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Kulturnachrichten

Montag, 25. Mai 2020

PEN-Präsidentin plädiert für Autoren-Grundgehalt

Die Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Regula Venske, wirbt in der Corona-Krise für eine Art staatliches Gehalt für notleidende Autoren. "Wir haben bereits im März ein auf sechs Monate begrenztes bedingungsloses Grundeinkommen für freie Schriftstellerinnen und Schriftsteller gefordert", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen zeige sich, dass freie Autoren wegen ihrer besonderen Arbeitsbedingungen durch das Raster der Maßnahmen wie die Soforthilfe für Solo-Selbstständige fielen. Realistischer und hilfreicher wäre eine Zuwendung, die sich aus dem Durchschnittseinkommen der vergangenen drei Jahre berechne, so Venske. Das Kernproblem liege in der Unregelmäßigkeit beim Eingang von Honoraren zu normalen Zeiten. Deshalb könne man sich bei Hilfeleistungen kaum an den Einnahmen von Vormonaten orientieren.

Legendärer Jazz-Schlagzeuger Jimmy Cobb gestorben

Der legendäre US-Schlagzeuger Jimmy Cobb ist im Alter von 91 Jahren in New York gestorben. Das bestätigte seine Frau dem amerikanischen Sender "NPR". Cobb war überwiegend Autodidakt und brachte es zum ältesten Stammspieler in den meisten Miles-Davis-Formationen. Zwischen 1958 und 1963 trommelte er bei einigen der berühmtesten Aufnahmen mit, darunter auch beim Miles-Davis-Album "Kind Of Blue" von 1959. Außerdem spielte er mit Billie Holiday und John Coltrane. 2009 wurde Jimmy Cobb zum "NEA Jazz Master" ernannt, die höchste Auszeichnung für US-Jazzmusiker. Bis ins hohe Alter von 90 Jahren trat er regelmäßig auf und veröffentlichte noch im vergangenen Jahr das Album "This I Dig Of You".

Salzburger Festspiele 14 Tage kürzer

Die Salzburger Festspiele sind wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr 14 Tage kürzer als ursprünglich geplant. Wie das österreichische Bundesland Salzburg mitteilte, soll die Jubiläumsausgabe vom 1. bis 31. August dauern. Statt 200 Vorstellungen an 16 Spielstätten sind rund 90 Vorstellungen an höchstens sechs Spielstätten geplant. Alle Produktionen des Jubiläumsprogramms, die 2020 nicht zur Aufführung kommen, sollen 2021 gezeigt werden. Bereits vor zehn Tagen hatte das Land Salzburg mitgeteilt, dass das weltgrößte Klassik-Festival ausgerechnet im Jubiläumsjahr wegen der Corona-Krise abgespeckt werden müsse. In Österreich sind Kulturveranstaltungen ab Freitag wieder erlaubt - allerdings nur mit bis zu 100 Menschen im Publikum. Diese Zahl wird bis 1. August schrittweise auf bis zu 1000 Gäste gesteigert, sofern ein genehmigtes Sicherheitskonzept vorliegt.

Humboldt Forum erhält umstrittenes Kuppelkreuz

Das weitgehend fertiggestellte Humboldt Forum in Berlin bekommt nun auch das umstrittene Kreuz auf seine weit sichtbare Kuppel. Laterne mitsamt Kreuz sollen am Freitag aufgesetzt werden, wie die Stiftung Humboldt Forum mitteilte. Das christliche Symbol auf der Rekonstruktion des monarchistischen Schlosses wird unter anderem deshalb in Frage gestellt, weil das Humboldt Forum als Kultur- und Ausstellungszentrum völker- und religionsübergreifende Fragen thematisieren will. Der religiöse Anspruch des Kreuzes wird unterstrichen durch ein Schriftband, das die Kuppel umfasst und in dem die Unterwerfung aller Menschen unter das Christentum gefordert wird. Die für September geplante erste Teileröffnung des Humboldt Forums war coronabedingt verschoben worden. Der 644 Millionen Euro teure Bau soll nach dem Willen der Stiftung aber noch in diesem Jahr eröffnet werden.

Gitarrist Albert Aigner gestorben

Der Gitarrist und langjährige Lübecker Hochschullehrer Prof. Albert Aigner ist tot. Er starb im Alter von 71 Jahren in Neufeld an der Leitha in Österreich. Das teilte die Lübecker Musikhochschule mit, wo Aigner vier Jahrzehnte als Professor lehrte. Als Interpret trat er solistisch und kammermusikalisch in ganz Europa auf, unter anderem im Trio "Gitarre plus zwei", im "Duett Konzertant" und im "Hanseatischen Gitarrenquintett". Schwerpunkte seiner Musik waren die englische Renaissance und die Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts.

Lyrik Kabinett übernimmt Werke von Christoph Meckel

Die Stiftung Lyrik Kabinett in München hat rund 800 Gedichtbände aus dem Nachlass des Dichters und Grafikers Christoph Meckel übernommen. Darunter seien zahlreiche Widmungsexemplare, rare Publikationen mit Grafiken oder Holzschnitten Meckels sowie Übersetzungen seiner Lyrik, teilte die Stiftung in München mit. In vielen Büchern seien zudem handschriftliche Eintragungen von ihm, etwa Korrekturen oder Vermerke. "Die Sammlung ist eine große Bereicherung für unsere Bibliothek - und eine Verpflichtung", sagte Holger Pils vom Vorstand der Stiftung. Die Bände würden nun katalogisiert. Interessierte könnten sie dann später in der Bibliothek einsehen. Meckel war am 29. Januar im Alter von 84 Jahren in Freiburg gestorben.

Petition für umstrittene Leiter an Berliner Ballett-Schule

Vertreter der Tanzszene haben sich für die freigestellten Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin und der verbundenen Schule für Artistik eingesetzt. Die Freistellung solle aufgehoben und die Wiederbeschäftigung erreicht werden, heißt es in der Petition der Initiative "Save the Dance" an das Abgeordnetenhaus. Die Schule habe sich internationale Reputation erworben. Die Petition haben unter anderen Tanzpädagogen, Dramaturgen oder Choreographen unterzeichnet. Schulleiter und Künstlerischer Leiter der Ballettschule waren im Zuge von Untersuchungen nach zunächst anonymen Vorwürfen vom Dienst freigestellt worden. Eine Expertenkommission hatte zuvor eine "Kultur der Angst" an der Schule festgestellt. Bis zum Herbst sollen abschließende Berichte vorliegen.

Preisträger des Deutschen Verlagspreises bekannt

Die Verlage Matthes & Seitz Berlin, Liebeskind und DOM Publishers sind Spitzenpreisträger des Deutschen Verlagspreises 2020. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mit. Der Deutsche Verlagspreis wird in drei Kategorien verliehen: Drei Verlage erhalten für die Qualität und Innovationskraft ihrer Arbeit je ein Gütesiegel und eine Prämie in Höhe von 60.000 Euro. 60 weitere Verlage werden für ihre Leistungen mit einem Gütesiegel und je 20.000 Euro ausgezeichnet. Die ursprünglich für den 25. Mai in München geplante Verleihung musste aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt werden.

Bietergefecht um Objekte von Marie Antoinette

Die in Frankreich hingerichtete Königin Marie Antoinette fasziniert weiter: Bei einer Versteigerung von Hinterlassenschaften der Österreicherin in Versailles bei Paris lieferten sich Sammler aus aller Welt Bietergefechte, wie das Auktionshaus Osenat mitteilte - mit deutlich höheren Erlösen als erwartet. Ein Schrankkoffer der Frau von Frankreichs König Ludwig XVI. ging demnach für 43.750 Euro an einen Bieter. Der Schätzwert für das Gepäckstück mit der Inschrift "Schlafzimmer der Königin Nummer zehn" lag bei knapp einem Viertel dieses Preises. Ein mit Lilien und Rosen dekoriertes Damast-Handtuch von Marie Antoinette wurde für 14.500 Euro versteigert, rund das Fünffache des geschätzten Werts.

Proteste gegen Radebeuler Amtsleiter-Wahl

Die Wahl des Schriftstellers Jörg Bernig zum neuen Kulturamtsleiter im sächsischen Radebeul schlägt Wellen. 120 Menschen haben einen Protestbrief unterzeichnet, darunter DDR-Jazzlegende Günter "Baby" Sommer. In dem Schreiben, das vom Kulturverein Radebeul initiiert wurde, äußern die Kulturschaffenden "Entsetzen und Unverständnis" über die Wahl Bernigs. Der Schriftsteller, der zur Neuen Rechten gezählt wird, war in der vorigen Woche vom Stadtrat mutmaßlich mit den Stimmen von CDU und AfD gewählt worden. Auch der Schriftstellerverband PEN forderte den 56-Jährigen auf, seine Position zu überdenken. Bernig ist seit 2005 Mitglied des deutschen PEN.

Bayreuther Festspiele: Geschäftsführer tritt ab

Die Bayreuther Festspiele suchen ab April 2021 einen neuen Geschäftsführer. Der Vertrag mit dem bisherigen Amtsinhaber Holger von Berg soll nicht verlängert werden. Eine entsprechende Stellenanzeige für die Suche eines Nachfolgers wurde auf der Festspiel-Homepage veröffentlicht. Von Berg wird eine neue Aufgabe beim Freistaat Bayern im Geschäftsbereich des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in München übernehmen. Er ist seit April 2016 der zweite Geschäftsführer neben Festspielchefin Katharina Wagner, die wegen einer Erkrankung längere Zeit arbeitsunfähig ist. Unklar ist nach Angaben von Festspielsprecher Hubertus Herrmann auch noch, wie es mit dem Vertrag von Musikdirektor Christian Thielemann weitergeht. Sein Vertrag läuft im Herbst aus und wurde bislang nicht verlängert.

Morgenmagazin-Moderatorin Julitta Münch gestorben

Sie war die erste Moderatorin des ARD-Morgenmagazins, jetzt ist die WDR-Journalistin Julitta Münch im Alter von 60 Jahren in Lohmar gestorben. Das gab der WDR bekannt. Von 1992 bis 1994 präsentierte sie gemeinsam mit Jürgen Drensek das Morgemagazin. Später arbeitet sie beim WDR als Reporterin und als Radio- und TV-Moderatorin. Im Deutschlandfunk führte sie durch das „Wirtschaftsmagazin" und das „Morgenmagazin“. Die am 25. Juli 1959 geborene Journalistin hatte Politologie, Ökonomie, Soziologie und Psychologie studiert.

Gründer will Cirque du Soleil zurückkaufen

Der Gründer des legendären Cirque du Soleil, Guy Laliberté, will das durch die Corona-Krise angeschlagene Zirkusunternehmen zurückkaufen. Die Zirkustruppe habe ihm "so viel gegeben", dass er ihr nun helfen wolle, kündigte der 60-jährige Milliardär im kanadischen Radio an. Genauere Angaben zu seinen Übernahmeplänen machte der Kanadier nicht. Wegen des Coronavirus hat der Cirque de Soleil seine weltweit 44 Shows ausgesetzt. 4679 Mitarbeiter und damit 95 Prozent aller Angestellten wurden in den Zwangsurlaub geschickt. Der einstige Stelzenläufer Laliberté hatte die Zirkustruppe 1984 gegründet. 2015 verkaufte er die meisten seiner Anteile für 1,5 Milliarden Dollar an Investoren aus den USA und China, in diesem Jahr dann den Rest.

Verbände kritisieren Regeln zur Öffnung der Kinos

Kinoverbände haben die Regeln zur Wiedereröffnung von Lichtspielhäusern kritisiert. "Welche Hygienemaßnahmen wir umsetzen sollen, ist bisher bundesweit nicht klar geregelt", sagte Christine Berg vom Vorstand HDF Kino der Deutschen Presse-Agentur. In ganz Deutschland gebe es keine einheitliche Linie. Eines der größten Probleme seien zudem die Abstandsregeln, die meist 1,5 Meter zwischen Besuchergruppen vorschreiben. So kann ein Kinosaal laut Berg aber nur zu maximal 20 oder 25 Prozent ausgelastet werden. Sie verwies auf Supermärkte oder die Bahn, wo nicht immer 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Bundesweit sind auch die Termine für die Kino-Wiedereröffnungen uneinheitlich geregelt. Die ersten Lichtspielhäuser in Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein haben bereits geöffnet. Weitere Bundesländer folgen in den nächsten Tagen.

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