Seit 17:05 Uhr Studio 9
Dienstag, 13.04.2021
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Tonart | Beitrag vom 12.05.2017

Pink Floyd Ausstellung in LondonHinterlassenschaften einer Rocklegende

Robert Rotifer im Gespräch mit Andreas Müller

Pink Floyd in den 70ern (imago stock&people)
Eine Band im Wandel - Pink Floyd in den 70ern (imago stock&people)

Mit der großen Ausstellung "Pink Floyd - Their Mortal Remains" widmet sich das Victoria & Albert Museum in London nach der Aufsehen erregenden David-Bowie-Ausstellung von 2013 abermals der musealen Aufbereitung der Pop- und Rockgeschichte des späten 20. Jahrhunderts. Unser Korrespondent hat sich die Ausstellung angesehen.

"Pink Floyd - The Mortal Remains", die sterblichen Überreste also - so heißt die Karriereschau im Victoria & Albert Museum in London, mehr oder weniger aus Anlass des 50. Jubiläums der ersten Single von Pink Floyd.

Der Einfluss der Band hat sich im Laufe ihrer Geschichte stark gewandelt hat: Zuerst waren sie eine psychedelische Band, deren Sänger Syd Barrett sich im LSD-Nebel verlor. Später zählten sie zu den Gallionsspitzen des meditativen Progressive Rock und schließlich zu den prominentesten Feindbildern des Punk. Mit "The Wall" aus dem Jahr 1979 machten sie die Idee von Rockmusik als großem Bühnentheater stark.

Bombastische Bühnenbilder

Insbesondere letzteren Aspekt macht die Ausstellung stark - kein Wunder, schließlich geht sie auf die Idee des 2013 verstorbenen Bühnenarchitekten der Band, Mark Fisher, zurück. Der verlieh der selbst dezidiert unglamourös auftretenden Band die passende, bombastisch-theatrale Bühnenerscheinung.

Der gigantische Bühnenaufbau zu "The Wall" 21.7.1990 auf dem Potsdamer Platz in Berlin (picture-alliance / dpa - Peter Kneffel)Pink Floyd waren für ihre aufwändigen Bühnenshows bekannt - hier der Auftritt der Band im Juli 1990 in Berlin (picture-alliance / dpa - Peter Kneffel)

Darin liege auch der Unterschied zur David-Bowie-Ausstellung, mit der das Victoria & Albert Museum im Jahr 2013 weltweit für großes Aufsehen gesorgt hatte, sagt unser Korrespondent Robert Rotifer: Wo bei Bowie vor allem Kostüme im Vordergrund standen, gehe es hier auch stark um die technischen Aspekte. So werden etwa auch einzelne Musikinstrumente erklärt - zum Beispiel die Synthesizer.

Die Musiker treten in den Hintergrund

Die einzelnen Musiker treten in den Hintergrund, verrät Rotifer. Das mache die Ausstellung zwar etwas unemotional, aber ästhetisch reizvoll. Zumal auch die aufwändigen ästhetischen Covergestalltungen - etwa durch das bekannte Studio Hipgnosis - viel Raum erhalten. 

Auch der beträchtliche Wandel, den die Band im Laufe der Jahre durchlebt hat, werde in der Ausstellung plastisch erfahrbar, verrät unser Korrespondent. Der schummrig-bunte Ausstellungsbeginn kontrastiere mit der Nüchternheit der Verstärkertürme späterer Jahre. (thg)

"Pink Floyd - The Mortal Remains"
ab 13. Mai 2017 im Victoria & Albert Museum in London
weitere Informationen hier

Mehr zum Thema

Blick auf eine Ära - 1967 - das Schaltjahr des Pop
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 27.03.2017)

"The Early Years 1968-1972" - Pink Floyd feiert sich selbst mit einer Luxus-Box
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 15.11.2016)

Reihe "Swinging London" - Styler zwischen Clubs und Flohmärkten
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 20.04.2016)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Tonart

Musik-Duo Man On ManZwei Bären zerpflücken Klischees
An Bord einer Fähre stehen zwei Männer mit Mützen und warmen Jacken an der Reling. Im Hintergrund sind die Hochhäuser von New York City zu sehen. (Steven Harwick)

Jung, muskulös, gestylt. Dieses Klischee von schwulen Musikern erfüllen Man On Man nicht. Die beiden älteren Männer in weißen Unterhosen zelebrieren im Lockdown ungeschminkt ihre Zuneigung und machen den Indie-Rock und die queere Szene diverser.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur