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Über Podcast | Beitrag vom 03.09.2021

Podcasts und WahlkampfPolitik im Plauderton

Von Robin Droemer und Ina Plodroch

Annalena Baerbock (l), Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, und Christian Lindner, FDP-Spitzenkandidat, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, stehen zu Beginn einer Gesprächsrunde zusammen in einem Studio. Im Hintergrund ist eine Digitalbild von Armin Laschet (CDU), CDU-Kanzlerkandidat und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu sehen.  (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
Von den Bewerbern ums Kanzleramt hat bisher nur Annalena Baerbock einen Wahlkampf-Podcast. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Im Wahlkampf spielen Podcasts bisher eine Nebenrolle. Dabei bietet das Medium Politikern viele Vorteile gegenüber den etablierten Kanälen. Aber gibt es auch einen Mehrwert für Hörerinnen und Hörer? Und wie klingt ein gelungener Wahlpodcast?

Plakatwälder, Fernseh-Trielle, Hashtag-Gewitter: Je näher die Bundestagswahl rückt, desto mehr senden die Parteien ihre Wahlwerbung über alle Kanäle. Halt, wirklich über alle Kanäle? Nicht ganz – denn Podcasts spielen im Wahlkampf bisher eine Nebenrolle. 

Viel Platz für wortreiche Gespräche 

Immerhin: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat gerade ihren eigenen Wahlkampfpodcast gestartet. Und FDP-Chef Christian Lindner führt in seinem Podcast "1 Thema, 2 Farben" sogar schon seit vier Jahren Gesprächen mit berühmten Persönlichkeiten, lässt ihn aber zur Wahlkampfzeit in der Sommerpause ruhen. Olaf Scholz und Armin Laschet waren zwar schon in anderen Podcasts zu Gast. Auf eine eigene Produktion verzichteten sie aber bisher.

Dabei bietet das Medium doch eigentlich alles, was sich eine Kanzlerkandidatin nur wünschen könnte: Viel Platz für wortreiche, in die Tiefe gehende Gespräche, man kann sich nahbar und menschlich geben – und all das mit vermeintlich geringem Produktionsaufwand. Oder?

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Passen Podcasts zur politischen Kultur in Deutschland?

Hillary Clinton zeigte schon 2016, wie man als Politikerin das Medium Podcast für sich nutzen kann. In ihrem Wahlkampf-Podcast "With her" ließ sie sich beim Vornamen anreden und gewährte den Hörerinnen und Hörern Einblicke in den Alltag einer Berufspolitikerin – und auch in die persönlichen und familiären Belastungen, die eine Kandidatur für ein hohes Amt mit sich bringt. Dem Publikum gefiel das. Schon nach der zweiten Folge sprang "With her" an die Spitze der Podcastcharts.

Aber passt diese Art der Intimität überhaupt zur politischen Kultur in Deutschland? Und welchen Mehrwert haben PR-Podcasts für Hörerinnen und Hörer wirklich, die sich bereits über Zeitungen, Trielle und Wahlkampfprogramme umfangreich informiert haben? Darüber sprechen Ina Plodroch und Robin Droemer mit dem Politikberater Martin Fuchs, der die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag bei der Umsetzung eines Podcasts begleitet hat.

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