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Lesart / Archiv | Beitrag vom 19.07.2017

Polnische Debatte über FlüchtlingeWie reagiert die Literaturszene?

Stanislaw Strasburger im Gespräch mit Frank Meyer

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Polnische Rechte demonstrieren gegen Flüchtlinge im Mai 2016 im polnischen Slubice, der Nachbarstadt von Frankfurt (Oder) in Brandenburg. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Polnische Rechte demonstrieren gegen Flüchtlinge (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

In Polen werde derzeit in "der Sprache der Angst" über Flüchtlinge debattiert, sagt der Schriftsteller Stanislaw Strasburger. Er ermahnt seine Zunft: "Die Schriftsteller hätten die Aufgabe, die Sprache der Politik an die Alltagserfahrung anzupassen."

Die Angst vor den globalen Problemen sei das Typische in der polnischen Debatte, sagt Schriftsteller Stanislaw Strasburger im Interview mit Deutschlandfunk Kultur. In der Debatte schwinge immer "ein Weltuntergansszenario, ein Fatalismus" mit, so der Schriftsteller. Die Flüchtlinge werden nicht als Menschen gedacht, sondern als ein Politikum, das sei ein Kennzeichen der "Sprache der Angst".

"Politik und Medien haben große Verantwortung"

Es gebe aber auch eine andere Positionen in Polen: "Es gibt zwei Diskurse, zum einen den politischen Diskurs, zum Beispiel um Flüchtling als Wort, aber auch den familiären Diskurs der Menschen in Polen, die in ihren Familiengeschichten vielfältige, multikulturelle Geschichten haben, mit ihren Vorfahren", erzählt Strasburger. Es gebe jedoch eine Spannung zwischen den beiden Diskursen.

Die Politik und die Medien haben eine große Verantwortung, sie müssten diese beiden Diskurse zusammenführen. Schriftsteller und Publizisten sieht Strasburger in einer besonderen Verantwortung: "Die Schriftsteller haben die Aufgabe, die Sprache der Politik an die Alltagserfahrung anzupassen."

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