährige dem Radiosender MDR Jump. Dabei stellte er klar, dass es ihm nicht darum gehe, um jeden Preis Konzerte wieder zu erlauben. "Ich rede jetzt wirklich von Subventionierungen, damit man die Kultur rettet", so Clueso. "Das ist ein Riesenstab von Leuten, die alle ihren Job verlieren." Diese Menschen kämen nach seiner Einschätzung auch nicht wieder zurück in die Konzertbranche. "Tonleute haben sich Equipment geholt, das 20.000 Euro bis 30.000 Euro kostet. Das müssen sie verkaufen und das können sie nicht einfach zurückkaufen, wenn sie jetzt anfangen auf den Bau zu gehen oder Brot zu backen", sagte der Erfurter Musiker.

Die Spitze der Deutschen Oper bleibt im Amt

Der Intendant der Deutschen Oper, Dietmar Schwarz, ihr Generalmusikdirektor Donald Runnicles und der Geschäftsführer Thomas Fehrle bleiben weiter im Amt. Die Stiftung Oper in Berlin habe den jeweiligen Vertragsverlängerungen zugestimmt, teilte die Kulturverwaltung mit. Der Vertrag von Schwarz wurde um drei Jahre bis zum 31. Juli 2025 verlängert. Die Verträge von Runnicles, seit 2009 Generalmusikdirektor des Hauses, und Thomas Fehrle, kaufmännischer Geschäftsführer seit 2011, laufen nun weitere fünf Jahre - bis 2027. "Die Leitungsspitze Schwarz/ Runnicles/Fehrle hat die künstlerische und wirtschaftliche Entwicklung der Deutschen Oper Berlin in den letzten Jahren maßgeblich geprägt und vorangetrieben", erklärte Kultursentor Klaus Lederer, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Opernstiftung ist.

Deutscher Kinderhörspielpreis für "Stella Menzel"

"Stella Menzel und der goldene Faden" erhält den Deutschen Kinderhörspielpreis 2020. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird an die Radiomoderatorin und Buchautorin Holly-Jane Rahlens vergeben, wie die Film- und Medienstiftung NRW mitteilte. Nach Angaben der Autorin geht die Idee zur Geschichte auf ein altes jiddisches Volkslied zurück. Das Mädchen Stella besitzt einen verzauberten Mantel ihrer Ururgroßmutter aus blauem Seidenstoff. Anhand des Erinnerungsstücks wird die Familiengeschichte im Russland der Zarenzeit und im Berlin der Goldenen 20er Jahre erzählt, die Flucht der jüdischen Familie nach New York, ihrem Leben im Exil und schließlich vom Neuanfang in Deutschland. Ein "von Geschichten und Geschichte prall gefülltes Hörspiel" für Kinder und darüber hinaus für die ganze Familie, erklärte die fünfköpfige Jury. Die ARD-Hörspieltage sind das größte Hörspiel-Festival im deutschsprachigen Raum. Alle vom 4. bis 8. November in Karlsruhe geplanten Live-Aufführungen und Diskussionen finden in diesem Jahr ausschließlich digital statt.

Preisträger beim "Kino der Kunst" prämiert

Das fünftägige Festival "Kino der Kunst" in München ist am Sonntag mit der Bekanntgabe der Preisträger zu Ende gegangen. Gewinner in der Kategorie Langfilm wurde "Tlamess" des Tunesiers Ala Eddine Slim und für Filme unter 30 Minuten "Don't look at the finger" des junge Briten Hetain Patel. Beide Preise, die mit je 10.000 Euro dotiert sind, wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz des italienischen Kinoregisseurs Luca Guadagnino vergeben. Bei "Tlamess" handle es sich um eine "märchenhafte Geschichte" in starken Bildern und fast ohne Dialog", hieß es. "Don't look at the finger" sei eine fiktive Inszenierung einer afrikanischen Hochzeitszeremonie - eine Fabel über die Beziehung der Geschlechter, vor allem aber die Universalität von Bild- und Körpersprache. Sämtliche Verleihungen sind auf der Internetseite von "Kino der Kunst" abrufbar, ebenso wie zwölf extra für die diesjährige Edition geführte Videointerviews zum Thema "Verbotene Schönheit".

Italien trauert um Schauspieler Gigi Proietti

Der italienische Schauspieler, Komiker und Sänger Gigi Proietti ist tot. Das bestätigte das Globe Theatre in Rom der Deutschen Presse-Agentur.
Proietti gehörte zu den populärsten Darstellern in Italien und hätte am Montag seinen 80. Geburtstag gefeiert. Weggefährten, Politiker und Kulturschaffende, darunter Darsteller Alessandro Gassmann, bekundeten ihre Trauer. Der gebürtige Römer drehte seit den 60er Jahren sowohl mit bekannten italienischen Regisseuren als auch mit internationalen Größen Filme, unter andrem in "A Wedding" (1978) von Robert Altman.

Kulturstaatsministerin Grütters fordert Hilfe für die Kultur

Es müsse mindestens in dem Umfang unterstützt werden, wie man auch anderen Branchen hilft, sagte die CDU-Politikerin vor der heutigen Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung dem Online-Nachrichtenportal "ThePioneer". Sie meine nicht in erster Linie institutionell geförderte Einrichtungen, sondern beispielsweise Kinos, Galerien und Clubs. Schon am Freitag hatte Grütters betont, dass es um die Existenz von mehr als 1,5 Millionen Menschen gehe, die mehr als 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitrügen und häufig als Solo-Selbstständige arbeiteten. Unbürokratische Hilfen seien auch eine Frage der Wertschätzung, so die Kulturstaatsministerin.

Doku aus Kongo bester Film in Leipzig

Der kongolesische Dokumentarfilm "Downstream to Kinshasa" ist Gewinner des Dokumentarfilmfestivals DOK Leipzig. Die Produktion bekam die mit 10.000 Euro dotierte "Goldene Taube" in der Kategorie "Internationaler Wettbewerb Langfilm". Damit kann der Film für den US-Filmpreis "Oscar" in der Kategorie Dokumentarfilm nominiert werden, wenn die formalen Kriterien erfüllt werden. Im Mittelpunkt der Doku stehen Kriegsversehrte, die sich auf einen langen Weg in die Hauptstadt Kongos machen, um Entschädigungen einzufordern. Das DOK Leipzig fand in diesem Jahr digital UND analog statt. Die Zahl der Filme wurde im Vergleich zu den Vorjahren mehr als halbiert - auf rund 150.

Staatstrauer für die Corona-Opfer in Mexiko

Die Regierung in Mexiko hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer der Corona-Pandemie erklärt. "Gemäß der Tradition sind unsere Verstorbenen in diesen Tagen näher bei uns", sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador. Indigene Volksgruppen aus dem ganzen Land bauten im Nationalpalast in Mexiko-Stadt ihre Altäre auf. Am 1. und 2. November gedenken die Mexikaner ihrer Verstorbenen. Sie glauben, dass die Seelen der Toten an diesen Tagen aus dem Jenseits kommen und ihren Familien im Diesseits einen Besuch abstatten. Der Día de Muertos verbindet präkolumbianische und christliche Rituale und wurde im Jahr 2008 von der Unesco in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Kermani erhält den Hölderlinpreis 2020

Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani ist mit dem diesjährigen Hölderlinpreis der Stadt Bad Homburg für sein Gesamtwerk ausgezeichnet worden. Bei Kermani "treffen philologische Genauigkeit und literarischer Enthusiasmus aufs Schönste zusammen", heißt es in der Jury-Begründung: "Furchtlos wandelt er auf dem schmalen Grat zwischen Inspiration und Reflexion, zwischen Intuition und analytischer Schärfe - ein literarisches Wagnis, das nur den Wenigsten gelingt." Wegen der Corona-Pandemie fand die Verleihung des mit 20 000 Euro dotierten Preises mit begrenzter Teilnehmerzahl statt und wurde im Livestream übertragen.

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