Hörspiel, vom 16.05.2021, 18:30 Uhr

Poetisches Hörspiel über PopmusikLUNA LUNA

Von Maren Kames

LUNA LUNA ist ein dunkler Text, ein musikalisches und zugleich poetisches Hörspiel, sprunghaft, verwirrend, atemlos. Das „Ich“ spricht hier von tief innen heraus – aus dem weit offenen Gaumenraum der Popkultur.

Vollmond bei Dämmerung - "LUNA LUNA" ist ein poetisches Hörspiel (nicht nur) über den Mond. (Altınay Dinç / unsplash)
Vielstimmig, lyrisch und beschwörend: Maren Kames besingt (nicht nur) den Mond. (Altınay Dinç / unsplash)

Das zwischen Abringen und Ausschleudern changierende Sprech- und Sprachprotokoll eines Ichs, seine sich selbst vorantreibende Suche nach stimmenden Sätzen und die Suche nach einem Ort zwischen Badewanne, Mole und schwarzem Weltraum: Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmaché und den Bären, den sich eine aufbindet am Rücken, um sich gegen den Wind zu schützen, bevor der Bär auf dem Rücken eines Lamms mit dem Lamm zusammen in den Weidegründen verlorengeht.

ProduktionsfotosSeverin von HoensbroechMarina FrenkJens HarzerLeopold von Verschuer

Um Verlieren und Verletzen geht es. Es geht um einen Krieg, der vielleicht nie stattgefunden hat und trotzdem in allen Poren präsent ist. Das Ich adressiert sich, in der wiederkehrenden Furcht davor, dass keiner zuhört. Stellenweise kommt es zu Zwiegesprächen, meistens mit der Mama. Wer antwortet, ist aber prinzipiell unsicher. Ein Sheitan taucht auf, eine mit Scheitern, Schande und Scham besetzte, schemenhafte Angstfigur, ein kluger Knilch, ein Besserwisser, ein Zyniker. Seine Gegenfigur ist eine Geisha, die viel treibt, lange schweigt und golden ist. Am Ende sagt sie was.


LUNA LUNA
Von Maren Kames
Funkeinrichtung und Regie: Leopold von Verschuer
Mit: Marina Frenk, Jens Harzer, Eva Brunner, Severin von Hoensbroech, Miki Inoue, Martin Engler, Bernd Stempel, Jürgen Holtz
Komposition: Bo Wiget
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019
Länge 87'36
Eine Wiederholung vom 11.08.2019


Die Autorin Maren Kames (Deutschlandradio / Sandro Most)Die Autorin Maren Kames (Deutschlandradio / Sandro Most)Maren Kames, geboren 1984 in Überlingen am Bodensee, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Ihr Schreiben läuft längs der Grenzen zwischen Prosa, Lyrik und Dramatik, mit starker Schlagseite zu Stimmlichkeit und Musikalität. Ihr erstes Buch "HALB TAUBE HALB PFAU" erschien 2016 im Secession Verlag für Literatur. Sie wurde dafür mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem dem Jury- und Publikumspreis des 21. Open Mike, Stipendien des Berliner Senats, der Akademie Schloss Solitude und der Villa Aurora (Los Angeles), sowie dem Anna Seghers-Preis. Der Text wurde 2019 vom SWR als Hörspiel produziert.

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