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Rang I | Beitrag vom 26.10.2019

Pollesch inszeniert am Friedrichstadt-PalastSpielraum für mehr Freiheit und Kreativität

Anudari Nyamsuren im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Tänzerin Anudari Nyamsuren beim Training in der Turnhalle (imago images/Jakob Hoff)
Eine Möglichkeit, mehr von ihren kreativen Fähigkeiten zu zeigen: Anudari Nyamsuren. (imago images/Jakob Hoff)

Erstmals in der 100-jährigen Geschichte des Friedrichstadt-Palastes inszenierte ein Schauspiel-Regisseur eine Revue: René Pollesch arbeitete mit Fabian Hinrichs zusammen. Für die Showtänzer eine Möglichkeit, mehr von sich zu zeigen.

Anfangs hielten es manche für einen Scherz: René Pollesch inszeniert mit dem Schauspieler Fabian Hinrichs einen Abend im legendären Berliner Friedrichstadt-Palast - diesem 100-jährigen Ort der Superlative, mit 2000 Zuschauerplätzen und einer einzigartigen Grand Show.

Wie sollte das gehen? Ein Darsteller zwischen 27 Revuetänzern - auf der angeblich größten Theaterbühne der Welt? Es ging - und zwar sehr gut - der Abend unter dem Titel "Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt" hatte vor kurzem Premiere. Für die 29-jährige Showtänzerin Anudari Nyamsuren, ausgebildet an der Staatlichen Ballettschule Berlin und seit acht Jahren am Friedrichstadt-Palast, eine schöne Möglichkeit, mehr von ihren kreativen Fähigkeiten zu zeigen:

"Dadurch, dass wir keine Perücken, keine Masken hatten, konnten wir uns auf der Bühne selbst darstellen, sehr authentisch sein", sagt Nyamsuren. "Wir hatten sehr viele Freiheiten. Das war das Besondere, was wir sonst nicht haben in der Grand Show. In der Grand Show, haben wir mehrere Choreografen, die dann kommen und uns die Schritte zeigen. So hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, uns kreativ einzubringen, das habe ich auch genutzt."

Entspannte Proben

Gereizt an der Zusammenarbeit mit Pollesch und Hinrichs hat Anudari Nyamsuren vor allem die Herausforderung, "nicht zu wissen, wohin dieser Weg führt". Die Arbeits- und Probenatmosphäre sei sehr entspannt gewesen. Das Publikum am Premierenabend sei allerdings weniger das typische Grand-Show-Publikum gewesen.

Nyamsuren: "Es waren viele Zuschauer, die die Stücke von René Pollesch sehr gut kennen. Größtenteils sein Publikum." Woran Sie das gemerkt habe? Am oft verzögerten Applaus: "In der Grand Show haben wir spektakuläre Elemente - da wird auf Anhieb gleich geklatscht bei der Kick-Line - die Leute haben hier etwas später angefangen zu klatschen."

Show und Stadttheater gleichwertig

Nyamsuren, die nach ihrer Ausbildung für ein Jahr am Theater Dortmund getanzt hat, bevor sie vor acht Jahren an den Friedrichstadt-Palast wechselte, sieht keinen Unterschied in der Wertigkeit der Arbeiten an staatlichen Häusern und dem Show-Palast. Die Arbeit am Friedrichstadt-Palast biete ihr eine enorme künstlerische Bandbreite.

"In der Ballettausbildung hast du vorrangig klassisches Ballett, dann Modern Tanz, Jazz, Contemporary - aber hier habe ich erst die Vielschichtigkeit vom Repertoire und den verschiedenen Tanzstilen gelernt - wie zum Beispiel Step und sehr viel Artistik. Die Artistiknummern sind sehr schön und herausfordernd", sagt Nyamsuren.

Das Besondere an der Grand Show für sie: "Jeden Abend vor 2000 Zuschauern auf der Bühne zu stehen", so Nyamsuren. "Das ist einmalig hier in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt. Im normalen Staatstheater probst du viel mehr, als dass du auf der Bühne stehst." Im Friedrichstadt-Palast könne sie besonders viel Bühnenerfahrung sammeln.

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