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Kulturnachrichten

Montag, 21. September 2020

Präsident will Wissenschaftsakademie "neu denken"

Der künftige Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), Christoph Markschies, will die Institution anders aufstellen. "Die Akademie soll ein Laboratorium der Aufklärung in Zeiten der Unsicherheit werden - Hauptstadtakademie neu denken", sagte der evangelische Theologe und Historiker vor Journalisten in Berlin. Sein Haus wolle Hypothesen gegeneinander stellen und miteinander ins Gespräch bringen, so Markschies. Die Akademie setze dann auf die Hypothesen, die sich durchsetzten, eine Art Gütesiegel. Insgesamt will Markschies die BBAW internationaler, offener und sichtbarer gestalten. Grenzen zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern sollen nach seinen Worten durchlässiger werden. Markschies tritt sein Amt zum 1. Oktober an. Er folgt auf den Mathematiker Martin Grötschel.

Der Schauspieler Michael Lonsdale ist tot

Der französisch-britische Schauspieler Michael Lonsdale ist tot. Der Darsteller, der in "Der Name der Rose" und dem James Bond-Film "Moonraker" mitgespielt hat, ist im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seinen Agenten Olivier Loiseau. In seiner rund 60-jährigen Karriere trat Lonsdale in etwa 200 Kino- und TV-Filmen und Theaterstücken auf. Lonsdale drehte unter anderem mit Orson Welles, Michel Deville und François Truffaut. Seinen Durchbruch schaffte er mit den Truffaut-Filmen "Die Braut trug Schwarz" und "Geraubte Küsse", beide aus dem Jahr 1968.

Türkei verklagt griechische Zeitung wegen Erdogan-Titel

Die Türkei hat rechtliche Schritte gegen eine griechische Zeitung wegen einer gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gerichteten Titelseite eingeleitet. Man werde gegen die Verantwortlichen der Tageszeitung "Dimokratia" vorgehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Anwalt Erdogans. Die als extrem rechtslastig geltende Zeitung hatte am Freitag mit der Schlagzeile "Verpiss dich, Herr Erdogan" getitelt. In einer Erklärung des griechischen Außenministeriums hieß es, die Meinungs- und Pressefreiheit sei uneingeschränkt garantiert. Dennoch gebe es die Verpflichtung, persönliche Beleidigungen gerade auch gegen ausländische Staatsleute zu unterlassen. Griechenland und die Türkei liegen derzeit wegen türkischen Erdgaserkundungen und Grenzstreitigkeiten im Mittelmeer über Kreuz.

Martin Muser ist Lesekünstler 2020

Der Kinderbuchautor Martin Muser ist Lesekünstler des Jahres 2020. Mit der Auszeichnung kürt die IG Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum zwölften Mal einen Kinderbuchautor, der das junge Publikum besonders begeistert. Mit Tempo, Witz und voller Energie lasse Martin Muser die Charaktere in seinen Büchern lebendig werden, so Jurymitglied Irmgard Clausen. Vom Schaffner über den Clubpräsidenten einer Motorradgang bis hin zu den jungen Hauptfiguren – für alle schaffe Martin Muser eine eigene Sprache, lasse sie berlinern, brummeln, juchzen. Martin Musers erstes Kinderbuch „Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften" erschien 2018.

Perceval erhält wichtigsten norwegischen Theaterpreis

Der Theaterregisseur Luk Perceval zählt zu den diesjährigen Gewinnern des norwegischen Hedda-Preises. Der Belgier erhielt die renommierte Auszeichnung in der Kategorie "Beste Regie". Damit wurde er für seine am Norwegischen Theater in Oslo gezeigte Adaption des Jon-Fosse-Romans "Trilogien" geehrt. "Trilogien"-Hauptdarstellerin Gjertrud Jynge wurde zudem mit dem Preis für die beste weibliche Hauptrolle gewürdigt. Das männliche Pendant erhielt Preben Hodneland für seine Hauptrolle in der Aufführung "Raskolnikov", die auch als beste Vorstellung ausgezeichnet wurde. Der Hedda-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung des norwegischen Theaters. Perceval arbeitete als Theater- und Opernregisseur an zahlreichen deutschen Bühnen. Über Jahre war er Oberspielleiter am Thalia Theater in Hamburg.

Ildikó Gáspár führt Regie bei Nibelungen-Festspielen

Die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár führt bei den Nibelungen-Festspielen 2021 in Worms die Regie bei dem geplanten Jubiläumsstück über den Reformator Martin Luther. "Wir denken an etwas Spektakuläres. Ich arbeite meistens mit Video, Licht und Musik, so dass man meine Arbeiten in den Kritiken oft ein Gesamtkunstwerk nennt", sagte Gáspár der dpa. Die Festspiele finden seit 2002 vor dem Dom statt. Das Stück schreibt der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss. In diesem Jahr waren die Nibelungen-Festspiele der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. 2021 feiert Worms ein großes Luther-Jahr - dann jährt sich die Weigerung des Reformators, seine Schriften zu widerrufen, zum 500. Mal.

Franz-Kafka-Literaturpreis geht an Milan Kundera

Der Franz-Kafka-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den tschechisch-französischen Schriftsteller Milan Kundera. Das teilte die internationale Jury in Prag mit. Der in Paris lebende Romanautor ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") habe sich angesichts der Entscheidung geehrt gezeigt. Kafka stehe ihm mehr als andere Schriftsteller nahe, sagte der 91-Jährige demnach am Telefon aus Paris, wo er seit Jahrzehnten lebt. Die Auszeichnung wird im Oktober verliehen. Sie ist mit einer Skulptur des Künstlers Jaroslav Rona und einem Preisgeld von umgerechnet knapp 8500 Euro dotiert. Kunderas Lebenswerk sei aus dem Geist der tschechischen Kultur hervorgegangen und habe diese außerordentlich bereichert, betonte die Jury zur Begründung. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden.

Taj Mahal öffnet wieder für Touristen

Nach rund sechsmonatiger Schließung hat das Taj Mahal in Indien wieder geöffnet. Trotz steigender Corona-Zahlen kann das weltberühmte Grabmal wieder besucht werden - allerdings unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Nach Angaben der Behörden darf niemand das Bauwerk berühren. Die für Fotos beliebte Bank vor dem Taj Mahal sei laminiert worden, so dass sie ohne Schaden zu nehmen desinfiziert werden könne. Üblicherweise wird das Grabmal aus dem 17. Jahrhundert von acht Millionen Touristen jährlich besucht, die meisten kommen aus Indien. Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war das Bauwerk Mitte März geschlossen worden. Die 1,3-Milliarden-Nation Indien zählt bereits mehr als 5,4 Millionen Infektionen; nur in den USA gibt es zur Zeit noch mehr Infizierte.

Maria Schrader erhält Emmy für Netflix-Serie

Die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader ist mit einem Emmy ausgezeichnet worden. Den begehrten US-Fernsehpreis bekam die 54-Jährige
für die beste Regie bei einer Miniserie. Geehrt wurde sie für die vierteilige Serie "Unorthodox" auf der Streamingplattform Netflix. Die meisten Emmys des Abends gingen an die Schöpfer und Schauspieler von "Watchmen". Die auf einem gleichnamigen Comic basierende Serie im US-Bezahlsender HBO dreht sich um aktuelle Themen wie Rassismus und Polizeigewalt oder das Maskentragen. In der Comedy-Sparte dominierte die kanadische Produktion "Schitt's Creek" mit neun Preisen. Die Emmys wurden in diesem Jahr coronabedingt ohne Live-Publikum vergeben, die Preisträger und Nominierten wurden zugeschaltet.

"Nomadland" gewinnt beim Filmfest in Toronto

Das Roadtrip-Drama «Nomadland» von Regisseurin Chloé Zhao ist der Siegerfilm des 45. Toronto International Film Festivals. Der US-Film mit Frances McDormand in der Hauptrolle begeisterte das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell an Stelle einer Jury den Gewinner wählt. «Nomadland» erzählt die Geschichte einer Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer Kleinstadt allein in ihrem Van durch den amerikanischen Westen reist. Der Film der in China geborenen Regisseurin Zhao wurde Mitte September bereits mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals in Venedig ausgezeichnet. Der zweite Platz ging an Regina Kings Regiedebüt «One Night in Miami». Bei dem zehntägigen Filmfest in Toronto konkurrierten in diesem Jahr 50 Filme.

Die italienische Publizistin Rossana Rossanda ist tot

Sie wurde oft verglichen mit Rosa Luxemburg und sah sich selbst in deren Tradition: die linke Intellektuelle und Publizistin Rossana Rossanda ist tot. 1924 in Pola (Istrien) geboren, studierte sie zunächst Kunstgeschichte und Philosophie. 1943 kam sie in Kontakt mit der "antifaschistischen Resistenza". Im Zweiten Weltkrieg beteiligte sie sich als jüngste Partisanin am Widerstandskampf. Sie trat der Kommunistischen Partei Italiens bei und wurde in den 50er und 60er Jahren eine ihrer Führungspersönlichkeiten. Ab 1963 geriet sie immer mehr in Konflikt mit ihrer Partei, kritisierte die ihrer Meinung nach zu reformistische Politik Italiens, und sympathisierte mit der 68er Bewegung. Nach ihrem Parteiausschluss 1968 gründete sie mit anderen in Ungnade gefallenen Parteimitgliedern 1969 die Zeitschrift und spätere Tageszeitung "il manifesto". Ihre Bücher und Aufsätze setzen sich mit der politischen Situation in Italien, der Frauenbewegung, und den "Brigate rosse" auseinander. Vergangene Nacht starb Rossana Rossanda im Alter von 96 Jahren.

Bertha-und-Carl-Benz-Preis geht an Frauenrechtlerin

Der diesjährige Bertha-und-Carl-Benz-Preis für Mobiliät wurde an die saudi-arabische Frauenaktivistin Loujain Al-Hathloul verliehen. Sie war das erste Mal 2014 in Haft genommen worden, weil sie in ihrer Heimat Auto fuhr. Das war für Frauen damals noch verboten. Wegen angeblich "aufrührerischen" Verhaltens gegenüber dem Regime, ist die 31-Jährige seit zwei Jahren erneut im Gefängnis. Nach Aussage ihrer Familie wurde sie gefoltert und ist im Hungerstreik. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis haben die Schwestern der Preisträgerin per Video entgegengenommen.

Wilhelm-Lehmbruck-Preis 2020 verliehen

Das Künstlerpaar Janet Cardiff und George Bures Miller hat den mit 10.000 Euro dotierten Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg und des Landschaftsverbandes Rheinland erhalten. Die kanadischen Künstler hätten mit ihren Klangskulpturen und Installationen ein ganzes Genre geprägt, erklärte das Lehmbruck Museum. Die von den beiden erschaffenen Klangräume seien in ihrer Intensität einzigartig. Der Wilhelm-Lehmbruck-Preis wird seit 1966 verliehen und gehört zu den international renommiertesten Auszeichnungen für Bildhauer. Er erinnert an den in Duisburg geborenen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919). Zu den Preisträgern gehörten bislang Eduardo Chillida, Joseph Beuys, Richard Serra und Nam June Paik.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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