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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. Juni 2017

Placido Domingo wird Ehrenmitglied der Staatsoper

Mexikanischer Bariton sang oft in Berlin

Würdigung einer Gesangslegende: Plácido Domingo, spanisch-mexikanischer Opernstar, ist zum Ehrenmitglied der Berliner Staatsoper ernannt geworden. Intendant Jürgen Flimm überreichte Domingo die Urkunde nach einem Galakonzert im Schiller Theater. Unter Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim feierte Domingo damit sein 50-jähriges Bühnenjubiläum in Berlin. Der Sänger, der seine Karriere als Tenor begann und heute auch als Bariton auftritt, hatte in Berlin erstmals 1967 in Verdis "Maskenball" an der Deutschen Oper gesungen. Neben der Deutschen Oper trat Domingo nach dem Mauerfall auch immer wieder an der Staatsoper Unter den Linden auf, später im Schiller Theater. Die Staatsoper verdanke Domingo viele unvergessliche Momente, sagte Barenboim. Er habe dem Ensemble den richtigen Umgang mit Verdis Musik nähergebracht. Zuletzt stand Domingo im Mai 2016 für Verdis "Simon Boccanegra" an der Staatsoper auf der Bühne. Zu den Ehrenmitgliedern der Staatsoper gehören die Sänger Waltraud Meier, Deborah Polaski, Peter Schreier und Ingeborg Wenglor.

Höldrich wird nicht Präsident der Musikhochschule

Frankfurt bekommt Absage wegen schlechter finanzieller Ausstattung

Vor einem halben Jahr wurde der gebürtige Österreicher Robert Höldrich als künftiger Leiter der Frankfurter Hochschule für Musik und darstellende Kunst angekündigt - nun kam die Absage. Höldrich habe mitgeteilt, dass er das Amt nicht übernehmen werde, berichtete ein Sprecher des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Zu der Entscheidung hatte offenbar Unzufriedenheit über die finanzielle Ausstattung der Hochschule geführt. Der Ministeriumsmitteilung zufolge hatte sich Höldrich in den Verhandlungen verbesserte Rahmenbedingungen - wie beispielsweise einen zusätzlichen Budgetaufwuchs - für die Hochschule gewünscht. Das Ministerium bedauerte die Entscheidung. Gleichzeitig hieß es, das Land sei außerstande, "während der Gültigkeit eines Hochschulpakts diesen zu Lasten von zwölf anderen Hochschulen zu verändern".

Auch Länder wollen Filmerbe digitalisieren

Erhalt des filmkulturellen Erbes sei gemeinsame Verantwortung

Die Bundesländer wollen sich voraussichtlich an der Digitalisierung des Filmerbes beteiligen. Sie ist nötig, weil die früher analog gedrehten Filme mit der Zeit verfallen, ein Großteil ginge damit unwiederbringlich verloren. Wie die Berliner Senatskanzlei mitteilte, haben die Ministerpräsidenten der Länder "in Aussicht genommen", bei einer entsprechenden Initiative mitzumachen. Danach sollen ab 2018 zehn Jahre lang jährlich bis zu 10 Millionen Euro für die Digitalisierung von Kinofilmen bereitgestellt werden. Bund, Länder und die Filmförderungsanstalt FFA sollen jeweils ein Drittel der Finanzierung übernehmen. Berlin hat sich nach Angaben seines Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) entscheidend für die Initiative eingesetzt. Der Erhalt des filmkulturellen Erbes sei eine gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Filmwirtschaft, sagte er.

Fünf Kiefer-Werke für Staatsgemäldesammlungen

Münchner Samnmlung erhält weitere Höhepunkte

Die Michael & Eleonore Stoffel Stiftung hat in Kooperation mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen für diese fünf Werke des zeitgenössischen Künstlers Anselm Kiefer erworben. Das teilte die Pinakothek der Moderne in München mit. Dort würden das monumentale Gemälde "Der Sand aus den Urnen" (2009), die zwei auf Blei ausgeführten Wandbilder "OCCUPATIONS" (1969/2011) sowie die zwei Vitrinen "Die 12 Stämme" (2010) und "Morgenthau" (2016) einen weiteren Höhepunkt in der Sammlung darstellen.

Dramatiker Tankred Dorst ist tot

Er war einer der meistgespielten Autoren des deutschen Theaters

Tankred Dorst ist am Donnerstag mit 91 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte der Suhrkamp Verlag mit. Er war einer der meistgespielten Autoren des deutschen Gegenwartstheaters. Seine vielfach preisgekrönte Stücke wurden von Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Palitzsch, Dieter Dorn und Hans Neuenfels auf die Bühne gebracht. Bereits 80-jährig gab er 2006 mit einer Neuinszenierung von Wagners "Ring" in Bayreuth sein Debüt als Opernregisseur. Dorst wurde am 19. Dezember 1925 in Oberlind bei Sonneberg in Thüringen als Sohn eines Fabrikanten geboren. Am Anfang seiner Theaterkarriere stand eine studentische Münchner Marionettenbühne. Dorst griff mythische oder historische Stoffe auf, schrieb Märchenstücke und Parabeln und reagierte auch auf aktuelle politische Entwicklungen. Zu seinen bekanntesten Werken neben "Merlin" zählen das Revolutionsdrama "Toller" (1968 uraufgeführt), die Trilogie "Auf dem Chimborazo"/"Die Villa"/"Heinrich oder Die Schmerzen der Fantasie" (1975-1985) sowie die Stücke "Karlos" (1990) und "Herr Paul" (1994).

EU erlaubt niedrigere Steuer auf E-Books

Länder dürfen künftig selbst über Senkung der Abgabe entscheiden

Elektronische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften könnten bald niedriger besteuert und somit billiger werden. Das Europaparlament stimmte einer Richtlinie zu, nach der die EU-Staaten die Mehrwertsteuer der elektronischen Ausgaben wie bei Druckerzeugnissen senken dürfen. Ob die Länder dem folgen und ob die Ermäßigung an Verbraucher weitergeben wird, ist offen. Die Bundesregierung ist für die Steuersenkung. Für gedruckte Bücher und journalistische Erzeugnisse gilt in Deutschland ein ermäßigter Satz bei der Mehrwertsteuer von 7 statt 19 Prozent. Verleger hatten gefordert, elektronische Ausgaben genauso zu behandeln. Derzeit müssen sie EU-weit mit mindestens 15 Prozent besteuert werden. Nun können die Mitgliedsstaaten den jeweils für Printprodukte gültigen Satz anwenden. "Unsere Art zu lesen hat sich in den vergangenen Jahren rasch verändert", erklärte der zuständige Berichterstatter Tom Vandenkendelaere aus Belgien. "Es ergibt keinen Sinn mehr, zweifaches Maß anzulegen und eine Onlinezeitung höher zu besteuern als eine, die man in einem Laden kauft."

Manchester: Benefizkonzert in Minuten ausverkauft

Erlös geht an die Opfer der Terroranschlags

Die Tickets für das große Benefizkonzert in Manchester sind in den Handel gekommen - und waren nach nur sechs Minuten ausverkauft. Der Online-Anbieter Ticketmaster bezeichnete die Nachfrage für das Konzert in einem Sportstadion mit 50.000 Plätzen als "unglaublich". Die Veranstalter kündigten weitere Stars an, die bei dem Konzert um US-Popstar Ariana Grande am Sonntag mitwirken wollen: Robbie Williams und die Black Eyed Peas gesellen sich zu Show-Größen, die ihr Kommen bereits zugesagt hatten - unter ihnen Katy Perry, Coldplay, Justin Bieber, Miley Cyrus, Take That und Usher. Der Erlös aus dem Ticketverkauf soll in einen Fonds fließen, der für Angehörige und Hinterbliebene der Opfer des Anschlags vom 22. Mai eingerichtet wurde. Der Selbstmordattentäter hatte ein Konzert von Teenie-Idol Grande ins Visier genommen. Grande hatte danach das Benefizkonzert angekündigt. Bei dem Anschlag wurden 22 Menschen getötet, darunter sieben Kinder und Jugendliche sowie Eltern, die ihre Kinder vom Konzert abholen wollten. 116 weitere Menschen wurden verletzt

Tolkien-Buch nach 100 Jahren veröffentlicht

"Beren und Lúthien" erzählt eine Liebesgeschichte in Mittelerde

Eine Liebesgeschichte aus Mittelerde: 100 Jahre nach seiner Entstehung ist das persönlichste Werk des "Herr-der-Ringe"-Autors J. R. R. Tolkien erschienen. "Beren und Lúthien" erzählt vom dramatischen Schicksal eines Sterblichen und einer unsterblichen Elfe. Schauplatz ist Mittelerde - jene Welt, in der auch Tolkiens berühmteste Saga "Herr der Ringe" spielt. Tolkien schrieb den Roman während des Ersten Weltkriegs. Sein mittlerweile 93 Jahre alter Sohn Christopher hat die Urfassung des Werkes nun herausgegeben. Illustriert hat die Ausgabe der bekannte Tolkien-Künstler Alan Lee. Für Tolkien hatte "Beren und Lúthien" eine große persönliche Bedeutung: Die Namen sind im Grabstein, den der Autor und seine Frau Edith in Oxford teilen, eingraviert. Tolkien starb 1973. Im Januar wäre der Schriftsteller 125 Jahre alt geworden. Mit ihm begann das Zeitalter der anspruchsvollen Fantasy-Literatur, das Millionen Menschen in seinen Bann schlug und zu einer Kultbewegung wurde.

Streit um kopierten Kraftwerk-Beat geht zum EuGH

Seit fast zwei Jahrzehnten streiten Ralf Hütter und Moses Pelham

Seit fast zwei Jahrzehnten streitet der Komponist und Produzent Moses Pelham mit den Düsseldorfer Elektropop-Pionieren Kraftwerk um einen Beat von zwei Sekunden - und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Bundesgerichtshof (BGH) setzte das Verfahren am Donnerstag aus, um eine Reihe von Fragen dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorzulegen. Damit geht der Fall erst einmal nach Luxemburg, ehe ihn Karlsruhe mit einem abschließenden Urteil entscheiden könnte. Gestritten wird um einen Rhythmus aus dem Kraftwerk-Titel "Metall auf Metall" von 1977. Pelham hatte die Sequenz 1997 ohne Erlaubnis benutzt und in Endlosschleife unter den Song "Nur mir" mit der Rapperin Sabrina Setlur gelegt. Kraftwerk-Mitbegründer Ralf Hütter sieht sich um seinen Beat bestohlen und hat Pelham verklagt. Der Streit hat für die Musikbranche grundsätzliche Bedeutung: Denn das "Sampling" ist in Hip-Hop und Rap heute ein gängiges Stilmittel.

Schweizer Online-Magazin bricht Crowdfunding-Rekord

3,4 Millionen Franken wurden für unabhängigen Journalismus gespendet

Das geplante Schweizer Online-Magazin "Republik" hat bei seiner Crowdfunding-Kampagne die kühnsten Erwartungen übertroffen. Bis zum Ablauf der Frist am Mittwochabend kamen 3,4 Millionen Franken (3,1 Millionen Euro) zusammen, mehr als vier Mal so viel wie ursprünglich erhofft, gaben die Initiatoren auf ihrer Webseite bekannt. Nach Mosers Angaben schaffte die "Republik" den Weltrekord im Medien-Crowdfunding. Das bislang erfolgreichste Projekt war der niederländische "De Correspondent", der etwa 1,5 Millionen Euro einsammelte. Das Projekt hat nach eigenen Angaben 50 000 Abonnenten. Die "Republik"-Macher versprechen unabhängigen Journalismus ohne Werbung. Sie wollen auf ihrem Portal drei Artikel pro Tag aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anbieten. Sie gehen Anfang 2018 mit elf Redakteuren an den Start. "Wir heißen Ihre Erwartungen willkommen", schreiben sie auf ihrer Webseite. "Es ist ein Fehler, seine Hoffnungen kleinzuhalten in der Hoffnung, keine Enttäuschungen zu erleben."

Gitarre "Wolf" von Jerry Garcia versteigert

Auktionserlös von über drei Millionen geht an Bürgerrechtsgruppe

Eine Gitarre der Gitarren-Legende Jerry Garcia ist für mehr als drei Millionen Dollar versteigert worden. Die maßgeschneiderte E-Gitarre mit dem Kosenamen "Wolf" erzielte bei einer Versteigerung am Rande eines Konzerts in New York einen Preis von insgesamt 3,2 Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro). Der Erlös geht an die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center, die juristisch gegen rechtsradikale Gruppierungen vorgeht. "Wolf" hatte den Grateful-Dead-Gitarristen Garcia jahrelang auf Tourneen begleitet, bis zu dessen Tod im Jahr 1995. Neuer Besitzer des legendären Instruments ist Brian Halligan, Chef und Mitgründer der Marketingfirma HubSpot - und eingefleischter Fan von Grateful Dead. Halligan versprach, sich gut um die Gitarre zu kümmern und sie auf Anfrage auch zu verleihen. "Ich habe nicht vor, sie zu verkaufen, sie ist unbezahlbar", sagte er.

Tschechischer Dirigent Belohlavek gestorben

Grandseigneur der Dirigentenzunft

Er war langjährige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie, nun ist Jiri Belohlavek im Alter von 71 Jahren gestorben. Besonders bewundert waren seine Interpretationen tschechischer Komponisten von Antonin Dvorak über Bohuslav Martinu bis Leos Janacek. Belohlavek galt als Grandseigneur der Dirigentenzunft, die Philharmonie mit Sitz im Prager Rudolfinum gelangte unter seinem Dirigat zu internationaler Anerkennung. Erst im Januar hatte er seinen Vertrag mit der Tschechischen Philharmonie um weitere sechs Jahre verlängert. Große Erfolge feierte Belohlavek auch mit dem BBC-Symphonie-Orchester und wurde von Königin Elisabeth II. mit dem britischen Verdienstorden "Commander of the British Empire" ausgezeichnet.

Filmverbot wegen israelischer Hauptdarstellerin

Libanesisches Innenministerium untersagt Kinostart

Ein für Mittwochabend im Libanon geplanter Kinostart des US-Films "Wonder Woman" wurde verboten. Grund: die Hauptdarstellerin Gal Gadot ist Israelin und dient in der Armee. Der Libanon befindet sich mit Israel offiziell im Kriegszustand und boykottiert seit Jahrzehnten Produkte aus dem Nachbarland. Die Regierung in Beirut reagierte damit auf eine Kampagne, die ein Aufführungsverbot forderte. Der Film mit der 32-Jährigen als Amazonenprinzessin kommt am 15. Juni auch in die deutschen Kinos.

Bundestag stimmt erneut über Einheitsdenkmal ab

Neuer Anlauf für die "Wippe"

Der Bundestag will das vom Haushaltsausschuss gestoppte Einheitsdenkmal wieder auf den Weg bringen. Zur Plenardebatte am Abend liegt ein Antrag von Union und SPD vor, der eine Einweihung möglichst zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2019 fordert. Das Denkmal soll an die friedliche Revolution in der DDR und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Im vergangenen Jahr hatte der Haushaltsausschuss das umstrittene Projekt überraschend gestoppt. Als Begründung wurde eine Kostensteigerung von 10 auf 15 Millionen Euro genannt. Jetzt fordern die beiden Regierungsfraktionen, die früheren Bundestagsbeschlüsse zum Bau des Denkmals "konsequent" umzusetzen. Das Parlament hatte schon 2007 und 2008 entschieden, in der Mitte Berlins an die Deutsche Einheit zu erinnern. Als Standort wurde der Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Denkmals vor dem Schloss festgelegt.

Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" beginnt

Nachwuchsmusiker spielen in Paderborn

Heute startet in Paderborn der 54. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert". Acht Tage lang präsentieren sich mehr als 2700 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland einer Fachjury, bis am Ende die Bundessieger feststehen. Der Wettbewerb dauert bis zum 7. Juni, von Klavier über Harfe bis hin zu Bläsern und Streichern sind viele unterschiedliche Kategorien vertreten.

3000 Sachspenden für DDR-Museum

Kaffeesorte "Kaffee-Mix" und Beschwerdebriefe werden noch erbeten

Alte Radios, Musikinstrumente und "Erika"- Schreibmaschinen: Nach einem Spendenaufruf des Berliner DDR-Museums sind mehr als 3000 Objekte bei der Kunsthalle eingegangen. Vor rund drei Monaten hatte das Museum ehemalige DDR-Bürger zu Hilfe bei der Erweiterung ihrer Sammlung aufgerufen - mit Gegenständen aus dem DDR-Alltag. Laut Museum meldeten sich tausende Menschen und spendeten ihre "ehemaligen Lebensgefährten". Einige Gegenstände des Alltags werden noch gesucht: eine Verpackung der Kaffeesorte "Kaffee-Mix" oder auch Beschwerden von Bürgern an den Staat.

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