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Kulturnachrichten

Samstag, 27. Dezember 2014

Polnischer Dichter und Dissident Baranczak ist tot

Stanislaw Baranzcak starb im Alter von 68 Jahren in den USA

Baranczak hatte an Parkinson gelitten, wie die polnische Zeitung "Gazeta Wyborca" berichtete. In seinen in den 1960er und 70er Jahren geschriebenen Gedichten zog Baranczak die Absurditäten des kommunistischen Systems ins Lächerliche. Er war 1977 Mitgründer des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR), das als Antwort auf eine brutale Niederschlagung von Arbeiterprotesten gebildet wurde. Deswegen wurde er von der Universität in seiner Heimatstadt Posen entlassen. 1981 nahm er eine Dozentenstelle an der Harvard-Universität in den USA an. Die Stelle war auf drei Jahre befristet. Angesichts des Vorgehens der Kommunisten gegen die Solidarnosc-Bewegung blieb Baranczak in den USA. 1997 musste er wegen der Parkinson-Erkrankungen seine Dozentenstelle in Harvard aufgeben. Er wohnte in Newtonville

Nordkorea beschimpft Obama in Hacker-Affäre um Sony Pictures

Der Streit um den Cyber-Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures eskaliert

Mit Drohungen und rassistischen Verbalangriffen gegen US-Präsident Barack Obama hat Nordkorea auf den Kinostart der Satire "The Interview" reagiert. In dem Film geht es um den fiktiven Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die Nationale Verteidigungskommission Nordkoreas warf Obama vor, die Aufführung des Films von Sony Pictures durchgesetzt zu haben. Obama würde sich "in Worten und Taten immer rücksichtslos wie ein Affe in einem Tropenwald" verhalten, zitierten die Staatsmedien das wichtigste Entscheidungsgremium des kommunistischen Regimes. Zudem machte die Kommission die USA für die Störungen der Internetverbindungen der vergangenen Tage in Nordkorea verantwortlich. Mitten in dem Streit mit den USA um Hackerangriffe auf das Sony-Filmstudio in Hollywood fiel in Nordkorea das Internet zeitweise komplett aus. Nordkorea wies erneut Vorwürfe der USA zurück, hinter der Cyber-Attacke zu stecken, die zuletzt gegen Sony Pictures stattgefunden hatten. Die Kommission drohte den USA: Sollten diese trotz Warnungen weiter "an ihrer arroganten und verbrecherischen willkürlichen Praxis festhalten", werde Nordkorea der "gescheiterten Politik mit unentrinnbaren tödlichen Schlägen antworten". Trotz Terrordrohungen war "The Interview" am Donnerstag in den USA angelaufen. Die Nordkorea-Satire spielte nach US-Medienberichten am ersten Tag fast eine Million Dollar (821 000 Euro) ein. Die Summe ist beachtlich, da landesweit nur rund 300 unabhängige Kinos den Streifen zeigten. Sony hatte nach den Terrordrohungen die Aufführung zunächst abgesagt.

Frühere Eröffnung der Elbphilharmonie möglich

Die Hamburger Elbphilharmonie könnte wenige Monate früher eröffnet werden als geplant

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" wird jetzt der 12. Januar 2017 als nächster Eröffnungstermin anvisiert. Bisher gilt das Frühjahr 2017 als offizieller Eröffnungstermin. Wir können noch keinen Termin bestätigen, heißt es von der Kulturbehörde. Aber der Bau mache so große Fortschritte, dass es sehr gut aussehe mit einem früheren Eröffnungstermin. Das Gebäude soll laut Kulturbehörde Ende Oktober 2016 an die Stadt übergeben werden, dann beginnt die aufwendige Einspielphase. Lange hatte an der Elbphilharmonie Stillstand geherrscht. Erst nachdem sich die Stadt und der Baukonzern Hochtief Anfang 2013 nach langem Streit auf den Weiterbau geeinigt hatten, ging es auf der Kulturbaustelle wieder voran. Die Kosten für das Konzerthaus stiegen von ursprünglich 77 Millionen auf 789 Millionen Euro, die offizielle Eröffnung wurde von 2010 auf 2017 verschoben.

Jazz-Klarinettist Buddy DeFranco ist tot

Er starb am Mittwoch im Alter von 91 Jahren

Das teilte seine Familie jetzt mit. Er starb in einer Klinik in Panama City in Florida. DeFrancos Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert, sagte seine Frau. DeFranco begann seine Karriere bereits als Teenager in Philadelphia und stand 75 Jahre auf der Bühne. Er spielte mit Stars wie Frank Sinatra, Billie Holiday, Ella Fitzgerald und Tony Bennett. Acht Jahre lang - von 1966 bis 1974 leitete der das Glenn Miller Orchestra. 16 Mal erhielt DeFranco den Playboy All-Star Preis als bester Jazz-Klarinettist der Welt.

Weitere Madonna-Songs illegal veröffentlicht

Zahlreiche Songs von Madonnas neuem Album "Rebel Heart" sind illegal im Netz aufgetaucht

Erneut sind im Internet Demoversionen von möglichen Liedern des neuen Albums von Madonna aufgetaucht. Es soll sich um 14 Songs von ihrem neuen Album handeln, die illegal heruntergeladen werden könnten, berichtete das US-Branchenmagazin "Billboard". Darunter sei auch eine Zusammenarbeit mit Pharrell Williams ("Happy"). Das Album der "Queen of Pop" sollte eigentlich am 10. März 2015 erscheinen. Bereits vergangene Woche waren 13 Lieder durchgesickert. Madonna beschwerte sich auf ihren Kanälen in sozialen Netzwerken. Es handele sich um "künstlerische Vergewaltigung", "eine Form von Terrorismus", schrieb sie bei Instagram zunächst, löschte die Kommentare jedoch. Der Diebstahl ihrer künstlerischen Arbeit sei vernichtend, sagte Madonna der britischen Zeitung "The Guardian". Als Reaktion auf die illegal durchgesickerten Demos veröffentlichte Madonna vorzeitig sechs ihrer neuen Lieder als kostenpflichtige Downloads bei iTunes. Die Songs stürmten in 36 Ländern auf Anhieb die Spitzen der iTunes-Charts.

Pückler-Parks in der Lausitz feiern Jubiläum

Gleich zwei Pückler-Jubiläen werden im nächsten Jahr gefeiert

Der Branitzer Park in Cottbus feiert mit Parkfesten, daß sich zum 170. Mal der Beginn der Arbeiten am Branitzer Park jährt. Branitz war der Alterssitz des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, der dort auch beigesetzt wurde. Passend zu seinem Image als Tausendsassa wählte der Fürst einen spektakulären Ort für sein Grab: eine Erdpyramide mitten im See. Diese wurde restauriert und soll Ende August 2015 der Öffentlichkeit wieder offiziell übergeben werden. Die Stifrung Fürst-Pückler-Park im sächsischen Bad Muskau feiert den 200. Jahrestag mit mehreren Events. Beide Parks ließ Pückler so anlegen, dass sie naturbelassen aussehen. Riesige Bäume, weitläufige Wiesen und verschlungene Wege prägen das Landschaftsbild. Inspiration holte er sich von seinen Reisen, die ihn unter anderem nach England und Ägypten führten.

Mehr Besucher in Erinnerungsstätte in Marienfelde

In die Berliner Gedenkstätte für DDR-Flüchtlinge kamen in diesem Jahr deutlich mehr Besucher als 2013

Bislang wurden annähernd 15 000 Interessierte im früheren Notaufnahmelager in Marienfelde gezählt, teilte die Gedenkstätten-Leitung mit. Im Vorjahr waren es knapp 11 200 Besucher. Seit vier Monaten wird eine umfassende Schau "Risiko Freiheit" zur Fluchthilfe für DDR-Bürger gezeigt. Auch Workshops für Schulklassen mit einem früheren Fluchthelfer seien auf Interesse gestoßen. Die Schau soll bis Ende Juni zu sehen sein. Beleuchtet wird die Zeit zwischen dem Bau der Mauer 1961 bis zu den Massenfluchten von DDR-Bürgern im Herbst 1989. Zu sehen sind gefälschte Pässe, Zeichnungen für den Tunnelbau und Stasi-Berichte über Spitzel, die Fluchtpläne verrieten.

In Mons ist ein riesiges Kunstwerk zusammengebrochen

Der Einsturz eines riesigen Freiluft-Kunstwerkes versetzte der künftigen Europäischen Kulturhauptstadt einen Schock

Die mitten in der belgischen Stadt errichtete Installation "The Passenger" des Künstlers Arne Quinze gab an Heiligabend plötzlich an einer zentralen Stelle nach und Teile stürzten zu Boden.
Weil die aus Tausenden Holzlatten bestehende Konstruktion wie ein gigantisches Astwerk einen ganzen Straßenzug überspannte, wurde es als großes Glück angesehen, dass niemand verletzt wurde. Der belgische Künstler ging nach ersten Untersuchungen von einem Materialfehler an einem der Stützbalken aus. Er kündigte einen raschen Wiederaufbau der Installation an. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Kunstwerkes sollen allerdings unabhängige Gutachter fällen. Sollte aus Sicherheitsgründen doch ein Abriss angeordnet werden, wäre dies auch ein harter Schlag für Mons. Die Installation hat rund 400 000 Euro gekostet. Die 85 Meter lange und 16 Meter hohe Arbeit gilt als eine der Hauptattraktionen der europäischen Kulturhauptstadt 2015.

Praktikant entdeckt ein Stück Musikgeschichte

Er entdeckte in der British Library in London wohl das älteste dokumentierte mehrstimmige Stück der Musikgeschichte

"Als ich das Manuskript sah, habe ich gleich bemerkt, daß ich etwas sehr Wichtiges in den Händen hielt", sagt Giovanni Varelli. Der Doktorand der Musikwissenschaft am St. John's College der Universität in Cambridge machte ein Praktikum in der British Library als er auf das Dokument aufmerksam wurde, dem niemand zuvor Beachtung geschenkt hatte. "Ich bin spezialisiert in Paläographie", sagt Giovanni Varelli. Das ist die Wissenschaft für Handschriftkunde. "Meine Aufgabe war es, musikalische Notenschriften in den Manuskripten vor der Katalogisierung zu beschreiben, zu datieren und wenn möglich die Herkunft zu bestimmen." Genau bei dieser Arbeit fiel ihm die Notation eines Organum auf den Heiligen Bonifatius auf. Organum ist der mittelalterlich-lateinische Name für Stücke, die mehr als eine Stimme haben. Lange Zeit war Musik einstimmig. In Kirchen und Klöstern wurde einstimmig gesungen. Erst später kam man auf die Idee, unter die Hauptstimme eine zweite Stimme zu legen. Wie es um die Forschung rund um das Stück weitergeht, ist offen.

Altenbourgs Wohnhaus soll als Gesamtkunstwerk für Besucher öffnen

Das Wohnhaus des Malers und Grafikers Gerhard Altenbourg im thüringischen Altenburg soll künftig als Gesamtkunstwerk Besuchern offen stehen

Es gehört zum umfangreichen Nachlass des Künstlers, den eine nach ihm benannte Stiftung in den kommenden Jahren aufarbeiten will. Die Arbeit stehe noch ganz am Anfang, heißt es vom zustündigen Stiftungsrat. Museum und Wohnhaus sollen zu einem Zentrum der Ausstellung und Forschung zu Altenbourgs Schaffen gemacht werden. Das Haus werde aber erst in fünf bis zehn Jahren als authentischer Ort für Besucher zugänglich sein. Altenbourg war einer der bekanntesten oppositionellen bildenden Künstler der DDR. Er starb vor 25 Jahren - am 30. Dezember 1989 - im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines Autounfalls.

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