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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 04.01.2014

Populäre WissenschaftMit 007 und Star Trek im Hörsaal

Gast: Metin Tolan, Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund

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"Geschüttelt, nicht gerührt": James Bond (Pierce Brosnan) trinkt im neuen Kinofilm "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag" einen Martini (picture alliance / dpa / dpa-Film Fox)
Warum trinkt Bond seinen Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt? Anhand solcher Fragen erklärt Professor Metin Tolan Physik. (picture alliance / dpa / dpa-Film Fox)

Physik ist eines der unbeliebtesten Schulfächer. Das wäre anders, wenn mehr ihr Fach so vermitteln würden wie Metin Tolan. Der Professor erklärt Physik mithilfe der Tricks und Effekte aus "James Bond" oder "Star Trek".

"James Bond mag halt jeder und die Physik nicht so. Wenn die Physik ein bisschen von dem Glanz von James Bond abkriegen kann, dann ist das ja nur gewollt“, sagt der passionierte Bond-Fan und "Trekkie" Metin Tolan. Der Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund ist einer der bekanntesten und ungewöhnlichsten Physik-Professoren Deutschlands.

Kann man wirklich mit einem Raketenrucksack durch die Luft fliegen, wie Sean Connery in "Feuerball“? Ist es möglich, dass ein Mensch à la Bond im Sturzflug ein Flugzeug überholen kann, wie Pierce Brosnan in "Golden Eye“? Warum trinkt Bond seinen Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt? Was hat es mit dem "Warp-Antrieb“ bei Star Trek auf sich?

Tolan hat die "Lizenz zum Erklären“ und macht das auf unterhaltsame, informative und charmante Weise – in Vorlesungen, öffentlichen Vorträgen, wie der Reihe "Zwischen Brötchen und Borussia“, und in seinen populärwissenschaftlichen Büchern. Der Fan des VFB Stuttgart erforscht auch die physikalischen Gegebenheiten beim Fußballspielen, unter anderem der "Bananenflanke“. Seinen Berechnungen zufolge wird die deutsche Nationalmannschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 20,33 Prozent WM-Weltmeister 2014. 

In seiner "seriösen“ Arbeit widmet sich der Physiker an der TU Dortmund hauptsächlich der Materialforschung mithilfe hochdosierter Röntgenstrahlung, der "Synchrotronstrahlung“. Damit untersucht er unter anderem Biomoleküle, zum Beispiel Eiweiße. "Viele unserer Krankheiten hängen damit zusammen, dass sich Proteine in ihren Zusammensetzungen verändern, zum Beispiel bei BSE oder Alzheimer. Deswegen wollen wir untersuchen: Unter welchen Bedingungen sind Proteine stabil, wie reagieren sie auf Druck, was lässt sie instabil werden? Es muss im Körper irgendetwas geben, was dieses Missverhältnis der Proteine auslöst.“

Metin Tolan ist am Samstag von 9:05 bis 11 Uhr zu Gast bei Gisela Steinhauer.

Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254  2254 oder per E-Mail: gespraech@deutschlandradiokultur.de.
Informationen im Internet über Prof. Dr. Metin Tolan finden Sie hier.

Literaturhinweise:
Metin Tolan / Joachim Stolze: Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Physik. Piper Taschenbuch 2010
Metin Tolan: Manchmal gewinnt der Bessere: Die Physik des Fußballspiels. Piper Taschenbuch  2011
Metin Tolan: Titanic: mit Physik in den Untergang. Piper Taschenbuch 2011

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