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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. September 2019

Pianistin Dina Ugorskaja gestorben

Die Pianistin Dina Ugorskaja ist tot. Die Künstlerin starb in München im Alter von 46 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie ihre Plattenfirma mitteilte. Die 1973 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborene Ugorskaja, Tochter des berühmten Pianisten Anatol Ugorski, war 1990 mit ihren Eltern wegen antisemitischer Bedrohungen aus der Sowjetunion geflohen. Klavier studierte sie in Berlin und Detmold, seit 2007 lebte Ugorskaja in München, wo sie Ende vergangenen Jahres ihre letzten Auftritte absolvierte. Seit 2016 hatte Ugorskaja eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne. Ugorskaja hinterlässt ihren Ehemann und eine Tochter.

Opéra national du Rhin ist "Opernhaus des Jahres"

Die Opéra national du Rhin im Elsass ist von Kritikern zum "Opernhaus des Jahres" gewählt worden. In einer Umfrage der Zeitschrift "Opernwelt" unter 50 Musikjournalisten bekam das Haus mit Spielstätten in Straßburg, Colmar und Mülhausen die meiste Zustimmung, wie das Magazin mitteilte. Als beste Aufführung wurde die "Salome"-Produktion der Salzburger Festspiele ausgewählt. Der Italiener Romeo Castellucci gilt laut Umfrage als bester Regisseur und Bühnenbildner des Jahres. Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, die in "Salome" die Hauptrolle spielte, ist "Sängerin des Jahres". Als "Dirigentin des Jahres" wird Joana Mallwitz aufgeführt, die neue Musikchefin am Staatstheater Nürnberg.

Kanadischer Autor Graeme Gibson gestorben

Der kanadische Schrifstelller Graeme Gibson ist tot. Der langjährige Lebensgefährte von Bestseller-Autorin Margaret Atwood sei im Alter von 85 Jahren gestorben, teilte das Verlagshaus Doubleday mit. In den letzten Jahren seines Lebens hatte Gibson an Demenz gelitten. Margaret Atwood erklärte, sie und ihre Familie seien am Boden zerstört, aber auch dankbar, dass sie am Leben Gibsons teilhaben konnten. Die beiden hatten gemeinsam eine Tochter. Mit der Verlegerin Sherley Gibson hatte der Autor zwei Söhne. Gibson erreichte nie den Bekanntheitsgrad seiner Lebensgefährtin, veröffentlichte aber selbst zahlreiche Romane, unter anderem "Taumel".

Preisverleihung an Placido Domingo verschoben

Der mit Belästigungsvorwürfen konfrontierte spanische Opernsänger Placido Domingo wird den Europäischen Kulturpreis in diesem Jahr noch nicht erhalten. "Placido Domingo und das Europäische Kulturforum haben gemeinsam entschieden, die Auszeichnung auf den 3. Oktober 2020 in Bonn zu verschieben", teilte Annett Reeder vom Kulturforum mit. Mehrere Frauen hatten Domingo zuletzt Übergriffe vorgeworfen, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen. Der Sänger wies die Anschuldigungen als unzutreffend zurück. Sie hätten ihn zutiefst beunruhigt. Viele Opernsängerinnen sprachen Domingo ihr Vertrauen aus.

Volkshochschulen rufen nach mehr Unterstützung

Die Volkshochschulen wünschen sich in ihrem Jubiläumsjahr mehr Unterstützung von der Politik. Die rund 900 Einrichtungen könnten mehr zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen tun, wenn sie dazu die notwendigen Finanzmittel bekommen würden, sagte der Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) Aengenvoort in Berlin. Er verwies auf die Rolle der Volkshochschulen bei den Themen Integration, Spracherwerb und Alphabetisierung. Aengenvoort forderte zudem einen Digitalpakt für Weiterbildung, so wie es auch einen Digitalpakt für die Schulen gibt. Der DVV feiert in diesem Jahr 100 Jahre Volkshochschulen. Die Einrichtungen bekamen 1919 in der Weimarer Republik Verfassungsrang.

Studie: Indigene Sprachen sterben aus

Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor einem Aussterben Tausender Sprachen. Von den derzeit 7.000 Sprachen würden bis Ende des 21. Jahrhunderts nur noch 3.000 Sprachen überleben, heißt es in einem in Genf veröffentlichten Bericht. Besonders die Sprachen indigener Völker seien existenziell gefährdet. Gingen die Sprachen verloren, verliere die Menschheit einen Großteil jahrhundertelang überlieferter Traditionen, heißt es. Die Gesellschaft präsentierte den Bericht bei einer Sitzung des Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. In dem Report werden unter anderen China und Russland dafür kritisiert, Minderheiten zu verfolgen oder zu kriminalisieren.

Wiedereröffnung der Sempergalerie verzögert sich

Der Semperbau am Zwinger in Dresden wird später als geplant wiedereröffnet. Das mehrere Jahre sanierte Domizil der weltberühmten Gemäldegalerie Alte Meister ist erst im Februar 2020 statt ab 7. Dezember zugänglich, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen mit. Dank zusätzlicher privater Gelder von rund 600.000 Euro könne nun auch eine hochmoderne Akzentbeleuchtung im ganzen Haus installiert werden, die Gemälde und Skulpturen ins beste Licht rückten. Zudem werden das weltweit einzigartige Dresdner Pastellkabinett mit Seidendamast ausgekleidet sowie auch die Treppenhäuser besser ausgestattet.

Studie: Musikhörer geben weiterhin gern Geld aus

Musikhörer in Deutschland steigen zwar zunehmend auf Audio-Streaming um - sie scheuen aber nicht davor zurück, insgesamt mehr Geld auszugeben. Das ergibt eine Langzeitstudie der Universität Hamburg mit 2.500 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren. Demnach sind die Befragten bereit, mehr für CDs oder Vinyl-Platten zu investieren. Im Schnitt 14,40 Euro würden Musikfans für ein sogenanntes physisches Album hinblättern - das sind vier Prozent mehr als bei der Befragung vor einem Jahr. Für ein Digitalalbum, also Download oder Stream, wären die Kunden bereit, durchschnittlich 8,40 Euro auszugeben - ein Plus von zwölf Prozent.

Mexiko gegen Versteigerung präkolumbischer Kunst

Mexiko wehrt sich gegen die Versteigerung präkolumbischer Kunst in Paris. Eine für Mittwoch geplante Auktion müsse abgesagt werden, verlangte die mexikanische Botschaft in der französischen Hauptstadt. Unter den 120 Stücken stammten 95 "aus dem kulturellen Erbe Mexikos", so der Botschafter. Das Auktionshaus Millon will an der Versteigerung festhalten. Die Statuen, Masken, Vasen und kultischen Schmuckstücke wurden von dem französischen Sammlerpaar Aurance zusammengetragen. Ihr Wert wird zum Teil auf bis zu 90.000 Euro geschätzt.

Berliner Museum verleiht koloniale Objekte an Namibia

Das Ethnologische Museum in Berlin wird 23 ausgewählte Objekte aus seiner Sammlung für drei Jahre an namibische Museen übergeben. Das Projekt ist Teil einer Kooperation zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Museums Association of Namibia. Stiftungspräsident Hermann Parzinger sprach in Berlin von einem wegweisenden Projekt. Er habe nichts dagegen, dass die Objekte - darunter Schmuck und ein reich verzierter Dolch - auch dauerhaft nach Namibia zurückgehen. Im vergangenen halben Jahr waren mehrere namibische Fachleute zu Gast in Berlin, um mit ihren deutschen Kollegen die Namibia-Sammlung zu untersuchen.

Ägypten sucht Ex-Diplomaten wegen Schmuggel

Ägyptens Generalstaatsanwalt Sadek hat einen Haftbefehl gegen den ehemaligen italienischen Honorarkonsul in Luxor, Skalkal, erlassen. Dem heute in Rom lebenden Mann werden nach ägyptischen Medienberichten Schmuggel und Handel mit Altertümern vorgeworfen. Sadek beantragte demnach, dass Skalkal auf die Fahndungslisten von Interpol sowie der Häfen gesetzt und an Ägypten ausgeliefert wird. Bei einer Razzia in der früheren Kairoer Residenz Skalkals sowie in einem Banktresor des Beschuldigten wurden demnach zahlreiche Artefakte sichergestellt.

Reeperbahn-Festival fordert Gender-Gleichstellung

Gleiche Gender-Chancen im Musikbusiness sind eine Kernforderung des Reeperbahn-Festivals, das heute in Hamburg beginnt. Die Musikbranche sehe sich als Ort gelebter Vielfalt. In ihren Strukturen bilde sich das aber längst nicht ab, betont der Festival-Gründer Alex Schulz. "Weibliche, trans- und non-binäre Künstler*innen haben weniger Auftritts- und Entwicklungsmöglichkeiten als männliche", so Schulz. Er fordert deswegen schon länger eine zeitlich begrenzte Frauenquote für Radiozeiten und Konzertspielpläne. Beim Reeperbahn-Festival 2019 sollen deutlich über 40 Prozent der auftretenden Musiker weiblich sein.

Kulturstaatsministerin verteidigt Museumsneubau

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat im Deutschlandfunk Kultur den Neubau des Berliner Museums der Moderne verteidigt. Das 20. Jahrhundert mit all seinen Brüchen sei ein "ganz typisches, deutsches kunstgeschichtliches Jahrhundert", so Grütters. Dass ausgerechnet die Bestände aus dieser Zeit nur zu "20, 25 Prozent" in der Neuen Nationalgalerie gezeigt werden könnten, finde sie "unangemessen und auch bitter". Schon seit langen Jahren sei klar, dass eine Erweiterung der Neuen Nationalgalerie gebraucht werde. Für das künftige "Museum der Moderne" soll noch in diesem Herbst der erste Spatenstich gesetzt werden. Mit der Fertigstellung wird im Jahr 2026 gerechnet, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Die Gesamtkosten werden derzeit auf 450 Millionen Euro geschätzt, ursprünglich waren 200 Millionen vorgesehen.

Wechsel bei den Osterfestspielen in Salzburg

Die Osterfestspiele in Salzburg verlängern den Vertrag des künstlerischen Leiters Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden nicht. Das entschied der Aufsichtsrat bei einer Sitzung in Salzburg. Der künftige Intendant Nikolaus Bachler will stattdessen nach 2022 jährlich wechselnde Orchester nach Salzburg holen. Thielemann war seit 2013 künstlerischer Leiter in Salzburg. Zuletzt war zwischen dem deutschen Stardirigenten und Bachler ein Streit um das Programm bei den Osterfestspielen ab 2022 entbrannt. Ab dann ist Bachler, der im Sommer 2020 kaufmännischer Geschäftsführer wird, auch Intendant mit künstlerischer Gesamtverantwortung. Er kündigte an, das Festival über 50 Jahre nach seiner Gründung neu zu gestalten und in die Zukunft zu führen, sowohl inhaltlich als auch strukturell.

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