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Interview | Beitrag vom 27.01.2021

Post-Covid-LeidenGenesen und doch nicht gesund

Stefanie Joos im Gespräch mit Nicole Dittmer

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In einem Raum machen mehrere Menschen eine Kniebeuge. Vor ihnen steht eine Krankenschwester mit einem Mundnasenschutz. (Picture Alliance / dpa / TASS / Kirill Kukhmar)
Kampf gegen die Covid-19-Folgen: Im russischen Novosibirsk trainieren ehemalige Corona-Patienten. (Picture Alliance / dpa / TASS / Kirill Kukhmar)

Die Folgen einer Covid-19-Erkrankung können Atemnot, Müdigkeit und kognitive Einschränkungen sein. Dies betrifft nicht nur Menschen mit einem schweren Verlauf, wie die Medizinerin Stefanie Joos berichtet.

Vor genau einem Jahr ist in Bayern der erste Corona-Fall in Deutschland bestätigt worden. Was seitdem passierte, hätte sich kaum jemand träumen lassen: ein Alltag mit Masken und einem Minimum an Sozialkontakten, die Pandemie, die überall zu lauern scheint, auch wenn sie für viele nur eine diffuse Bedrohung ist.

Folgeschäden auch bei jüngeren Patienten

Andere aber haben die Krankheit durchlebt und sind, obwohl offiziell genesen, nicht mehr die Alten, wie auch Stefanie Joos aus ihrer Arbeit zu berichten weiß. Joos ist Professorin und Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung an der Universitätsklinik Tübingen und arbeitet selbst in einer Hausarztpraxis.

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Wochen und auch Monate nach einer Erkrankung klagten Patienten noch über Atemnot. Außerdem berichteten Patienten von starker Müdigkeit, so genannter Fatigue, Kopfschmerzen sowie Husten und Geschmacksverlust. Beobachtet werden zudem kognitive Einschränkungen – bis hin zu depressiven Verstimmungen, so Joos. Dies betreffe auch jüngere Patienten, die nicht unbedingt schwere Verläufe gehabt hätten.

Nur langsam das Sportpensum steigern

In solchen Fällen sei leichte Bewegung zu empfehlen, zudem sei es ratsam, eine Struktur in den Alltag zu bekommen. "Und dann ganz wenig steigern", betont Joos. Gegen die Erkrankung anzutrainieren, sei keine gute Idee. Denn bei einem Teil der Patienten seien Veränderungen in der Lunge zu erkennen. "Da sollte man sich auf keinen Fall überfordern."

Wichtig seien weitere Studien, sagt Joos: "Gerade was Post-Covid angeht, stehen wir noch am Anfang."

(rzr)

Ein Jahr Corona in Deutschland – welche Lehren daraus gezogen werden können, darüber haben wir mit Reinhard Busse gesprochen, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Technischen Universität Berlin.
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