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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Dezember 2017

Mexikanischer Journalist getötet

Es ist bereits der zehnte Journalist, der 2017 in Mexiko getötet wurde

Im mexikanischen Golfstaat Veracruz ist ein Journalist getötet worden. Unbekannte Täter hätten den 34-Jährigen erschossen, als er am Morgen eine Weihnachtsfeier an der Grundschule seines Kindes besuchte, erklärte der Koordinator für Staatssicherheit. Zum Zeitpunkt der Bluttat waren Dutzende Eltern und Kinder in der Schule. Der Journalist hatte für eine Reihe örtlicher Medien über Verbrechen berichtet und die Online-Nachrichtenseite "La Voz del Sur" gegründet. Er arbeitete außerdem für die örtliche Regierung. Erst im August war in der Gegend ein weiterer Reporter getötet worden.

Karola Wille befremdet über Staatsfunk-Debatte

Scheidende ARD-Vorsitzende kritisiert Springer-Chef Döpfner

Die scheidende ARD-Vorsitzende Karola Wille ist nach eigenen Worten "befremdet" über die von Springer-Chef Mathias Döpfner ausgelöste Staatsfunk-Debatte. Sie habe den Staatsfunk in der DDR selbst kennengelernt, sagte Wille der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Staatsfunk stehe für einen Mechanismus, "der dafür Sorge trägt, dass man aus den Medien nur das erhält, was mit einer Staats- oder Parteilinie konform ist, alles andere wird ausgeblendet", so Wille. "Es bedeutet, dass man nicht erfahren hat, was in Tschernobyl tatsächlich passiert ist." Wille weiter: "Das dem öffentlich- rechtlichen Rundfunk vorzuwerfen, für den ich mich so engagiere, weil er etwas Besonderes ist und weil ich das andere nie wieder haben möchte - das befremdet mich." Döpfners hatte eine "gebührenfinanzierte digitale Staats-Presse" kritisiert, die Verlagen im Internet das Leben schwer mache. Wille ist seit 2011 MDR-Intendantin und übergibt den ARD-Vorsitz Ende des Jahres turnusgemäß an Ulrich Wilhelm vom BR.

Deutscher Kulturförderpreis für HypoVereinsbank

Auszeichnug in der Elbphilharmonie verliehen

Die HypoVereinsbank ist für ihr Projekt "Jugend kulturell" mit dem Kulturförderpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden. Seit 1981 unterstütze die HypoVereinsbank junge Künstler aus den Feldern Musik und Darstellende Kunst und begleite sie langfristig auf dem Weg in die Professionalität, lobte die Jury. Die HypoVereinsbank erhielt die Auszeichnung am Abend im Kleinen Saal der Hamburger Elbphilharmonie in der Kategorie große Unternehmen. Als mittleres Unternehmen wurde die Kratzer Automation AG in Unterschleißheim (Bayern) geehrt, die jährlich einen Kunstpreis für geistig behinderte Künstler vergibt. Den Preis in der Kategorie kleine Unternehmen erhielt die Tübinger Buch- und Kunsthandlung "Wekenmann - Bücher, Licht & mehr" (Baden-Württemberg) für die Förderung junger Literaten. Der Kulturförderpreis wird vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI zusammen mit dem "Handelsblatt" vergeben.

Ehrendoktorwürde für Anselm Kiefer

Universität Freiburg ehrt den Künstler

Anselm Kiefer (72), einer der populärsten deutschen Künstler der Gegenwart, hat die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg erhalten. Kiefers Werke hätten notwendige gesellschaftliche Debatten angestoßen, sagte der Rektor der Universität. Der Dekan der Philosophischen Fakultät betonte, Kiefer werde als herausragender Künstler und Intellektueller geehrt. Kiefer ist für seine großformatigen Gemälde und Skulpturen bekannt, die sich mit der deutschen Geschichte und Mythologie befassen. Er studierte Jura- und Romanistik in Freiburg. Kiefer lebt seit den 90er Jahren in Frankreich und lehrt am College de France in Paris. 2008 bekam er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Meryl Streep wusste nichts von Übergriffen Weinsteins

Die Schauspielerin verteidigt sich gegen Kritik von Rose McGowan

"Ich wusste nichts davon." Mit diesen Worten wehrt sich Meryl Streep gegen den Vorwurf der Heuchelei. Die Oscarpreisträgerin schrieb zudem, es verletze sie, dass ihre Kollegin Rose McGowan annehme, sie habe vom Verhalten des Filmproduzenten Harvey Weinstein gewusst. "Ich wusste nicht wo er wohnt und er war auch nie in meinem Zuhause. Ich wurde nie zu ihm in ein Hotelzimmer eingeladen. Er war für mich lediglich ein Filmproduzent, mit dem ich gelegentlich gearbeitet habe", so Streep weiter. Anlass für McGowans Kritik ist der geplante Protest zahlreicher Schauspielerinnen zur Verleihung der Golden Globes. Am Abend des 7. Januar wollen sie ausschließlich Schwarz tragen wollen und schweigend gegen sexuellen Missbrauch zu protestieren.

Manuskript von de Sade "Nationaler Schatz" Frankreichs

Eine Versteigerung musste deshalb abgesagt werden

Originale Dokumente der "120 Tage von Sodom" aus der Hand des Marquis de Sade: Es darf nicht ins Ausland verkauft werden. Eine entsprechende Anweisung gab die französische Regierung dem Auktionshaus Aguttes in Paris. Das Kulturministerium, heißt es, habe die Mehrzahl des Manuskripts aus dem Jahr 1785 als "seltenen Schatz" klassifiziert und angekündigt, es selbst zu erwerben. Dieselbe Einstufung soll das "Surrealistische Manifest" bekommen, das André Breton 1924 niederschrieb.

Kartellamt Facebooks Datensammlung für mißbräuchlich

Das gab die Behörde in Bonn bekannt

Das Onlinenetzwerk Facebook sammle Daten aus Drittquellen "missbräuchlich". Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, es sei schon "problematisch", auch wenn man einen 'Gefällt Mir-Button' gar nicht nutzt, aber eine entsprechende Seite aufgerufen hat, in die ein solcher Button eingebettet ist". Die Behörde geht zudem davon aus, dass Facebook auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke marktbeherrschend ist. An dem sozialen Netzwerk teilzunehmen setze eine Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen zwingend voraus. Der Nutzer werde dabei vor die Wahl gestellt, entweder das "Gesamtpaket" zu akzeptieren oder auf die Nutzung des Dienstes zu verzichten, erklärte das Kartellamt. Facebook erklärte hingegen, die vorläufige Einschätzung des Kartellamtes sei "ungenau". Die Nutzer hätten "viele Wahlmöglichkeiten, zu teilen, entdecken und kommunizieren, und Facebook ist nur eine dieser Optionen." Zugleich kündigte das Unternehmen an, mit der Wettbewerbsbehörde zusammenzuarbeiten und alle Fragen beantworten zu wollen. Die Bonner Behörde geht seit 2006 dem Verdacht nach, dass Facebook seine womöglich marktbeherrschende Stellung missbrauchen könnte.

Die 'Mutter' der Abrafaxe ist gestorben

Lona Rietschel zeichnete die Comic-Figuren seit Mitte der 70er Jahre

1960 fing sie beim Mosaik-Verlag an und half 1975 mit Pinsel und Tusche Abrax, Brabax und Califax auf die Welt. Heute ist Lona Rietschel im Alter von 84 Jahren gestorben. Im Jahr 2000 beendete Rietschel ihre reguläre Arbeit an den Heften, zeichnete nach Auskunft des Verlags aber immer wieder Titelbilder für Sammelausgaben, bei denen sie Abrax als Draufgänger, Barabax als kluges Wesen und die Gemütlichkeit von Califax zeichnerisch umsetzte. In der DDR waren die Comics Bückware, wurden aber auch millionenfach verkauft. Bis heute erscheinen die Hefte monatlich.

Schock über Selbstmord des Popsängers Jonghyun

Der Südkoreaner wurde 27 Jahre alt

Die Meldung, dass der Sänger der Band SHINee sich das Leben genommen hat, hat in Asien viel Bestürzung ausgelöst. Fans belagern das Krankenhaus in Seoul, wo der Tod des 27-jährigen festgestellt worden war. Jonghyun hatte vor der Tat einer Freundin geschrieben, die Depression habe ihn innerlich zerstört. Mit seiner Band SHINee hatte Kim seit 2008 den K-Pop bestimmt - und es mit dem fünften Album in die US Billbord Charts geschafft. Die Beisetzung von Jonghyun soll am Donnerstag stattfinden.

Anwärter auf den Deutschen Fernsehpreis

Die Liste gab die 14-köpfige Jury in Köln bekannt

Spitzenreiter bei den Nominierungen ist die erste Serien-Kooperation zwischen der ARD und einem Privatsender: "Babylon Berlin" hat acht Chancen auf den Deutschen Fernsehpreis 2017. In immerhin sechs Kategorien versucht "4 Blocks" (TNT Serie) zu punkten, in fünf "Das Verschwinden" (ARD) und in vier "Der gleiche Himmel" (ZDF). "2017 war ein enorm starkes Fernsehjahr, was sich insbesondere an den herausragenden Produktionen in den Kategorien Fernsehfilm und Mehrteiler und vor allem bei den Serien festmachen lässt», sagte der Jury-Vorsitzende Lutz Carstens. Auf den Preis als "Beste Schauspielerin" können Liv Lisa Fries, Julia Jentsch, Anna Schudt, Nadja Uhl und Felicitas Woll hoffen. Bei den Männern sind es: Maximilian Brückner, Edin Hasanovic, Peter Kurth, Kida Khodr Ramadan und Tom Schilling. Der Deutsche Fernsehpreis wird am 26. Januar in Köln verliehen

Bundesregierung zur Restitution von afrikanischen Artefakten aufgefordert

Offener Brief an Angela Merkel

100 Jahre nach dem Ende des deutschen Kolonialismus in Afrika müssten Kulturgüter und Gebeine endlich restituiert werden. Das fordert der Verein "Berlin Postkolonial". Die Bundesregierung dürfe dazu nicht länger schweigen, sondern sich zur Initiative des französischen Präsidenten Macron positionieren. Der hatte im November eine zeitweise oder dauerhafte Rückgabe algerischer Kulturgüter angekündigt. Den Angaben der Initiative zufolge, gibt es nirgendwo mehr Museen mit afrikanischen Artefakten und Gebeinen als in Deutschland.

Berlin hat die meisten Museumsbesucher

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit

Pro Einwohner Berlins kamen im Jahr 2015 4,6 Museumsbesucher. Mit diesem Wert liegt die Hauptstadt unter den Bundesländern auf Platz 1. Es folgen der Stadtstaat Bremen (2,5 Besuche) und Sachsen (2,1 Besuche). Am Ende der Skala stehen neben dem Saarland (0,6 Besuche) die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen mit jeweils 0,9 Besuchen. Insgesamt zählten die Museen im Jahr 2015 114 Millionen Besuche in den bundesweit 6.710 Häusern.

Juliane Rebentisch erhält Hamburger Lessing-Preis

Die Philosophin lehrt in Offenbach

Für ihre Arbeiten zu Ästhetik und Kunst, Gesellschaft und Politik wird Juliane Rebentisch ausgezeichnet. Das teilte die Kulturbehörde Hamburgs mit. Der 1929 vom Senat gestiftete Lessing-Preis ist damit einer der ältesten Kulturpreise in Deutschland. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Hans Henny Jahnn, Hannah Arendt, Peter Weiss, Walter Jens, Max Horkheimer, Jean Améry und Alexander Kluge. Das Stipendium des Lessing-Preises bekommt die Schriftstellerin und Theaterautorin Nino Haratischwili. Die Auszeichnungen werden am 28. Januar im Thalia Theater überreicht.

Schauspieler Franz Rogowski europäischer Shooting Star

Der 31-jährige erhält die Auszeichnung auf der Berlinale

Aktuell ist er in "Fikkefuchs" zu sehen. Aber Franz Rogowski spielt auch in Michael Haneskes "Happy End" und Sebastian Schippers "Victoria". Nun wird der Schauspieler im Februar ausgezeichnet, einer der zehn besten Nachwuchsdarsteller Europas zu sein. Das teilte die European Film Promotion und German Films mit und nannte zudem: Alba August (Schweden), Michaela Coel (Großbritannien), Matilda de Angelis (Italien), Eili Harboe (Norwegen), Irakli Kvirikadze (Georgien), Matteo Simoni (Belgien), Jonas Smulders (Niederlande) und Reka Tenki (Ungarn) und Luna Wedler (Schweiz).

Hartmut Rosa erhält Fromm-Preis

Der Soziologe erhält die Auszeichnung am 21. Februar in Stuttgart

Weil er die "Schattenseiten der beschleunigten modernen Gesellschaft" erforscht und analysiert, erhält Hartmut Rosa den Erich-Fromm-Preis 2018. Das teilte die Erich-Fromm-Gesellschaft in Tübingen mit. Der an der Universität Jena lehrende Soziologe frage, wie gutes Leben gelinge und welche Wege es aus einer "kranken Gesellschaft" gebe. Damit stehe er in der Tradition des Sozialpsychologen Erich Fromm (1900 bis 1980). Zu den Preisträgern der seit 1995 vergebenen Auszeichnung gehören John Neumeier, Anne-Sophie Mutter, Konstantin Wecker und Hans Leyendecker. Sie wurden für ihr Engagement geehrt, Hervorragendes für den Erhalt bzw. die Wiedergewinnung humanistischen Denkens und Handelns im Sinne Fromms geleistet zu haben.

Neuzugänge in der Walhalla

Das bayerische Kabinett stimmte der Aufstellung zweier weiterer Büsten zu.

Die Dichterin Käthe Kollwitz (1867-1945) und der Physiker Max Planck (1858-1947) werden2018 bzw. 2019 eine Ehrung in der Walhalla erhalten, die der bayerische König Ludwig I. vor 175 errichten ließ. Beide hätten auf ihren Gebieten Herausragendes geleistet, begründete Kultusminister Ludwig Spaenle die Entscheidung für die Vorschläge der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Kollwitz eröffne mit ihrem berührenden Werk in einzigartiger Weise die Perspektive von Frauen auf Kriegserfahrungen. Planck habe als Begründer der Quantentheorie den Übergang von der klassischen zur modernen Physik eingeleitet. Die "Totenhalle" in Donaustauf bei Regensburg wurde nach dem Vorbild eines griechischen Tempels errichtet. Derzeit befinden sich 130 Büsten und 64 Gedenktafeln in der Walhalla, die jährlich von rund 130.000 Besuchern besichtigt wird.

Künstler bleiben nach Aktion für Liu Xiaobo in China verschwunden

Von Hu Jiamin und seiner Frau Marine Brossard fehlt jede Spur

In der Stadt Shenzhen war ein leerer blauer Stuhl zu sehen, flankiert von roten Gitterstäben: Damit sollte an Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erinnert werden, der im Sommer gestorben ist. Erst wurde die Installation von den chinesischen Behörden mit einer Plane abgedeckt, dann verschwanden die beiden Künstler. Bis heute sind sie nicht wieder aufgetaucht. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums hatte gestern erklärt, nicht über den Verbleib des Paares zu wissen. Hu Jiamin hatte der "South China Morning Post" vor seinem Verschwinden gesagt: "Ich bin weder eine radikale Person, noch ein Aktivist. Ich habe den Stuhl gemalt, um mein ehrendes Gedenken und meine Trauer über Liu Xiaobo auszudrücken, aber es ist kein Manifest für die Öffentlichkeit".

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Fazit

Künstler gegen Kubas KulturpolitikSchrei nach Kunstfreiheit
Berühmt für ihre bunte Kunst-Vielfalt: Die calle Hamel im Künstlerviertel von Havanna. (imago stock&people)

In Kuba regiert seit dem Frühjahr mit Miguel Díaz-Canel ein Präsident, der nicht zum Castro-Clan gehört. Viele Kubaner hatten sich davon mehr Freiheit versprochen. Doch vor allem für die Kulturszene gilt das Gegenteil: mehr Normen, Repressalien und Strafen.Mehr

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