Pohlmann: Das Internet vergisst nichts

31.01.2008
Der Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit - und Regierungsberater, Norbert Pohlmann, hat eine Aufklärung von Jugendlichen über die Datenweitergabe im Internet gefordert.
Er sehe den Staat in der Pflicht, junge Menschen dafür zu sensibilisieren, persönliche Daten nicht zu sorglos in den so genannten Web-2.0 -Anwendungen zu präsentieren, sagte Pohlmann im Deutschlandradio Kultur. Manche zeigten sich dort auf Fotos betrunken in Partyhotels aus Mallorca. Viele junge Leute machten sich zu wenig Gedanken darüber, dass alle auf diese Daten zugreifen könnten – auch Personalchefs. Man könne Fotos und andere Daten in solchen Web-2.0-Anwendungen zwar löschen, darüber müsse man aber aufklären. Ansonsten sei das Grundprinzip des Internets, dass es nichts vergesse.

"Ich glaube, dass die jungen Leute sich gar keine Gedanken machen und dass wir eine Aufklärungspflicht haben, den jungen Leute zu helfen, wie sie sich in dieser Welt zurechtfinden", sagte der Internet-Experte.

Pohlmann sieht die von Bundesinnenminister Schäuble geplante Vorratsspeicherung von Daten kritisch. Den Bürger unter Generalverdacht zu stellen, sei politisch "nicht sehr gut" in einem Staat, der Selbstverantwortlichkeit und Freizügigkeit des Bürgers als wichtig erachte. Viele Menschen empfänden eine solche Datenspeicherung als Eingriff in ihre Privatsphäre.

Technisch sei die langfristige Speicherung von Flugdaten und anderen Informationen machbar, weil die Daten automatisiert ausgewertet werden könnten. Pohlmann räumte ein, dass man durch die massive Datenspeicherung und Auswertung "möglicherweise Kriminalität erkennen oder verhindern könne".

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 31.6.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.