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Kulturnachrichten

Freitag, 27. November 2015

Pfeiffer-Poensgen wird Zentrum Kulturgutverluste leiten

Zentrum ist zentraler Ansprechpartner zu Fragen von NS-Raubgut

Isabel Pfeiffer-Poensgen ist zur Vorsitzenden des Kuratoriums des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste gewählt worden. Poensgen ist Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder. Stellvertretender Vorsitzer wurde Eckart Köhne, der Präsident des Deutschen Museumsbundes. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte heute in Berlin, damit seien zwei renommierte Persönlichkeiten an der Spitze dieses wichtigen Gremiums gewonnen worden. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste sitzt in Magdeburg. Es ist der zentrale Ansprechpartner zu Fragen von NS-Raubgut, fördert die Herkunftsforschung und dokumentiert Kunstverluste in der "Lost Art"-Datenbank. "Die rückhaltlose Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs hat für uns eine immense Bedeutung", erklärte Grütters zur ersten internationalen Konferenz des Zentrums in Berlin. Dort wollten sich Experten aus dem In- und Ausland austauschen.

"Meine Tochter Anne Frank" erhält Fernsehfilmpreis

Den Juryvorsitz hatte der Autor und Journalist Torsten Körner

Das Dokudrama "Meine Tochter Anne Frank" (HR/WDR/RBB) ist in Baden-Baden mit dem Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet worden. Die Jury lobte den Film von Raymond Ley als "berührend" und "wohltuend still". Der 3sat-Zuschauerpreis, über den die Zuschauer im Internet und telefonisch abstimmen konnten, ging an "Die Ungehorsame" (Sat.1).
Der Preis für schauspielerische Leistung ging an Christiane Paul, die in dem Film "Unterm Radar" (WDR/Degeto) die Richterin Elke Seeberg verkörpert, deren Tochter verdächtigt wird, in einen Terroranschlag verwickelt zu sein. Ein Sonderpreis für die darstellerische Leistung ging an Barbara Auer und Matthias Brandt, die im "Polizeiruf 110: Kreise" (BR) gemeinsam als Kommissare in einem Mordfall ermitteln. Der Schauspieler Matthias Brandt wurde auch mit dem diesjährigen Hans Abich Preis für besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm ausgezeichnet.

Justizminister droht Polanski-Verfahren neu aufzurollen

Politiker will Entscheidung der Justiz überprüfen

Polens neue Regierung könnte den Prozess um das Auslieferungsgesuch der USA gegen Regisseur Roman Polanski nächstes Jahr erneut aufrollen. Justizminister Zbigniew Ziobro wolle die Entscheidung der polnischen Justiz, die das Gesuch für unzulässig erklärt hatte, überprüfen. Dies sagte der nationalkonservative Politiker heute der Nachrichtenagentur PAP. Wenn es bei der Entscheidung Rechtsverstöße gegeben habe, würden entsprechende aufklärerische Maßnahmen einleitet, kündigte er an. Darunter fielen Disziplinarverfahren gegen Staatsanwälte. Die neue Regierung will die Staatsanwaltschaft dem Justizministerium zuordnen. Die Behörde hatte heute die Entscheidung eines Krakauer Gerichts bekräftigt, die Auslieferung abzulehnen. Polanski hatte in den 70er Jahren mit der US-Staatsanwaltschaft wegen des ihm vorgeworfenen Sexualverbrechens eine Vereinbarung getroffen und eine freiwillige Gefängnisstrafe verbüßt.

Forscher entnehmen Genmaterial von Zar Alexander III.

Seine Enkel sollen identifiziert werden

Wissenschaftler haben den Sarg des vorletzten russischen Zaren Alexander III. in St. Petersburg geöffnet. Sie wollen genetisches Material entnehmen, um mögliche Überreste seiner von den Bolschewiken hingerichteten Enkel zu identifizieren. Alexander III. war 1894 gestorben, ihm folgte sein Sohn Nikolaus II. auf den Zarenthron. Nikolaus II. wurde 1918 nach der Oktoberrevolution zusammen mit seiner Familie exekutiert. Bei den Überresten, die nun identifiziert werden sollen, könnte es sich um den Thronfolger Zarewitsch Alexej und eine seiner Schwestern handeln. Vor ihrer Bestattung, die für dieses Jahr vorgesehen ist, will die russische orthodoxe Kirche aber weitere Gentests machen lassen. Sie hatte die gesamte Zarenfamilie heiliggesprochen.

Für Opern-Tunnel gab es keine Kosten-Nutzen-Prüfung

Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus zur Staatsopersanierung

Im Zuge der millionenschweren Sanierung der Staatsoper in Berlin ist der wirtschaftliche Nutzen eines unterirdischen Verbindungsbaus nicht geprüft worden. Dieser Tunnel soll Opernhaus und Magazingebäude verbinden, um zum Beispiel Kulissen transportieren zu können. "Nein, Wirtschaftlichkeitsanalysen wurden nicht angefertigt", sagte der Chef der Berliner Opernstiftung, Georg Vierthaler, heute im Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus.
Er war bis Anfang 2008 Geschäftsführender Direktor der Staatsoper. Ursprünglich sollte die Modernisierung der Staatsoper Unter den Linden 239 Millionen Euro kosten, mittlerweile werden die Kosten auf 400 Millionen Euro geschätzt. Der Tunnel stellte sich als kostspielig heraus. Arbeiter waren auf Reste der mittelalterlichen Bausubstanz des Opernhauses gestoßen, die unterirdische Verbindung musste mit zusätzlichem Beton gegen Grundwasser isoliert werden. Die Gesamtkosten für den Tunnel liegen bei knapp 37 Millionen Euro.

Wiedereröffnung der Kölner Bühnen frühestens Ende 2018

Kostensteigerung um 40 bis 60 Prozent

Die Sanierung des Kölner Opern- und Schauspielhauses verzögert sich um mindestens ein weiteres Jahr und wird nun frühestens Ende 2018 abgeschlossen sein. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wollte heute ausdrücklich keinen neuen Termin nennen, sie sagte nur: "Was ausdrücklich nicht funktionieren wird, das ist die Spielzeit 2017/18." Die Verzögerung werde eine Kostensteigerung von 40 bis 60 Prozent nach sich ziehen. Bisher waren die Kosten mit 288 Millionen Euro angegeben worden, so dass sich schlimmstenfalls etwa 460 Millionen Euro ergeben würden. Das aus den 50er und 60er Jahren stammende Gebäudeensemble hatte ursprünglich in diesem November wiedereröffnet werden sollen.

Architekturmuseum gestaltet Ausstellung auf Biennale

Thema sind Ankunftsstädte für Flüchtlinge

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) gestaltet auf der Architektur-Biennale 2016 in Venedig die Ausstellung im Deutschen Pavillon. Eine Auswahlkommission habe sich für das DAM entschieden, teilte eine Museumssprecherin heute mit. Der Titel der Ausstellung: "Making Heimat. Germany, Arrival Country." Thema werde die Frage sein, was eine gut gestaltete Ankunftsstadt für Flüchtlinge und Migranten ausmache: "Wie werden aus den Neuankömmlingen gesellschaftlich integrierte Bürger? Und welchen Beitrag können Architektur und Städtebau in diesem Prozess leisten?"

Debattenprojekt: Welches Land wollen wir sein?

Auftaktveranstaltung in Potsdam

Die Diskussion darüber, wie Deutschland in Zukunft aussehen soll, will der Sozialwissenschaftler Harald Welzer nicht den Talkshows überlassen. Ausgehend von den beiden großen Themen der Zeit - der Flüchtlingskrise und der Bedrohung durch islamistische Terroristen, soll ab heute in Theatern, Rathäusern und Stadthallen darüber debattiert werden, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.
Auftakt der neuen Debattenreihe ist heute Abend im Potsdamer Hans-Otto-Theater. Dafür hat Welzer prominente Mitstreiter gewonnen – darunter den Schriftsteller Ingo Schulze, den Philosophen Richard David Precht und die Wissenschaftlerin Susan Neiman. Nach jeweils kurzen Statements wollen die Veranstalter mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Bis Jahresende wird es ähnliche Veranstaltungen auch in anderen großen Städten geben, darunter Hamburg, Mannheim, Frankfurt, München, Köln und Berlin. Harald Welzer ist Sozialpsychologe, Autor und Mitbegründer von "Futurzwei", einer Stiftung die alternative Lebens- und Wirtschaftsformen fördern will.

Kunstfälscher vor Gericht

Gemälde für 570 000 Euro verkauft

Ein Zahntechniker soll gefälschte Gemälde von Künstlern wie Marc Chagall, Emil Nolde oder Pablo Picasso verkauft haben. Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in neun Fällen muss sich der 62-Jährige seit heute vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Laut Anklage hatte der Mann aus Bayern eine Künstlerin beauftragt, zahlreiche Gemälde nach dem Stil weltberühmter Künstler zu malen. Ein weiterer Experte trimmte die Gemälde auf alt. Anschließend soll der 62-Jährige die Fälschungen mit dem Hinweis, dass es sich um Kriegsbeutekunst handelt, in einer Regensburger Tiefgarage oder in seinem Haus verkauft haben. Dabei soll ein Schaden von etwa 577 000 Euro entstanden sein. Ein Ermittler deckte den Betrug schließlich auf. Das Gericht hat zunächst vier Verhandlungstermine bis 15. Dezember angesetzt.

Igor Levit spielt für Flüchtlinge

Pianist will Neuankömmlinge musikalisch begrüßen

Der weltweit gefeierte Igor Levit spielt am Samstag bei einem Begegnungskonzert für Flüchtlingsfamilien in Hannover. Der 28jährige Pianist ist selbst als Kind mit seinen Eltern von Russland nach Deutschland übergesiedelt. Es gehe ihm darum, den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie dazu gehören sagte Levit. Bei dem Konzert im NDR Landesfunkhaus verzichten alle Musiker auf ihre Gage. Die Hälfte der Karten geht an Flüchtlingsfamilien, die mit Bussen aus ihren Unterkünften abgeholt werden.

Untersuchungsausschuss hört Chef der Opernstiftung

Aussage zu Sanierungskosten der Berliner Staatsoper

Der Chef der Berliner Opernstiftung, Georg Vierthaler, muss heute im Untersuchungsausschuss zur millionenschweren Sanierung der Staatsoper aussagen. Der Generaldirektor ist als Zeuge geladen, kündigte das Abgeordnetenhaus an. Seit Mai ermittelt der Ausschuss wegen Planungspannen und Kostenexplosion der Sanierung. Ursprünglich sollte die Modernisierung der Staatsoper Unter den Linden 239 Millionen Euro kosten. Mittlerweile werden die Kosten auf 400 Millionen Euro geschätzt. Die Wiedereröffnung des Opernhauses wurde auf den Herbst 2017 verschoben.

Juliette Gréco verabschiedet sich von der Bühne

Letztes Konzert heute in Frankfurt

Juliette Gréco, die 88 Jahre alte Grande Dame des französischen Chansons, wollte ihr Abschiedskonzert schon im vergangenen Mai geben, musste es aber wegen einer Erkältung verschieben. Der Abschied von ihrem Publikum mache sie traurig, hatte die Sängerin und Schauspielerin gesagt. "Ich möchte die Bühne aufrecht verlassen und nicht so lange warten, bis ich abtreten muss, weil ich nicht mehr anders kann." Gréco war zuvor bereits im Rahmen ihrer "Merci"-Welttournee in Kanada, Italien, Belgien und Frankreich aufgetreten.

Nolde und Beckmann erzielen Spitzenpreise

Berliner Auktionshaus Grisebach im Höhenflug

Das unvollendete "Bildnis eines jungen Mädchens" von Max Beckmann ist gestern für 1,25 Millionen Euro versteigert worden. Das "Helle Sonnenblumenbild" von Emil Nolde kam beim Auktionshaus Grisebach für 1,06 Millionen Euro unter den Hammer. Bei den bisher vier Herbst-Versteigerungen seien rund 15 Millionen Euro erzielt worden, sagte ein Sprecher des Auktionshauses. "Es wird das erfolgreichste Jahr der Villa Grisebach seit der Gründung." Das "Helle Sonnenblumenbild" von Nolde aus dem Jahr 1936 ist ein Blumentraum in verschiedensten Gelb-, Braun- und Grüntönen. Beckmanns "Bildnis eines jungen Mädchens" in Öl und Farbkreide entstand um 1939 im Amsterdamer Exil. Es zeigt eine träumerische junge Frau im Sommerkleid. Beide Werke waren mit rund einer Million Euro veranschlagt worden. Bei der 250. Grisebach-Auktion werden noch bis Samstag 1658 Kunstwerke mit der Schätzsumme von insgesamt 23 Millionen Euro angeboten, darunter auch Arbeiten von Ernst Wilhelm Nay, Willi Baumeister, Andy Warhol, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

Fördermillionen für Corvey gebilligt

Unesco-Welterbestätte bleibt öffentlich zugänglich

Nach monatelangem Streit um Fördermillionen für die ostwestfälische Unesco-Welterbestätte Corvey hat der Stadtrat von Höxter einer Einigung mit den privaten Besitzern zugestimmt. Für die Vereinbarung stimmten am Donnerstagabend 29 Ratsmitglieder, 15 votierten mit Nein. Die Verträge regeln die Bedingungen, zu denen die Stadt vom Bund zugesagte vier Millionen Euro Fördergelder für Denkmalpflege und touristischen Ausbau an die Eigentümer weitergibt und um eine weitere halbe Million aus eigener Kasse aufstockt. Die ehemalige Klosteranlage gehört dem Herzog von Ratibor sowie einer Kirchengemeinde. In der Vereinbarung sichern die Privatbesitzer zu, die Welterbestätte für die Öffentlichkeit zu erhalten. Das freigegebene Geld soll für den Erhalt der Gebäude und ein neues Besucherzentrum ausgegeben werden.

Biopic über Papst Franziskus

Filmbiografie startet nächste Woche in Italien

"Nennt mich Franziskus - der Volkspapst" - in dem Film unter der Regie des italienischen Regisseurs Daniele Luchetti spielt Rodrigo de la Serna die Rolle des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio vor seiner Zeit als Kirchenführer. Bergoglio wird als progressiver Jesuitenführer dargestellt, der sich entschieden gegen die argentinische Militärdiktatur stellte. Unter Historikern und Zeitgenossen gilt das als umstritten.
Nach der Premiere in den italienischen Kinos am 3. Dezember ist das internationale Debüt für den 13. März 2016 geplant, den dritten Jahrestag der Papstwahl.

Nachlass von James Rizzi im Europa-Park

Ausstellung mit bislang unbekannten Pop-Art Werken

Der New Yorker Elektriker Bill Rizzi kümmert sich um die Veröffentlichung des Nachlasses seines verstorbenen Bruders, des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers James Rizzi. "Das ist ein wichtiger Teil meines Lebens, und ich versuche, dafür zu sorgen, dass alles in seinem Sinne weitergeführt wird", so Bill Rizzi. Im Europa-Park in Rust sind von diesem Samstag an mehr als 400 Werke des Pop-Art-Künstlers zu sehen - darunter das weltweit größte 3D-Bild Rizzis sowie eine von ihm gestaltete dreidimensionale Häuserfassade. Hinzukommen Original-Möbel und andere Werke aus seinem New Yorker Atelier, unter anderem Entwürfe für Kirchenfenster sowie eine Bibel für Kinder. Viele der nun ausgestellten Objekte waren bislang noch nie zu sehen. James Rizzi starb Ende 2011 im Alter von 61 Jahren. Er ist neben Andy Warhol einer der bedeutendsten Vertreter der Pop Art.

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