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Aus der jüdischen Welt / Archiv | Beitrag vom 07.06.2019

Pfingsten und SchawuotFade Feste, starke Botschaften

Peter Schäfer im Gespräch mit Gerald Beyrodt

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Ein Sofer schreibt die letzten Zeilen für eine neue Torarolle in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle/Saale. (picture-alliance / dpa / Jan Woitas)
An Schawuot erhielt Mose die Tora: Bis heute gibt es den Beruf des Toraschreibers (picture-alliance / dpa / Jan Woitas)

Dieses Jahr fallen Pfingsten und der jüdische Feiertag Schawuot zusammen. Beide Feste stehen für Kernbotschaften ihrer Religionen: Pfingsten für den Heiligen Geist, der über die Jünger Jesu gekommen sein soll - und Schawuot für die "Gabe der Tora".

Tora bedeutet Weisung oder Lehre. Gemeint sind die Fünf Bücher Mose. "Die Tora ist ganz entschieden das Zentrum des Judentums", sagt der Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, im Deutschlandfunk Kultur. "Die Tora ist das einzige im Judentum, das wirklich heilig ist." Nach jüdischer Vorstellung habe Mose auf dem Berg Sinai auch die Auslegung der schriftlchen Tora erhalten - die "mündliche Tora". Zu den Fünf Büchern Mose gehöre auch immer die Auslegung des jeweiligen Predigers dazu. Daher sei das Judentum flexibler, als viele Christen wüssten, sagt Schäfer.

Parallelen und Unterschiede

Christen feierten an Pfingsten die "Ausgießung des Heiligen Geistes" auf die Jünger Jesu. Auch Juden hätten über den Heiligen Geist diskutiert. Allerdings sei dessen Bedeutung im Judentum "viel begrenzter" als im Christentum, erläutert der Museumsdirektor.

Pfingsten und Schawuot werden jeweils am 50. Tag nach einem anderen Fest gefeiert: Schawuot feiern Juden am 50. Tag nach Pessach, dem Frühlingsfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert. Schawuot bedeutet Wochen. Zwischen Pessach und Schawuot liegen sieben Wochen. Das Wort Pfingsten kommt aus dem Griechischen und "pentakoste hemera" bedeutet 50. Tag. Daher heißt Pfingsten auf Englisch auch Pentecost. 

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