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Kompressor | Beitrag vom 31.03.2016

Performer Mirko ThieleComeback für den verpönten Hans Wurst

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Besucher stehen am 24.05.2012 vor dem Eingang einer großen Foyer-Halle des Theaters Kampnagel in Hamburg. (picture-alliance / dpa / Georg Wendt)
Theater Kampnagel in Hamburg (picture-alliance / dpa / Georg Wendt)

Das deutsche Theater braucht Hans Wurst – oder zumindest Hans-Wurst-Energie, findet Mirko Thiele. Nun bringt er die im 18. Jahrhundert verbannte Gestalt zurück auf die Bühne - und will damit ein Zeichen setzen gegen eine durchstrukturierte (Theater)welt.

Wir leben in einer Zeit, in der sich ganz viel um Konzepte und Optimierung dreht, findet Mirko Thiele. Dieser Trend gehe auch an der Künstlerwelt nicht vorbei. "Wie optimiert man Feedback-Gespräche und Konzepte der Zusammenarbeit. Und ich finde, wir haben ein Maximum erreicht, was sehr anstrengend ist" sagt Thiele. Hans-Wurst - als Verkörperung von Nicht-Strategie und Nicht-Effizienz, soll da für Abhilfe sorgen.

Die Gestalt des Hans-Wurst sei im 18. Jahrhundert aus dem deutschen Theater verschwunden. "1737 hat man ihn symbolisch verbrannt und vergraben in Leipzig, man weiß es nicht genau", erklärt Thiele. Mit der Aktion sollte damals ein Zeichen gesetzt werden: "Mit dieser Art von Komik ist jetzt Schluss, wir wollen jetzt schönes Bildungstheater." Hiervon habe sich das deutsche Theater nie erholt.

Ob und wie Hans Wurst bei der Premiere auf Kampnagel auftaucht, lässt Thiele offen. Im Vordergrund soll die Improvisation stehen - "die Freiheit, sich immer wieder neu zu entscheiden."

Informationen von Kampnagel zu "Hans Wurst is back"

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