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Montag, 17.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 17. August 2018

Prähistorisches Steinrelief in Peru entdeckt

3800 Jahre altes Zeugnis der Caral-Kultur gefunden

In Peru ist ein 3800 Jahre altes Relief entdeckt worden. Das knapp drei Meter breite Steingebilde in der archäologischen Stätte Vichama, 110 Kilometer nördlich von Lima, zeigt Menschenköpfe und Schlangen, die auf eine Darstellung von fruchtbarem Boden hinweisen, wie die Anthropologin Ruth Shady erklärte. Die dort lebende Caral-Bevölkerung habe gegen Wasserknappheit und Klimawandel kämpfen müssen. Die zwischen 3000 und 1200 v. Chr. florierende Caral-Kultur ist die älteste bislang bekannte Zivilisation Amerikas.

Violinist Charles Yang erhält Leonard Bernstein Award

Für die Überwindung der Grenzen zwischen ernster und unterhaltsamer Musik

Der US-amerikanische Geiger Charles Yang aus Texas ist am Freitag mit dem Leonard Bernstein Award ausgezeichnet worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm in der Lübecker Musik- und Kongresshalle überreicht, wie die Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival am Freitag mitteilte. Yang trat dort als Solist in Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert (D-Dur) auf und wurde vom Schleswig-Holstein Festival Orchestra begleitet. Yang überwinde "im besten Bernstein'schen Sinne" die Grenzen zwischen ernster und unterhaltsamer Musik, erklärte Festivalintendant Christian Kuhnt. Als klassisch ausgebildeter Musiker sei er mit den Traditionen seines Instruments vertraut und beherrsche gleichzeitig die Techniken und Stile der Pop-Musik.

Nordrhein-westfälisches Zeitungsportal

2,5 Millionen Zeitungsseiten freigeschaltet

Historische Zeitungen von 1772 bis 1945 aus dem Bereich von Nordrhein-Westfalen können ab sofort online gelesen werden. Im nordrhein-westfälischen Zeitungsportal "zeitpunkt.nrw" seien bereits 2,5 Millionen Zeitungsseiten verfügbar, teilte die Universitiät Bonn mit. Unter Federführung der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB) werde das Angebot in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut. "Zeitpunkt.nrw" enthält eine große Bandbreite an lokalen und regionalen Zeitungen, die von Archiven und Bibliotheken aus den verschiedenen Regionen des Landes für das Projekt zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kämen die bereits digitalisierten Bestände der Universitäts- und Landesbibliotheken Bonn und Münster.

Antiker Käse in Ägypten ausgegraben

Beigabe im Grab des Pthames

Forscher haben in Ägypten eine feste, weißliche Substanz in einem antiken Gefäß ausgegraben. Es handele sich vermutlich um "den ältesten archäologischen festen Rückstand an Käse, der jemals gefunden wurde", teilten die Wissenschaftler in einer Studie im Journal "Analytical Chemistry" mit. Der Käse sei aus einem Gemisch aus Kuhmilch und Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt worden. Ausgehoben wurde der Fund in der Sakkra-Totenstadt nahe Kairo bereits zwischen 2013 und 2014. Er war dem Grab des Ptahmes beigefügt worden, der in der antiken ägyptischen Stadt Memphis herrschte.

Museumsverbund stellt sich der Kolonialgeschichte

Neues Forschungsprojekt im Norden

Insgesamt 18 Museen aus Schleswig-Holstein und das Museum im dänischen Apenrade vernetzen sich für eine digitale Gesamtaufnahme ihrer Objekte aus der Kolonialzeit. Das Forschungsprojekt "Zwischen Kolonialismus und Weltoffenheit" werde ein Impuls für die Debatte zum Umgang mit Objekten aus der Kolonialzeit sein, sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU). Das Projekt wird vom Bund mit 270 000 Euro gefördert. Ein Großteil der kolonialen Objekte lagert in örtlich weit verstreuten Depots und ist derzeit für die Forschung nicht zugänglich. Dazu gehören etwa Bilder des Expressionisten Emil Nolde, die auf der Neuguinea-Reise des Malers entstanden, aber auch Exponate aus dem Besitz von Seeleuten, Kaufleuten und Expeditionsteilnehmern oder die Sammlung des in Husum geborenen Diamantenhändlers Ludwig Nissen.

Römischer Pferdekopf im Museum enthüllt

Fund von Weltrang in Hessen

Neun Jahre nach seiner Entdeckung ist ein 2000 Jahre alter römischer Pferdekopf aus Bronze zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Der archäologische Sensationsfund aus Mittelhessen, um den immer noch juristisch gestritten wird, ist das Kernstück der neuen Dauerausstellung im Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg. Das neugestaltete Museum wird an diesem Sonntag eröffnet. Der Pferdekopf wurde 2009 bei archäologischen Grabungen in Waldgirmes in einem elf Meter tiefen Brunnenschacht entdeckt und seither aufwändig restauriert. Er war Teil eines Reiterstandbildes, auf dem wohl der römische Herrscher Augustus saß. Der knapp 60 Zentimeter lange Kopf wurde als Fund von Weltrang eingestuft. Das Land streitet noch immer mit dem Bauern, auf dessen Grundstück der Fund entdeckt wurde, um die Höhe der Entschädigung. Zuletzt sprach das Landgericht Limburg dem Landwirt in erster Instanz 773 000 Euro zu. Der hessische Kunstminister Boris Rhein (CDU) ließ noch offen, ob das Land Hessen Berufung einlegt. Die Frist dafür endet am 27. August.

Longlist-Autoren geben Überraschungslesungen

Neun Buchhandlungen als Veranstaltungsorte ausgelost

Longlist-Autorinnen und -Autoren des Deutschen Buchpreises 2018 werden ab 27. August an neun Orten in Deutschland bei Blind-Date-Lesungen ihre Romane vorstellen. Das Publikum erfährt erst vor Ort, wer aus seinem Werk liest. 342 Buchhandlungen, die dem Börsenverein angehören, hatten sich im Vorfeld als Veranstalter beworben - neun von ihnen wurden für die Überraschungslesungen ausgelost. Zum Abschluss lesen mehrere Autorinnen und Autoren am 30. August in der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Konrad-Wolf-Preis für "Lettre International"

Raum für alle Künste

Der diesjährige Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste geht an die unabhängige, kosmopolitische und interdisziplinäre Kulturzeitschrift Lettre International. Die Jury würdigt damit die intellektuelle Arbeit einer Kulturzeitschrift, die allen Künsten Raum gibt und insbesondere den darstellenden Künsten einen jährlichen Schwerpunkt widmet. Mit Blick auf die Geschichte verkörpere Lettre International das Bewusstsein, dass die Bedrohung der Künste immer den Beginn der Zerstörung der Kultur markiert hat, so die Juroren Mark Lammert, Hans-Thies Lehmann und Angela Winkler. Lettre International wird seit 1988 vierteljährlich von Frank Berberich in Berlin herausgegeben. Jedes Heft wird von einem Künstler oder einer Künstlerin exklusiv gestaltet und sämtliche Texte sind deutsche Erstveröffentlichungen. Die Verleihung des Konrad-Wolf-Preises, der mit 5.000 Euro dotiert ist, findet am 31. Oktober 2018 statt.

Glückwünsche für Herta Müller zum 65. Geburtstag

Engagierter Einsatz für Freiheit und Menschenrechte

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat der Autorin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu ihrem 65. Geburtstag gratuliert. Die Literaturstadt Berlin sei stolz, dass die Schriftstellerin in der Stadt wirke und arbeite. "Herta Müller engagiert sich neben ihrer literarischen Arbeit nach wie vor für Künstlerinnen und Künstler in Diktaturen wie dem kommunistischen China. Sie zeigt Gesicht für Freiheit und Menschenrechte", sagte Müller. Herta Müller hatte 2009 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Bereits 2005 war sie mit dem Berliner Literaturpreis geehrt worden.

Dänischer Dichter Benny Andersen gestorben

Meist gelesener Lyriker des Landes

Der dänische Dichter, Schriftsteller und Komponist Benny Andersen ist tot. Er sei am Donnerstag mit 88 Jahren zuhause in Sorgenfri gestorben, sagte seine Ehefrau der dänischen Zeitung "B.T.". Andersen war der meistgelesene zeitgenössische dänische Dichter. Seine wehmütig-lebensfrohe Gedichtsammlung "Svantes viser" ("Svantes Lieder") steht bei vielen Dänen ebenso selbstverständlich im Bücherschrank wie die Märchen seines Namensvetters Hans Christian Andersen.

"Meersburger Nachlass" der Droste geht nach Münster

Forschung am handschriftlichen Erbe

Der "Meersburger Nachlass" der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) wird in Zukunft im Westfälischen Literaturarchiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster untergebracht. Dort soll der umfangreiche Handschriftenbestand weiter erschlossen und erforscht werden. Der "Meersburger Nachlass" enthält Dokumente, die sich beim Tod der Dichterin in Meersburg am Bodensee befanden - darunter Manuskripte zu fast all ihren Werken, Familienbriefe und weitere Lebensdokumente. Seit 1967 befindet sich der Nachlass als Dauerleihgabe der "Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz" in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster.

Aretha Franklin ist tot

Die Soulsängerin wurde 76 Jahre alt

Die Soulsängerin Aretha Franklin ist tot. Die "Queen of Soul" starb heute im Alter von 76 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs, teilte die Recording Academy mit, die für die Verleihung der Musikpreise Grammys zuständig ist. Franklin sei eine "unvergleichliche Künstlerin" gewesen, mit einer der "tiefgreifendsten Stimmen" der Musikbranche. Der frühere US-Präsident Bill Clinton erklärte, er und seine Frau Hillary trauerten um Franklin. Die Sängerin sei "einer der größten Schätze Amerikas" gewesen. "Mehr als 50 Jahre lang hat sie unsere Seelen berührt." Schon vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Franklin schwer erkrankt war. Freunde und Wegbegleiter wie der Sänger Stevie Wonder und der Bürgerrechtler Jesse Jackson hatten die Musikerin daraufhin in ihrem Haus in Detroit besucht. Aktivisten hatten Mahnwachen und Kirchen Andachten angekündigt. Zahlreiche Prominente schickten Genesungswünsche. Franklin wurde mit Titeln wie "Respect", "Chain of Fools" und "I Say a Little Prayer" berühmt. Für ihren von Gospel und Jazz beeinflussten Soulgesang wurde sie mit 18 Grammys ausgezeichnet. Im Februar 2017 hatte sie ihren Rückzug aus dem Musikgeschäft angekündigt.

Ehepaar schenkt Landesmuseum 150 Beuys-Werke

Die Sammlung ist bislang noch nicht gezeigt worden

150 Werke von Joseph Beuys hat das Sammlerpaar Manfred und Ingrid Rotert aus Osnabrück dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster geschenkt. Zur Kollektion der sogenannten Multiples gehören der legendäre Filzanzug von 1970 und die Capri-Batterie von 1985. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Die Sammlung soll im Landesmuseum vom 29. November bis zum 29. September kommenden Jahres ausgestellt werden. Landesmuseum-Kuratorin Marianne Wagner äußerte sich begeistert. Die Sammlung sei "enorm wichtig" für das Haus. Sie komme aus einer Hand und sei bislang noch nirgends gezeigt worden.

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