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Konzert / Archiv | Beitrag vom 25.10.2016

Philharmonie Baden Baden Mit Faust ins Casino

Aufzeichnung aus dem Casino Baden-Baden

(Jörg Bongartz )
Die Philharmonie Baden Baden unter Pavel Baleff bei einem Gastspiel in Zürich (Jörg Bongartz )

Ein sehr besonderes Programm bot die Philharmonie Baden-Baden unter Leitung ihres Chefdirigenten Pavel Baleff. Drei Werke kreisten um das Phänomen "Faust", es gab ein neues Werk von Klaus Burger mit dem seltsamen Titel "Tschussowaja". Zum Schluss spielte Moritz Ernst das Klavierkonzert des von den Nazis verfemten Komponisten Walter Braunfels.

Diese musikalische Formation wurzelt im 15. Jahrhundert, als Saisonklangkörper für die Besucher und Gäste der Kurstadt Baden Baden im Sommer unterhalten, dann ab 1854 als stehender Klangkörper mit vollem Aufgabenspektrum über das Jahr betraut. Franz Liszt dirigierte hier, Berlioz, Offenbach, Strauss, Brahms und viele Kollegen führten eigene Werke auf, Strawinsky, Furtwängler, Bruno Walter – alle gastierten in Baden-Baden. Anne-Sophie Mutter, Krassimira Stoyanova, Juan Diego Flores, Piotr Beczala und viele mehr standen mit der Philharmonie auf der Bühne. Ein Orchester in und für Baden-Baden – in den Gartenanlagen beim launigen Open-Air zu erleben, dann Opernkapelle und Aboklangkörper, Projektorchester und Förderer des Nachwuchses. 

Das 2. Abonnementkonzert der aktuellen Saison wurde gemeinsam mit dem SWR und Deutschlandradio Kultur programmiert. Für Kenner und Neugierige gab es im Programm tatsächlich etwas zu entdecken. Für diese Aufführung hat der international renommierte Multiinstrumentalist Klaus Burger mit der Komposition "Tschussowaja" ein Musikwerk skizziert, in das die multiplen Einflüsse unserer globalisierten Kulturwelt Eingang gefunden haben.
Und auch ein Klavierkonzert des Richard Strauss-Zeitgenossen Walter Braunfels lohnt die Begegnung. In den goldenen Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts gehörten seine Kompositionen zu den am häufigsten gespielten Werken auf den großen Bühnen. Dirigenten wie Bruno Walter, Otto Klemperer und Wilhelm Furtwängler nahmen seine Musik in ihre Programme auf.
Schließlich gab es kurze Faust-Betrachtungen aus verschiedenen Perspektiven, die Ouvertüre von Louis Spohr, die Ballettmusik von Charles Gounod und die Ouvertüre von Robert Schumann verliehen dem Abend einen dramaturgischen Schliff.

Weinbrennersaal im KurhausCasino Baden-Baden
Aufzeichnung vom 21. Oktober 2016

Louis Spohr
Ouvertüre zur Oper "Faust" op. 60

Klaus Burger
Tschussowaja (Uraufführung)

Charles Gounod
Ballettmusik Nr. 5 und Nr. 7 aus der Oper "Faust"

Robert Schumann 
Ouvertüre zu "Szenen aus Goethes Faust"

Walter Braunfels
Konzert für Orchester und Klavier op. 21

Moritz Ernst, Klavier
Philharmonie Baden-Baden
Leitung: Pavel Baleff 

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