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Fazit / Archiv | Beitrag vom 06.12.2011

Peymann: Lessing-Preis ist eine "Ermutigung"

Intendant des Berliner Ensembles: Auf die Kunst kommen Fragen nach Utopien zu

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Claus Peymann: Lessing-Preis würdigt Theaterarbeit. (AP)
Claus Peymann: Lessing-Preis würdigt Theaterarbeit. (AP)

Claus Peymann fühlt sich durch den Lessing-Preis 2012 geehrt und als "Ermutigung" bezeichnet. Damit werde eine Theaterarbeit gewürdigt, die sich tatsächlich im Sinne Lessings bemühe und dafür auch viel gescholten werde, sagte Peymann.

"Es ist ja so, dass meine Arbeit hier, aber auch meine Arbeit in Wien, die ich immer als eine politische, aufklärerische Theaterarbeit verstanden habe, dass die ja durchgehend beschimpft wird. So wie Lessing es ja auch nicht leicht gehabt hat mit seinen Theaterstücken."

Wie später auch bei Bertolt Brecht und Peter Handke gebe es auch schon bei Lessing diese "Hoffnung auf eine Verbesserung der Welt durch die Kunst", äußerte Peymann. Er selbst habe diese Hoffnung auch: "Es muss sein. Die Politik hat das aufgegeben. Die Politik verteilt, in den Händen von Lobbyisten, den Mehrwert. Aber die Menschen brauchen Ziele. Nach dem Untergang des Sozialismus, nach dem immer geringer werdenden Wirkungsbereich der Kirchen kommen auf die Kunst Fragen nach Utopien zu."

Gotthold Ephraim Lessing sei ein "ganz, ganz besonderer Autor", meinte Peymann. So sei zum Beispiel die "Ringparabel" aus dem Stück "Nathan der Weise" eine Weltformel für Humanität, "nach meinem Dafürhalten so aktuell und so wichtig wie Nichts". Es freue ihn, dass das Berliner Ensemble damals das erste Theater gewesen sei, das dieses Drama nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 gespielt habe.

Sie können das vollständige Gespräch mit Claus Peymann mindestens bis zum 06.05.2012 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. Gespräch mit Claus Peymann als MP3-Audio

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