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Kulturnachrichten

Montag, 9. März 2020

Petition für Erhalt von Frankfurter Theater und Oper

Eine Initiative kämpft für den Erhalt der Frankfurter Städtischen Bühnen. Mit einer Petition wollen die Unterzeichner den vom Stadtparlament beschlossenen Komplett-Abriss des gemeinsamen Gebäudes von Theater und Oper am Willy-Brandt-Platz doch noch verhindern. Zu den Initiatoren gehört auch Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie an der Universität Kassel. Zwei Gutachten hatten ergeben, dass eine Sanierung des Gebäudes teurer würde als die Städtischen Bühnen neu zu bauen. Die Autoren der Petition sprechen nun von einem mangelhaften Verfahren, dessen Ergebnis weder plausibel noch überzeugend sei. Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zeuge von Geschichtsvergessenheit, heißt es in der Petition. Bei dem Doppelgebäude aus dem Jahr 1963 handle es sich um einen wichtigen Nachkriegsbau der Stadt. Der Theaterbau habe in Frankfurt Stadtgeschichte geschrieben und Identität gestiftet.

Protest gegen Haftanordnung für Berlinale-Gewinner

Die Berlinale protestiert gegen die Haftanordnung für den iranischen Regisseur Mohammad Rassulof. Man habe mit Bestürzung davon gehört, teilten die Internationalen Filmfestspiele in Berlin mit. Es sei erschütternd, dass ein Regisseur so hart für seine künstlerische Arbeit bestraft werde. Gerade erst hatte Rassulof mit seinem Film "Es gibt kein Böses" über die Todesstrafe in seinem Land den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Allerdings durfte er nicht selbst zu dem Filmfestival anreisen. Rassulof war im vergangenen Jahr im Iran wegen Propaganda gegen das System zu einer Haftstrafe von einem Jahr und einem zweijährigen Berufsverbot verurteilt worden. Bislang war die Strafe aber nicht vollstreckt worden. In der vergangenen Woche hatte ihn der zuständige Richter aufgefordert, die Haft anzutreten. Gegen die Haftanordnung protestierten auch andere Filmfestivals wie die in Cannes oder Hamburg sowie die Europäische und die Deutsche Filmakademie.

Juwelendiebstahl: Ermittlungen gegen Wachpersonal

Nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden ermitteln die Behörden auch gegen vier Wachleute des Museums. Sie könnten die Täter vor der Ausführung des Diebstahls Ende November unterstützt beziehungsweise diesen nicht verhindert haben. Das sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt. Bei zwei der Verdächtigen handelt es sich demnach um die Wachleute, die zum Zeitpunkt des Einbruchs Dienst hatten. Eine Privatperson habe Anzeige erstattet, erklärte Schmidt. Demnach sollen die Betroffenen auf den Einbruch "nicht adäquat reagiert und den Diebstahl nicht verhindert" haben.

Geiger Hope will breitere Beschäftigung mit Beethoven

Der Geiger Daniel Hope möchte als neuer Präsident des Vereins Beethoven-Haus in Bonn zu einer breiteren Beschäftigung mit dem Komponisten beitragen. Er wolle das jährliche Kammermusik-Fest weiterführen, sagte er bei der Vorstellung seiner Pläne. Allerdings solle es in die Stadt getragen werden, etwa mit Veranstaltungen in Pflegeheimen, Schulen oder Kindergärten. "Beethoven zählt zu meinen großen Inspirationen", so der 46-jährige Künstler. Hope ist Nachfolger der Bratschistin Tabea Zimmermann. Der Verein hatte das Geburtshaus des Komponisten Ludwig van Beethoven 1889 vor dem Abriss gerettet. Aus dieser Bürgerinitiative ist eine weltweit beachtete Einrichtung mit Gedächtnisstätte, Museum und Kulturinstitut geworden. In diesem Jahr wird der 250. Geburtstag Beethovens gefeiert.

Der Schauspieler Max von Sydow ist gestorben

Der schwedische Schauspieler Max von Sydow ist tot. Er starb gestern im Alter von 90 Jahren, wie sein Management mitteilte. Von Sydow wirkte in seiner langen Karriere in mehr als 80 Filmen mit. International bekannt wurde er durch seine Zusammenarebit mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergmann, mit dem er "Das siebente Siegel" drehte. Auch spielte er in vielen Horror- und Fantasy-Filmen mit, darunter "Der Exorzist". In den vergangenen Jahren war er auch in "Star Wars" und "Game of Thrones" zu sehen.

Alfredo Jaar gewinnt Hasselblad-Preis

Der chilenische Künstler Alfredo Jaar bekommt in diesem Jahr den renommierten Fotografie-Preis der schwedischen Hasselblad-Stiftung. Er erhalte die Auszeichnung für seine Erkundungen komplexer sozialpolitischer Angelegenheiten, teilte die Stiftung in Göteborg mit. Mit seinen ruhigen und meditativen Arbeiten richte er den Blick auf humanitäre Katastrophen, militärische Konflikte, politische Korruption und wirtschaftliche Ungleichheit in aller Welt. Der Hasselblad-Preis ist mit einer Million schwedischen Kronen (rund 94 000 Euro) dotiert und wird am 19. Oktober in Göteborg verliehen.

Autoren protestieren gegen Allen-Autobiografie

Autoren des Rowohlt-Verlages haben in einem offenen Brief gegen die geplante Veröffentlichung der Autobiografie des Filmemachers Woody Allen in ihrem Verlag protestiert. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen Margarete Stokowski, Sascha Lobo und Till Raether. Zuvor hatte der US-amerikanische Verlag Hachette nach Mitarbeiter-Protesten davon abgesehen, das Buch zu veröffentlichen. Die Tochter von Woody Allen, Dylan Farrow, hatte dem Künstler vorgeworfen, er habe sexualisierte Gewalt gegen sie ausgeübt. Zuvor hatte der Sohn Allens, Ronan Farrow, kritisiert, dass das Buch in den USA ohne Überprüfung der Fakten erscheinen sollte. Davon müsse man auch bei der Veröffentlichung in Deutschland ausgehen, sagte einer der Mitunterzeichner, der Autor Till Raether, im Deutschlandfunk Kultur. Das sei ein Zeichen mangelnden Respektes gegenüber den Opfern sexualisierter Gewalt. Unter anderem deshalb hätten er und weitere Autoren dem Rowohlt-Verlag in einem offenen Brief davon abgeraten.

Gymnasiallehrer klagen über Arbeitspensum

Zwei von drei Gymnasiallehrern und Gymnasiallehrerinnen in Deutschland fühlen sich durch ihre Arbeit stark belastet. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Deutsche Philologenverband vorgestellt hat. Zu den Stressfaktoren gehörte demnach in erster Linie ein hohes Arbeitspensum. Dazu kamen unter anderem fehlende Ruhezonen im Arbeitsalltag sowie Lärm in Klassen. Die Befragung basierte auf mehr als 16.000 Datensätzen mit Angaben, die Lehrer an Gymnasien online machten. Nach Angaben der Lehrergewerkschaft und der Krankenkasse ist es die größte derartige Erhebung bislang. Beide sahen Handlungsbedarf.

Bund startet "Zukunftsprogramm Kino"

Kulturstaatsministerin Grütters hat ein neues Förderprogramm für Kinos gestartet. Über das "Zukunftsprogramm Kino" stellt der Bund in diesem Jahr bis zu 17 Millionen Euro für bestimmte Kinos zur Verfügung, hieß es in einer Mitteilung. Sie müssen eine besondere strukturelle oder kulturelle Funktion an ihrem Standort erfüllen. Das Programm richtet sich vor allem an Kinos in kleineren Städten bis 50.000 Einwohner. Pro Kino können je nach Größe bis zu 315.000 Euro beantragt werden, Kinos mit nur einem Saal können maximal 60.000 Euro erhalten. "Der Zugang zur Kultur im ländlichen Raum ist ein wichtiger Faktor für gleichwertige Lebensverhältnissen in ganz Deutschland", sagte Grütters. Wo Menschen nicht nur die Folgen von Abwanderung, demografischem Wandel und Versorgungslücken zu tragen hätten, sondern auch zunehmend die Folgen eines schwindenden kulturellen Angebots, fänden Populisten leichter Zulauf.

Beethoven-Haus stellt Pläne vor

Der britische Geiger Daniel Hope hat ein neues Amt übernommen. Der Musiker ist nun Präsident des Vereins Beethoven-Haus in Bonn, wo er heute seine Pläne vorstellt. Seine Vorgängerin ist die Bratschistin Tabea Zimmermann. Der Verein hatte 1889 das Geburtshaus des Komponisten Ludwig van Beethoven vor dem Abriss gerettet. Aus dieser frühen Bürgerinitiative ist eine weltweit beachtete Einrichtung mit Museum, Archiv und Konzerten geworden. In diesem Jahr wird der 250. Geburtstag Beethovens gefeiert.

Folkwang Museum zum "Museum des Jahres" gewählt

Deutschlands Kunstkritiker haben das Folkwang Museum in Essen zum "Museum des Jahres" gewählt. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA begründete die Entscheidung damit, dass das Haus immer wieder seine bedeutende Sammlung mit thematisch aktuellen Sonderausstellungen verbinde. Zur "Ausstellung des Jahres" kürten die Kritiker die Schau "Palast der Republik" in der Kunsthalle Rostock. Dort werde die Geschichte des gleichnamigen einstigen und mittlerweile abgerissenen SED-Prachtbaus in Berlin leicht verständlich und wissenschaftlich sachlich dargestellt. Den Titel "Besondere Ausstellung" erhielt die Schau "The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue" am Berliner Ausstellungsort Kunst-Werke. Dort wurde das bislang wenig untersuchte Werk der Chicagoer Malerin Christina Ramberg gezeigt und in Bezug zu anderen Exponaten unterschiedlichster Formen gestellt.

Ausstellungen in Italien wegen Virus geschlossen

Am ersten Tag einer großflächigen Quarantäne wegen des Corona-Virus im Norden Italiens sind auch manche weiter südlich gelegenen Touristenattraktionen geschlossen. In Rom ist die vielbeachtete Ausstellung zum 500. Todestag des Künstlers Raffael geschlossen, nur drei Tage nach der Öffnung für das Publikum. Die Ausstellung mit 120 Werken bleibe bis zum 3. April geschlossen, stand auf ihrer Internetseite. Auch die Ruinen von Pompeji können nicht mehr besichtigt werden. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte kurz nach Mitternacht weitreichende Reisebeschränkungen für große Teile Norditaliens ausgewiesen.

Käßmann beklagt Frauenmangel in Spitzenämtern

Anlässlich des internationalen Frauentags hat die evangelische Theologin Margot Käßmann einen Mangel an Frauen in religiösen Spitzenämtern bemängelt. Zwar freue sie sich, dass in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heute Frauen alle Ämter wahrnehmen könnten. "Aber das ist die Ausnahme", schreibt Käßmann in der "Bild am Sonntag". Bei Treffen von Religionsführern seien dort meist ausschließlich Männer zu sehen. "Obwohl es in der Regel Frauen sind, die Religion praktizieren und an ihre Kinder und Enkel weitergeben", betonte die frühere EKD-Ratsvorsitzende. Auch heute noch brauche die Gesellschaft allgemein den Internationalen Frauentag. In ganz Asien sind unterdessen tausende Menschen für mehr Gleichstellung auf die Straße gegangen. In Thailand, Indonesien und auf den Philippinen beteiligten sich jeweils hunderte Frauen und Männer an den jährlichen Demonstrationszügen zum 8. März. Demonstranten in Bangkok forderten einen besseren Arbeitsschutz und mehr Rechte für Frauen. Die Demo in der philippinischen Hauptstadt Manila richtete sich auch gegen den Präsidenten Duterte, dem immer wieder Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird. In Jakarta forderten Demonstrantinnen Gesetze gegen sexuelle Gewalt.

Nockherberg-Aufführung verschoben

Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München mit satirischer Bußpredigt und anschließendem Singspiel wird wegen des Coronavirus verschoben. Das teilte die veranstaltende Paulaner-Brauerei mit. Die Hoffnung, der Starkbieranstich könnte stattfinden, sei groß gewesen, sagte eine Sprecherin: "Da es keine öffentliche Großveranstaltung ist und es eine begrenzte Gästezahl von 560 gibt." Der Corona-Krisenstab in Bayern habe allerdings bei der Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken gesehen und dazu geraten, den Starkbieranstich abzusagen oder zu verschieben.

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