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Lesart | Beitrag vom 14.02.2019

Preis der Leipziger BuchmesseDie 15 Buchtitel der Shortlist

Jörg Plath und René Aguigah im Gespräch mit Andrea Gerk

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Buchcover (Montage Deutschlandfunk Kultur)
Wer macht das Rennen? Die Nominierungen in den Kategorien Belletristik und Sachbuch (Montage Deutschlandfunk Kultur)

Der Berg der eingereichten Bücher ist sortiert: Die Jury hat die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben. Am 21. März wird die Auszeichnung in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung vergeben.

Etliche Wochen dauerte das Lesen der eingereichten Bücher: Einen Monat vor Beginn der Leipziger Buchmesse stehen nun die je fünf Nominierten für den Preis in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung fest.

Leitmotiv der kulturellen Verunsicherung

Kulturelle Verunsicherung ist das Thema, das die nominierten Romane zusammenhalte, fasst Literaturredakteur Jörg Plath die Auswahl zusammen - und verweist auf "Der traurige Gast" von Matthias Nawrat und Anke Stellings "Schäfchen im Trockenen". Auch die Orientalistin Kenah Cusanit beschäftige sich in "Babel" mit dieser Verunsicherung.

In "Winterbergs letzte Reise", dem ersten auf Deutsch geschriebenen Roman des Tschechen Jaroslav Rudiš, versuche ein sehr alter Sterbender, den Zusammenhang von Vergangenheit und Gegenwart zu ergründen - im Rückblick auf sein langes Leben.

Wirkungen der Vergangenheit auf die Gegenwart

Die Frage der Unsicherheit und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart ließen sich auch an der Auswahl der Sachbücher festmachen, kommentiert René Aguigah die fünf nominierten Titel in dieser Kategorie. Im Buch "Republik der Angst" erzählt der Historiker Frank Biess die Geschichte der Bundesrepublik anhand verschiedener Ängste, die es nach 1945 gegeben habe.

Mit "Wolfszeit" blickt der Journalist Harald Jähner in das erste Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in die Zeit, in die er hineingeboren wurde. Er schaue damit in eine Art biografischen toten Winkel, so Aguigah.

Folgende 15 Romane, Sachbücher und Übersetzungen sind für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 aus den 359 Einreichungen ausgewählt worden.

Nominierte in der Kategorie Belletristik

Kenah Cusanit: Babel (Carl Hanser Verlag)
Matthias Nawrat: Der traurige Gast (Rowohlt Verlag)
Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise (Luchterhand Literaturverlag)
Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen (Verbrecher Verlag)
Feridun Zaimoglu: Die Geschichte der Frau (Kiepenheuer & Witsch)

Nominierte in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

Frank Biess: Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik (Rowohlt Verlag)
Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955 (Rowohlt Berlin)
Marko Martin: Das Haus in Habana. Ein Rapport (Wehrhahn Verlag)
Lothar Müller: Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter (Die Andere Bibliothek)
Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine KünstlerBiografie (Insel Verlag)

Nominierte in der Kategorie Übersetzung

Georg Aescht übersetzte aus dem Rumänischen "Der Wald der Gehenkten" von Liviu Rebreanu (Paul Zsolnay Verlag)
Susanne Lange übersetzte aus dem Spanischen "Gringo Champ" von Aura Xilonen (Carl Hanser Verlag)
Timea Tankó übersetzte aus dem Ungarischen "Löwenchor" von György Dragomán (Suhrkamp Verlag)
Karin Uttendörfer übersetzte aus dem Französischen "Tierreich" von Jean-Baptiste Del Amo (Verlag Matthes & Seitz Berlin)
Eva Ruth Wemme übersetzte aus dem Rumänischen "Verlorener Morgen" von Gabriela Adameșteanu (Die Andere Bibliothek)

Die siebenköpfige Jury setzt sich aus deutschen Journalisten und Literaturkritikern zusammen. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 in drei Kategorien vergeben. Er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert.

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