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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. November 2020

Polizei ermittelt wegen Darwin-Notizbücher

Zwei kostbare Notizbücher des berühmten Forschers Charles Darwin sind nach Angaben der Universitätsbibliothek in Cambridge vor zwanzig Jahren vermutlich gestohlen worden. Direktorin Jessica Gardner sagte britischen Medienberichten zufolge, dass die Polzei nun Ermittlungen aufgenommen habe. Ihre Vorgänger seien nach dem Verschwinden der Manuskripte im Jahr 2000 jahrelang davon ausgegangen, dass die Bücher nach einem Fototermin ins falsche Regal einsortiert worden seien und wieder auftauchen würden. Zu den vermissten Exemplaren gehörten auch Darwins berühmte Aufzeichnungen vom Stammbaum des Lebens aus dem Jahr 1837. Es sei schwierig, den Wert der Notizbücher zu beziffern, hieß es von der Bibilothek - er dürfe jedoch in die Millionen gehen.

Beyonce Favoritin für Grammys 2021

Die Sängerin Beyonce geht im nächsten Jahr als Favoritin in das Rennen um die Grammys, dem wichtigsten US-Musikpreis. Sie wurde insgesamt neunmal nominiert, unter anderem für ihren Song "Black Parade" in den Kategorien "Song" und "Aufnahme des Jahres". Jeweils sechsmal nominiert wurden Dua Lipa, Taylor Swift und der Rapper Roddy Ricch. Lipa und Swift konkurrieren mit weiteren Künstlern wie Post Malone und Coldplay um das "Album des Jahres" mit ihren Platten "Don't Start Now" und "Folklore".

Presserat schlägt Regeln für Medien und Polizei vor

Der Deutsche Presserat hat der Innenministerkonferenz einen Vorschlag über gemeinsame Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien vorgelegt. Es sei höchste Zeit, dass Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen und Großveranstaltungen besser geschützt werden und ungehindert arbeiten können, erklärte Presserats-Sprecher Sascha Borowski in Berlin. Europaweit wurden demnach seit Anfang des Jahres 41 Zusammenstöße registriert, fünf davon in Deutschland. Zugleich kritisierten Polizisten, ihre Arbeit werde medial verzerrt dargestellt. Dazu wolle man sich mit den Innenministern auf neue gemeinsame Regeln für die Polizei- und Pressearbeit einigen. Der Deutsche Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der Presse.

Schadenersatz für abgesagtes Rechtsrockkonzert

Nachdem die Gemeinde Magdala in Thüringen vor zwei Jahren ein Rechtsrock-Konzert verhindert hatte, zahlt sie nun eine hohe Summe als Schadenersatz an den rechtsextremen Konzertveranstalter. Die Kommune habe sich im Rahmen eines Vergleichs verpflichtet, 25 000 Euro an den Konzertveranstalter zu zahlen, sagten Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und ein Sprecher des Landgerichts Erfurt übereinstimmend der Deutschen Presse-Agentur. Die Stadt hatte 2018 einen Feldweg gesperrt und so ein geplantes Rechtsrock-Konzert verhindert. Das Landgericht Erfurt hatte dann 2019 im Zuge eines Zivilverfahrens festgestellt, dass diese Sperrung rechtswidrig war. Daraufhin wollte der Konzertveranstalter nach dpa-Informationen 50 000 Euro Schadenersatz haben. Der Vergleich sichert ihm nun die Hälfte dieser Summe.

Tolkiens späte Mittelerde-Schriften kommen heraus

Bisher unveröffentlichte Schriften von "Der Herr der Ringe"-Autor J.R.R. Tolkien sollen im kommenden Jahr im Verlag Klett-Cotta erscheinen. Das Buch werde "einzigartige Einblicke in die Hintergründe von Tolkiens Schöpfung" geben, teilte der Verlag in Stuttgart mit. Der Band mit dem Titel "Natur und Wesen von Mittelerde" wird von Carl F. Hostetter herausgegeben, der laut Verlag einer der weltweit führenden Tolkien-Experten ist. Der britische Schriftsteller John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) erlangte mit dem in Mittelerde angesiedelten Fantasy-Epos "Der Herr der Ringe" (erschienen 1954/55) und der Vorgeschichte "Der Hobbit" (1937) Weltruhm.

Gefälschte Einladungen zur documenta versendet

Unbekannte haben weltweit gefälschte Einladungen zur Teilnahme an der kommenden documenta versandt. Gesichert seien 33 solcher E-Mails unter anderem an Kuratoren, Museumsdirektoren und Künstler gegangen, sagte eine Sprecherin der Kunstausstellung. Über den Absender könne man bisher nur mutmaßen, die Herkunft der Mails sei relativ gut verschlüsselt. Die nächste Ausgabe der documenta findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Geleitet wird die Schau mit der offiziellen Bezeichnung "documenta fifteen" vom indonesischen Künstlerkollektiv Ruangrupa.

Religionswissenschaftler Klaus Heinrich gestorben

Der Religionswissenschaftler und Philosoph Klaus Heinrich ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Als Mitbegründer und Professor der Freien Universität prägte er in seinen Vorlesungen Generationen von Studierenden. Klaus Heinrich galt als einer der profiliertesten Religionsphilosophen in Deutschland, er durchdrang Stoffe mit Anleihen bei Mythologie, Psychoanalyse und Kunst. Seine Vorlesungen am Institut für Religionswissenschaft waren legendär, sie wurden mitgeschnitten und als „Dahlemer Vorlesungen veröffentlicht. Die Bücher wurden ebenso wie Klaus Heinrichs Habilitationsschrift „Über die Schwierigkeit Nein zu sagen" immer wieder neu aufgelegt. Seine letzte Vorlesung an der Freien Universität hielt er 1999.

Andreas Reize soll Leipziger Thomaskantor werden

Der schweizerische Kirchenmusiker Andreas Reize soll neuer Leiter des Leipziger Thomanerchors werden. Darauf habe sich eine Auswahlkommission mit Vertretern von Stadt, Kirchen und Musikexperten verständigt, teilte die Leipziger Stadtverwaltung mit. Der Kommissionsvorsitzende, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, erklärte, man erhoffe sich von Reize neue musikalische Impulse für die Stadt und die Bach-Interpretationen des Thomanerchors. Reize leitet zurzeit das Cantus Firmus Vokalensemble und -Orchester. Zudem ist er Musikdirektor der Oper Waldegg und er leitet die "Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn". Der 1212 gegründete Thomanerchor ist einer der bekanntesten Knabenchöre der Welt und die älteste musikalische Institution in Leipzig.

Kirsten Boie nimmt Sprach-Preis nicht an

Die Hamburger Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie hat den Sprachpreis des Vereins Deutsche Sprache wegen rechtspopulistischer Äußerungen des Bundesvorsitzenden Walter Krämer abgelehnt. Da sei die Rede von der "Lügenpresse", sogar vom "aktuellen Meinungsterror unserer weitgehend linksgestrickten Lügenpresse"; von der "Überfremdung der deutschen Sprache", vom "Genderwahn", schrieb die 70-Jährige in einem Absagebrief an den Verein, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Weil sich ihrer Meinung nach zudem der Hamburger Landesverband von den Äußerungen Krämers nicht öffentlich distanziert hat, wolle sie die Auszeichnung, den Elbschwanenorden, nun nicht mehr annehmen. Eigenen Angaben zufolge zeichnet der Verein damit jedes Jahr Menschen und Institutionen der Hamburger Region aus, "die sich um Pflege und Förderung der deutschen Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben".

Lederer: Normaler Kulturbetrieb nicht vor Frühjahr

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) rechnet nicht mit der baldigen Rückkehr zum normalen Betrieb von Theatern, Konzerthäusern und Museen. "Es wäre schön, im Frühjahr einen Planungshorizont zu haben, der über mehrere Monate geht", sagte Lederer der "Berliner Morgenpost". Wenn ein hoher Impfgrad erreicht sei, wäre das schon einmal ein Erfolg. Einschränkungen müssten dann nicht mehr das drastische Ausmaß haben wie im vergangenen Frühjahr oder aktuell im November.
Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wird der Teil-Lockdown in Deutschland, der auch Kultureinrichtungen betrifft, voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten verlängert. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bislang bis Ende November befristeten Maßnahmen zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr.

Monika Grütters will "Haus der Demokratie"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will "mehr Demokratiegeschichte wagen" und dafür Schlüsselorte der demokratischen Entwicklung "aus ihrem Schattendasein" holen. Gerade weil die deutsche Demokratie auf den Trümmern der nationalsozialistischen Diktatur aufgebaut worden sei, gerade weil man aus dem Gedenken an den Holocaust und an die Opfer totalitärer Diktaturen Lehren für die Zukunft ziehen wolle, sollte man Orte der deutschen Demokratiegeschichte stärker sichtbar machen, schrieb die CDU-Politikerin in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Sie möchte der Frankfurter Paulskirche ein "Haus der Demokratie" als Kommunikations- und Reflexionsort an die Seite stellen zur "zur kritischen Auseinandersetzung mit deutscher Demokratiegeschichte". Deutschland vergebe bislang die Chance, diesen Schlüsselort der deutschen Freiheitsgeschichte als Lernort für die Demokratie zu nutzen, so Grütters.

Karl Dall ist gestorben

Der Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot. Er starb am Montag im Alter von 79 Jahren, wie seine Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dall habe sich von einem Schlaganfall, den er vor zwölf Tagen erlitten hatte, nicht mehr erholt. Dall hatte 1967 die Komödiantengruppe Insterburg & Co. mitgegründet, der er bis Ende der 1970er Jahre angehörte. Nach deren Auflösung begann er eine Solokarriere als Bühnenkünstler und arbeitete auch fürs Fernsehen, unter anderem für die ARD-Sendung "Verstehen Sie Spaß" oder die Formate "Dall-As" auf RTL und "Jux und Dallerei" auf Sat.1. Mit Schlagern wie "Diese Scheibe ist ein Hit" und "Millionen Frauen lieben mich" landete er in den Charts. Als Schauspieler stand er in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera, etwa für "Sunshine Reggae auf Ibiza".

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