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Tonart | Beitrag vom 03.06.2019

"Plastic Anniversary" von MatmosPop-Musik aus Plastik-Material

Matmos im Gespräch mit Andreas Müller

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Zwei Männer, beide mit Brille, hinter einer Plastikfolie. (Theo Anthony)
Die Band Matmos (Theo Anthony)

Plastikmüll im Meer: Mit ihrem Album "Plastic Anniversary" greifen Matmos dieses drängende Umweltproblem auf. Für die Musik darauf hat das Duo aus den USA verschiedenste Plastikgegenstände verwendet. Nun sind die beiden damit in Europa unterwegs.

M. C. Schmidt und Drew Daniel sind das Duo Matmos. Mit ihrem neuen Album greifen sie eines der wichtigsten Themen der heutigen Tage auf: Den Plastikmüll, der Meere und Kontinente kontaminiert, auch in kleinsten Partikeln. 

Auf ihrem Album "Plastic Anniversary" bringen sie Kühlboxen-Plastik, Brustimplantate aus Silikon, synthetisches menschliches Fett und noch viel mehr zum Klingen. Das höre sich oftmals, so die beiden Protagonisten, nach künstlichem amerikanischem Käse an, irgendwie "quietschig" und undefinierbar. Aber es sei ein eindeutiger Plastik-Sound. 

Klangspektrum des Materials

Um eine Balance für die hohen, quietschenden Töne zu finden, mussten sie etwas tiefer Klingendes finden. Die Musiker unterstreichen dabei, dass sie eben nicht alle Töne nur durchs Sampeln und digitales Bearbeiten erhalten wollten. Und so fanden sie Styroporteile, die sie mit einem Schlegel gestrichen haben und damit unter anderem einen tiefen Rhythmusbass erzeugen konnten.

Um eine Balance für die hohen, quietschenden Töne zu finden, mussten sie etwas tiefer Klingendes finden. Die Musiker unterstreichen dabei, dass sie eben nicht alle Töne nur durchs Sampeln und digitales Bearbeiten erhalten wollten. Und so fanden sie Styroporteile, die sie mit einem Schlegel gestrichen haben und damit unter anderem einen tiefen Rhythmusbass erzeugen konnten.

Plastik ist nicht schlecht - das Problem ist unsere Faulheit

M. C. Schmidt sagt, dass das größte Problem der Erde unsere Faulheit sei, die Art und Weise wie wir mit Plastik umgehen würden. Ein Glas Wasser würde aus einem Plastik-Becher getrunken werden, der dann einfach zu Müll würde. Daniel fügt hinzu, dass Plastik unglaublich praktisch sei, als Kondom oder als Blutspendebeutel. Aber es bliebe leider für Jahrhunderte in der Umwelt. 

Beide Musiker seien froh darüber, dass die Verpackung des Albums, und die Platte selbst, die Botschaft der Musik "verinnerlicht" habe. Beides sei vom Label aus recyceltem Material hergestellt worden.

Zu wenig Umweltbewusstsein in den USA

In den USA sei die Umweltdiskussion viel zu wenig im Gange, so berichten die beiden. Es sei überhaupt kein Bewusstsein dafür im Land da. Allein ein Einkauf im Supermarkt beweise das: Alles sei oft mehrfach in Plastik verpackt. Und das eben überall im ganzen Land, in vielen Shops. Dass sie nun ausgerechnet in Deutschland ihre Platte vorstellen würden, komme ihnen ein wenig absurd vor. Denn hier sei das Thema ja überall präsent. Allerdings verbinden sie mit dem sehr ernsten Thema auch immer Spaß und Lust an der Musik.

(cdr)

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