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Mittwoch, 14.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 6. Oktober 2017

Politik-Expertin Sylke Tempel bei Unwetter gestorben

Sie wurde Opfer des Sturms Xavier

Die Journalistin und Politologin Sylke Tempel ist gestern Abend gestorben. Sie kam in Berlin-Tegel bei einem durch den Sturm "Xavier" verursachten Unglück ums Leben, wie eine Sprecherin der Zeitschrift "Internationale Politik" bestätigte. Tempel wurde 54 Jahre alt. Tempel war Nahostkorrespondentin der "Woche", später Redakteurin der "Jüdischen Allgemeinen". Sie arbeitete hauptberuflich für die Zeitschrift "Internationale Politik", deren Chefredakteurin sie war. Die Zeitschrift wird von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik herausgegeben. Sie trat unter anderem im "Presseclub" vom WDR auf und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Sie war außerdem ständiger und wichtiger Gesprächsgast in Deutschlandfunk Kultur.

Planungen für nächste documenta

Vorbereitungen trotz Finanzdefizits

Trotz der finanziellen Schieflage der documenta in Kassel werden noch Ende dieses Jahres die Vorbereitungen für die nächste Kunstausstellung beginnen. Die documenta 15 werde 2022 stattfinden, sagte Kassels Oberbürgermeister Geselle heute. Gerüchte über eine Verschiebung dementierte er. Die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel wird zum Jahresende voraussichtlich ein bilanzielles Defizit von 5,4 Millionen Euro einfahren. Die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta gGmbH müssten sich dieses dann teilen. "Die steuerlichen Erträge sind so gut, dass wir das verkraften können", sagt Geselle. Die documenta fand vom 8. April bis zum 17. September in Kassel und Athen statt.

Konzert für Berliner Steuerzahler

Staatsoper bedankt sich für Unterstützung bei Sanierung

Als Dank an die Berliner Steuerzahler gibt die Staatsoper Unter den Linden morgen Mittag ein Konzert mit der Staatskapelle und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim. Damit wolle sich die Staatsoper für die Unterstützung bei der Sanierung bedanken. Das Konzert bei freiem Eintritt wird auch auf dem Bebelplatz ausgestrahlt. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Edward Elgar, Giuseppe Verdi und Anton Smetana. Die Karten wurden über die Staatsoper verlost. Die Staatsoper war am Dienstag nach siebenjähriger Renovierung wiedereröffnet worden. Die Kosten in Höhe von rund 400 Millionen Euro trägt zum Teil der Bund mit 200 Millionen, der Rest kommt aus dem Berliner Haushalt.

Ex-Kunstberater hofft auf frühere Haftentlassung

Helge Achenbach hat entsprechenden Antrag gestellt

Der einstige Kunstberater Helge Achenbach will früher aus dem Gefängnis kommen. Der 65-Jährige habe einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zum 8. Dezember gestellt, sagte ein Sprecher der Essener Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte die "Rheinische Post" online darüber berichtet. Schon seit gut einem Jahr befindet sich Achenbach im offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt in Moers-Kapellen. Über eine vorzeitige Entlassung entscheidet das Landgericht Kleve. Achenbach war im März 2015 vom Landgericht Essen wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er saß bereits seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Demnach hätte er im Sommer 2018 zwei Drittel der Gesamtstrafe verbüßt. In der Regel wird dann geprüft, ob der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Rekordzahl beim Auslands-Oscar

92 Länder gehen ins Rennen

Für das Jahr 2018 haben sich 92 Länder um den Oscar in der Sparte nicht-englischsprachiger Film beworben. Dies sei eine Rekordzahl, teilte die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mit. Im vorigen Jahr hatten 85 Länder ihre Beiträge für den sogenannten Auslands-Oscar eingereicht. Für Deutschland geht das NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Fatih Akin ins Rennen. Der Iran reichte den Film "Nafas" (Der Atem) der Regisseurin Narges Abyar ein. Österreichs Filmschaffende setzen ihre Hoffnungen auf Michael Hanekes "Happy End". Unter den Kandidaten für die 90. Oscar-Verleihung sind erstmals Beiträge aus den Ländern Honduras, Haiti, Syrien, Senegal, Mosambik und Laos. Am 23. Januar 2018 gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl kommen. Die Preisverleihung soll dann am 4. März in Hollywood über die Bühne gehen.

BR will mehr als 50 000 Filme vor Zerfall retten

Große Restaurations- und Digitalisierungsaktion

Der Bayerische Rundfunk will in den kommenden zehn Jahren mehr als 50 000 Filme restaurieren und digitalisieren. Spielfilme, Berichte, Reportagen und Features sollen so vor dem Zerfall gerettet werden, wie der Sender in München mitteilte. Die meisten Werke seien aus der Zeit der späten 1950er bis in die 90er Jahre. Den älteren Filmrollen drohe die Zersetzung durch das sogenannte Essigsäure-Syndrom, hervorgerufen durch chemische Reaktionen. Das Großprojekt "Bestandssicherung Film" soll im Januar 2018 starten; es sei die bisher aufwendigste Digitalisierungsaktion in der Geschichte der Rundfunkanstalt, hieß es. Die Gesamtkosten werden auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. "Im BR-Filmarchiv finden sich einmalige Zeugnisse der Zeitgeschichte unseres Landes und die gesamte Programmgeschichte des BR Fernsehens", sagte Intendant Ulrich Wilhelm. Das Archiv sei eines der größten des ARD-Senderverbunds.

Brandbrief aus Friedrichstadt-Palast gegen AfD

Für Berlins Kultursenator Lederer toleriert den Brief

Berlins Kultursenator Lederer sieht einen Aufruf aus dem Friedrichstadt-Palast gegen AfD-Wähler als legitime Form der Meinungsäußerung. Der Intendant des Friedrichstadt-Palastes Berndt Schmidt hätte eindeutig Stellung gegen den zunehmenden Rechtspopulismus bezogen, das sei absolut in Ordnung, sagte Lederer der "Berliner Morgenpost". Zivilcourage in Kulturinstitutionen sei wichtig. Welchen Weg ein Intendant dabei gehe, kommentiere er nicht, sagte Lederer weiter. Schmidt hatte in einem Brief an die Mitarbeiter geschrieben, das Theater werde sich künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent der potenziellen Kunden im Osten abgrenzen. "Ich will all deren Geld nicht", schrieb er in dem Brief, über den mehrere Medien berichteten. Der Palast sei eine bedeutende Kulturinstitution im Osten, daraus entstehe auch eine besondere Verantwortung, begründete er seine Äußerungen.

Berliner Literaturpreis an Poschmann

Gastprofessur für deutschsprachige Poetik

Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den Berliner Literaturpreis 2018. Die 47-Jährige will auch die damit verbundene Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin annehmen, wie die Initiatoren mitteilten. Die Jury erklärte, Poschmanns Werk sei von hoher Sprachkraft und poetischem Witz geprägt, es rage gerade in seiner einfachen, aber hintersinnigen Weise heraus. Der mit 30 000 Euro dotierte Preis wird von der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung vergeben und am 14. Februar vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller überreicht. Die in Essen geborene Poschmann lebt heute in Berlin. Sie wurde für ihre Prosa und Lyrik schon mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrem jüngsten Roman "Die Kieferninseln" steht sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

NRW-Staatspreis geht an Navid Kermani

Preis für schriftstellerische Bedeutung in der Gegenwart

Der Schriftsteller Navid Kermani erhält in diesem Jahr den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Das teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit. Navid Kermani sei einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart, begründete Ministerpräsident Armin Laschet die Entscheidung. Seine zahlreichen Publikationen und viel beachteten Reden dienten dem Zusammenhalt der Gesellschaft. Er baue Brücken in einer Gesellschaft, die durch Zuwanderung ser vielfältig geworden sei und lehr sie den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit vielfältigen Lebensweisen, heißt es weiter. Der in Siegen geborene Sohn iranischer Einwanderer soll die Auszeichnung am 27. November in Köln erhalten. Der 1986 gestiftete Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes. Kermani ist der 55. Preisträger.

Friedensnobelpreis für Abrüstungskampagne

Die Auszeichnung wird am 10. Dezember in Oslo verliehen

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen bekommt den diesjährigen Friedensnobelpreis. Das gab das Norwegische Nobelkomitee bekannt. Die Organisation erhält den Preis dafür, dass sie auf die katastrophalen Konsequenzen für die Menschheit durch den Gebrauch von nuklearen Waffen aufmerksam macht sowie für ihre Anstrengungen zum Erreichen eines vertraglich festgelegten Verbotes solcher Waffen. Die Kampagne setzte sich damit gegen 215 Personen und 102 andere Organisationen durch, die in diesem Jahr für die Auszeichnung nominiert worden sind. Im vergangenen Jahr hatte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen. Er wurde für seine Anstrengungen für ein Ende des Bürgerkriegs in seinem Land geehrt.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Atwood

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood bekommt den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Sie gilt als eine der bedeutendsten Erzählerinnen der Gegenwart. In ihren Romanen und Essays beschreibt sie gefährliche, gesellschaftliche Entwicklungen. Die 77-Jährige hat mehr als 40 Werke, darunter Romane, Essays, Kurzgeschichten und Lyrik veröffentlicht, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Sie zeichnet die menschliche Gesellschaft oft in düsteren Farben und gilt daher als "Meisterin der Dystopie". Atwood zeige politisches Gespür und eine Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen in der Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Der Preis wird am 15. Oktober verliehen.

Schriftsteller Ishiguro hielt Nobelpreis erst für Scherz

Britischer Autor empfindet Auszeichnung als "große Ehre"

Der britische Autor Kazuo Ishiguro hielt die Nachricht von seinem Literaturnobelpreis zunächst für einen Scherz. Er habe zunächst keinen Kontakt zum Nobel-Komitee gehabt und sei deshalb nicht sicher gewesen, ob es stimme, sagte er der BBC. Die Auszeichnung sei absolut schmeichelhaft. "Es ist eine große Ehre, vor allem, weil es bedeutet, dass ich in die Fußstapfen der größten Autoren trete, die es gab", sagte der 62-jährige Brite mit japanischen Wurzeln. Er hoffe, die Nobelpreise könnten Gutes in der Welt bewirken. "Ich wäre sehr berührt, wenn ich in irgendeiner Weise zu einer positiveren Atmosphäre in diesen sehr unsicheren Zeiten beitragen könnte."

Clooney erhält US-Preis für sein Lebenswerk

Schauspieler und Regisseur bekommt Auszeichnung vom AFI

Der US-Schauspieler George Clooney wird von dem American Film Institute (AFI) für sein Lebenswerk geehrt. Die Organisation gab bekannt, dass der 56-Jährige die Auszeichnung im Juni kommenden Jahres bei einer Gala in Los Angeles erhalten werde. Clooney sei "Amerikas führender Mann" sagte der Vorsitzende des AFI-Kuratoriums, Howard Stringer. Der Schauspieler sei eine moderne Ikone auf der Leinwand, die sich für den Einfluss der Kunst über diese hinaus einsetze, so Stringer. Im vergangenen Jahr wurde US-Schauspielerin Diane Keaton mit dem Preis bedacht. Die Auszeichnung ehrt das Lebenswerk von Filmschaffenden, die bedeutende Beiträge zur Förderung der Filmkunst geleistet haben. Clooney erhielt 2015 bereits den Cecil B. DeMille Award, der von dem Verband der Hollywood Auslandpresse als Anerkennung für das Lebenswerk eines Filmschaffenden verliehen wird.

Unveröffentlichte Kriegstagebücher von Heinrich Böll

Bölls Notizen aus den letzten Kriegsjahren erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch

Im Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen bisher unveröffentliche Kriegstagebücher von Heinrich Böll aus den Jahren 1943 bis 1945. Der Band "Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Die Kriegstagebücher 1943 –1945" erscheint als Faksimileausgabe mit Transkription. Knapp, assoziativ, stellenweise geradezu lyrisch notierte Böll darin, was ihn in den letzten Kriegsjahren beschäftigte, quälte und am Leben hielt. Anders als in den Kriegsbriefen, die Zensur passieren mussten und in denen er zusammenhängend beschrieb, was ihm widerfuhr, hielt er hier stichwortartig fest, was den einzelnen Tag bestimmte und innerhalb der grausamen Kriegsroutine an der Front zu etwas Besonderem machte. Am 21. Dezember dieses Jahres wäre der 1985 verstorbene Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden.

Geschwister-Scholl-Preis für Hisham Matar

Sein Roman "Die Rückkehr" zeuge von der Widerstandskraft des menschlichen Geistes

Für sein Buch "Die Rückkehr. Auf der Suche nach meinem verlorenen Vater" (Luchterhand Literaturverlag) wird Hisham Matar mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. "Die Rückkehr" sei ein Buch über die überwältigende Widerstandskraft des menschlichen Geistes, teilte die Jury in München zur Begründung mit. Damit erinnere Hisham Matars Werk im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl. Das Buch erzählt, wie Hisham Matar seinen entführten und in einem libyschen Gefängnis verschwundenen Vater Jaballa Matar sucht. "Die Genauigkeit, mit der Hisham Matar über Gespräche berichtet, in denen so viel ungesagt bleiben musste, schlägt den Leser in den Bann", so die Jury. Hisham Matar wurde 1970 in New York City geboren, wuchs in Tripolis und, nach der Emigration der Familie, in Kairo auf. Seit 1986 lebt er in England. Der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis wird im Rahmen des Literaturfests München am 20. November überreicht.

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