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Interview / Archiv | Beitrag vom 27.12.2017

Pause machenOft fehlt die Zeit zur kurzen Erholung

Johannes Wendsche im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Zwei Bauarbeiter machen eine Pause in zwei großen Baurohren. (picture alliance / dpa / Adrian Bradshaw)
Zwei Bauarbeiter machen eine Pause in zwei großen Baurohren. (picture alliance / dpa / Adrian Bradshaw)

Rund ein Viertel der Beschäftigten verzichtet auf eine Pause bei der Arbeit. Der Psychologe Johannes Wendsche betont, wie wichtig Erholungspausen im Job sind und dass sie die Leistung eher steigern helfen.

Zwischen den Jahren gönnen sich viele Menschen eine Pause, selbst die Sondierer von CDU und SPD. Aber auch im normalen Arbeitsalltag sind Pausen wichtig, wie der Psychologe Johannes Wendsche betont. Er hat deren Bedeutung für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dresden erforscht und hebt vor allem die Erholungsfunktion hervor. "Menschen ermüden während ihres Arbeitstages", sagte Wendsche im Deutschlandfunk Kultur.

Während der Pause könne sich der Arbeitnehmer kurz erholen und diese Ermüdung werde abgebaut: "Die Pause hat viele andere gute Funktionen, sie ist auch leistungsförderlich, weil sie die Arbeit in kürzere Abschnitte unterbricht", sagte der Wissenschaftler. "Das motiviert die Beschäftigten und wirkt sich auch auf die Genauigkeit bei der Arbeit aus."

Frühe Pausen empfohlen

Während das Arbeitszeitgesetz für deutsche Arbeitnehmer vorsehe, dass es nach sechs Stunden im Job eine halbe Stunde Pause gebe, empfiehlt Wendsche eine frühere kurze Pause schon nach ein oder zwei Stunden. "Die Faustregel ist immer die, man sollte etwas anderes machen als das, was man während seiner Arbeitstätigkeit tut." Wer körperlich schwer arbeite, sollte sich entspannen und ausruhen. Wer geistig und am Computer arbeite, sollte lieber eine Bewegungspause einlegen. Aber auch die sozialen Pausen hätten eine wichtige Funktion, um den Austausch mit den Kollegen zu pflegen.

Hoher Zeitdruck und Multitasking

Eine Studie mit 20.000 Beschäftigten habe gezeigt, dass etwa ein Viertel die gesetzlich vorgeschriebene Pause ausfallen ließen. In Gesundheits- und Sozialberufen sehe es noch schlimmer aus, weil rund die Hälfte der Beschäftigten nicht dazu kämen, ihre Pause einzulegen. Hoher Zeitdruck und Multitasking verstärkten diese Tendenz. Solche Arbeitsbedingungen müssten verändert werden, sagte Wendsche.     

 In den nächsten Tagen widmet sich Deutschlandfunk Kultur auch noch der "Denkpause" (28.12.) und der "Pause in der Musik" (29.12) in der Frühsendung von Studio 9.    

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