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Tonart | Beitrag vom 14.12.2018

Pop-AlbenDas hätte man gehört haben sollen 2018

Von Carsten Rochow

Sängerin und Mitglied der französischen Rockband Agar Agar Clara Cappagli steht im Juli 2017 mit einer futuristischen Sonnenbrille auf einer Bühne.  (AFP / Xavier Leoty)
Das neue Album von Agar Agar gehört für uns zu den Empfehlungen aus diesem Jahr. (AFP / Xavier Leoty)

Geschichten aus der Sicht von Hunden: Die erzählt das französische Pop-Duo Agar Agar auf ihrem Album "The Dog And The Future" - schräg und mitreißend. Eines der Alben, die zur lohnenswerten Hörkost des Jahres 2018 zählen.

Haley Heynderickx - I need To Start A Garden

Es ist ja nicht so, dass Haley Heynderickx im März völlig unbeachtet ein ziemlich hübsches Indie-Folk-Album rausgebracht hat. Immerhin war die Portländerin Anfang des Monats bei uns auf Tour um "I Need To Start Garden", ihr Debütalbum, live vorzustellen. Nur bis dahin hatte ich die zierliche junge Dame mit dem freundlichen Gesicht und der zerbrechlichen Stimme nicht auf dem Schirm.

Doch irgendwann mussten ja diese gefühlvollen Songs und ihr handwerkliches Geschick bis zu mir durchdringen. In "Oom Sha La La" vergleicht Haley Heynderickx ihre Befindlichkeit mit dem schlecht gewordenen Inhalt ihres Kühlschranks und muss dabei ganz unwillkürlich schmunzeln. Eignet sich hervorragend zur Vorbeugung der Winterdepression.

Field Music - Open Here

Es ist Album Nummer 7. Es ist ausgeklügelt wie immer. Und spätestens nach zwei Takten erkennt man auch die Band: Field Music.

Trotzdem, so zumindest mein Gefühl, fristen die Gebrüder Brewis aus Nordostengland ein Dasein als ewiger Geheimtipp. Ihr elaborierter Art Rock erinnert an die frühen Yes, aber auch an die Beatles in ihrer experimentellen Phase. Auf der aktuellen Platte Open Here kommen ungewöhnlich viele Streicher zum Einsatz. Aber wer so unfassbar kreativ wie Field Music ist, braucht einfach mehr Spielzeug.

Agar Agar - The Lost Dog And The Future

Beim französischen Elektropop-Duo Agar Agar sind Synthesizer das Spielzeug der Wahl.

Frech, hypnotisch, schräg, eingängig, mitreißend: Es gibt viele Gründe, sich für das Album "The Dog And The Future" zu begeistern. Dream-Pop bekommt einen Krautrock-Anstrich verpasst. In den Texten erzählen die beiden Kunststudenten Geschichten aus der Sicht von Hunden. Der Bandname Agar Agar geht übrigens auf Japanischen Fischleim oder Algengelantine zurück. Nichts bleibt besser im Gedächtnis haften als dieses Kunstwerk.

Ari Roar - Calm Down

Caleb Campbell heißt der junge Amerikaner, der unter dem Namen Ari Roar wunderbare Songs zwischen 60s-Psychedelic und Lofi-Pop schreibt. Sein Debütalbums "Calm Down" klingt erfrischend ungekünstelt und frei. Denn nur die wirklich freien Geister singen übers Schlossknacken oder über die Strumpfschublade. Und für jeden der 15 Songs nimmt Ari Roar im Schnitt kaum mehr als zwei Minuten unserer kostbaren Zeit in Anspruch. Ich hab keine Ahnung vom Börsengeschäft, aber investieren Sie ruhig etwas Zeit in Ari Roar.

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