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Mittwoch, 17.10.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 23. September 2018

Paul Simon gibt Abschiedskonzert

Musiker spielte drei Stunden in New York

Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Musikgeschäft hat US-Sänger Paul Simon in der Nacht vor tausenden Menschen in New York ein Abschiedskonzert gegeben. "Das bedeutet mir mehr, als ihr wisst", sagte der 76-Jährige beim letzten Applaus, nachdem er rund drei Stunden lang eine Auswahl seiner größten Hits wie "The Sound Of Silence", "Bridge Over Troubled Water" oder "50 Ways To Leave Your Lover" gespielt hatte. Die seit langem ausverkaufte Veranstaltung fand im Flushing Meadows Corona Park im New Yorker Stadtteil Queens statt. Der vielfach preisgekrönte Musiker gehört zu den erfolgreichsten Sängern und Songschreibern der vergangenen Jahrzehnte. Solo und mit dem Kollegen Art Garfunkel als Simon & Garfunkel feierte er Welterfolge.

Bill Cosby: Strafmaß im Missbrauchsprozess erwartet

Cosby droht 30-jährige Haftstrafe

Im Missbrauchsprozess gegen den früheren US-Fernsehstar Bill Cosby wird voraussichtlich am Montag das Strafmaß verkündet. Der 81-Jährige war im April von einem Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania für schuldig befunden worden, im Jahr 2004 eine Frau durch Medikamente bewusstlos gemacht und sich dann an ihr vergangen zu haben. Cosby droht eine 30-jährige Haftstrafe. Er könnte also den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Cosby wird von etwa 60 Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, doch sind die meisten Fälle verjährt. Der Komiker war früher in seiner Rolle als gutmütiger Arzt und Familienvater in der "Cosby Show" einer der beliebtesten TV-Stars des Landes.

TV-Reality wirbelt in Serbien die Politik durcheinander

Nach Kritik am Format könnte Kultusminister Vladan Vukosavljevic sein Amt verlieren

Die serbische TV-Reality-Show "Zadruga" (Genossenschaft) sorgt für politische Unruhe. Nachdem Kultusminister Vladan Vukosavljevic das beliebte Format wegen seiner "verbalen und körperlichen pornografischen Inhalte" gerügt hatte, wackelt jetzt dessen Stuhl, berichteten serbische Medien am Sonntag. Er habe bei seiner Kritik wissen müssen, "dass er am Ende den Kürzeren zieht", schrieb die größte Zeitung "Blic". Auch die Regierungszeitung "Politika" berichtete, der Minister habe die "politische Macht" des ausstrahlenden Senders "Pink" falsch eingeschätzt. Der hatte zuvor den Minister als "oberflächlichen Dummkopf" bezeichnet. Innenminister Nebojsa Stefanovic distanzierte sich am Sonntag von seinem Ministerkollegen.

Steinmeier ruft zu gesellschaftlichem Dialog auf

Bundespräsident: "Gruppen ziehen gegeneinander in den Kulturkampf"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum gesellschaftlichen Dialog und zur Stärkung der Demokratie aufgerufen. Die zwischen den verschiedenen Lebenswelten im Land entstandenen Mauern, die dem gesellschaftlichen Zusammenhalt "inzwischen für alle spürbar im Wege stehen", müssten überwunden werden, sagte Steinmeier laut Redemanuskript bei der Veranstaltung "Deutschland spricht" des Nachrichtenportals "Zeit online" in Berlin. Es müsse mehr darüber gesprochen werden, was gut sei in diesem Land. Aus gesellschaftlichen Haarrissen seien tiefe Gräben geworden. Auf deutschen Straßen zeigten sich Wut und Protest, Hass und Gewaltausbrüche. "Wir erleben Dauerempörung, eine sozialmoralische Rage, mit der Gruppen regelrecht gegeneinander in den Kulturkampf ziehen", führte Steinmeier aus: "Und wir erleben sogar, dass dabei die Existenzberechtigung des Anderen in Abrede gestellt wird." Die Verächtlichmachung der demokratischen politischen Ordnung als "System" sei dabei in der Regel ein Frontalangriff auf die liberale Demokratie und ihre Institutionen.

Anne-Sophie Mutter erinnert an Befreiungskonzert

Gedenken an erste jüdische Veranstaltung auf deutschem Boden nach Holocaust

In einem Benefizkonzert hat die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter mit israelischen Musikern in der Klosterkirche von Sankt Ottilien an eine historische Musikdarbietung erinnert. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich in der oberbayerischen Erzabtei jüdische Musiker, darunter KZ-Überlebende und ehemalige Zwangsarbeiter, zu einem Ensemble formiert. Ihr "Befreiungskonzert" am 27. Mai 1945 war die erste jüdische Veranstaltung auf deutschem Boden nach dem Holocaust. Die Musiker traten damals in ihrer gestreiften Sträflingskleidung auf. Anne-Sophie Mutter und das Orchester der Buchmann-Mehta School of Music Tel Aviv spielten außer Werken von Mozart und Schubert Stücke aus dem historischen Konzertprogramm.

Robert Seethaler mit Rheingau-Literatur-Preis geehrt

Auszeichnung ist mit 111 Flaschen Riesling dotiert

Der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler ist in Geisenheim für sein jüngstes Werk "Das Feld" mit dem Rheingau-Literatur-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Der Roman zeichne sich durch seinen "unverwechselbaren Erzählton und die Selbstverständlichkeit eines literarischen Umgangs mit dem Tod" aus, begründete die Jury ihre Wahl. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling dotiert. Der Rheingau-Literatur-Preis wurde zum 25. Mal verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Ulla Berkéwicz, Thomas Lehr, Robert Gernhardt, Ralf Rothmann, Ursula Krechel, Josef Haslinger, Sasa Stanisic und im vergangenen Jahr Ingo Schulze.

Teufelsberg soll Denkmal werden

Berliner Senat bemüht sich um Anerkennung

Die ehemalige Abhörstation der West-Alliierten auf dem Berliner Teufelsberg soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ein Sprecher der Senatskulturverwaltung sagte der deutschen Presse Agentur, die Anlage sei geprüft worden und weise alle Kennzeichen eines Denkmals auf. "Wir versuchen, sie noch in diesem Jahr auf die Liste zu bekommen", heiß es. Allerdings seien noch nicht alle Verfahrensschritte abgeschlossen. Der Teufelsberg, ein 120 Meter hoher Hügel im Westen der Stadt, besteht aus Schutt und Trümmern des Zweiten Weltkrieges. Dort installierten die siegreichen Westmächte in den 50er Jahren eine gigantische Abhöranlage, mit der sie den Funkverkehr der Warschauer-Pakt-Staaten abfingen. Größte Attraktion für die Besucher ist bisher neben dem spektakulären 360-Grad-Blick über die Stadt die Graffiti-Galerie im Hauptgebäude, in der unzählige Streetart-Künstler ihre Werke hinterlassen haben.

Weiter Unterstützung für Chemnitz als Kulturhauptstadt

Theaterintendant Dittrich: "Jetzt erst recht"

Chemnitz sollte nach Meinung seines Theaterintendanten trotz der Schlagzeilen um Rassismus und Hetze ins Rennen um die Europäische Kulturhauptstadt 2025 gehen. "Jetzt erst recht", sagte der Generalintendant der Städtischen Theater, Christoph Dittrich der Deutschen Presse Agentur. Seit dem Tod eines Deutschen und anschließenden rechtsradikalen Aufmärschen mit gewaltsamen Ausschreitungen ist die sächsische Stadt in den Schlagzeilen. Dittrich sagte, es komme darauf an, wie man mit solchen Ereignissen umgehe. Das Konzept des Wettbewerbs begeistere ihn, er sei optimistisch. Es gehe darum, was man als Stadt erreichen wolle und um bürgerschaftliches Engagement.

Arne Schmitt erhält Kunstpreis der Böttcherstraße

Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert

Der Künstler Arne Schmitt hat den mit 30.000 Euro dotierten Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen erhalten. Die Jury würdige damit vor allem das Werk "Der heiße Frieden", teilte die Kunsthalle Bremen mit. Darin stellt er eigene Schwarz-Weiß-Fotografien von Plätzen und Menschen in Ludwigshafen ausgewähltem Bild- und Filmmaterial aus dem Archiv des dort ansässigen Chemiekonzern BASF gegenüber. Die Werke des Preisträgers sind noch bis zum 30. September in der Kunsthalle zu sehen. Der Kunstpreis, der zum 46.
Mal vergeben wurde, zählt nach Angaben der Stifter zu den anerkanntesten und am höchsten dotierten Auszeichnungen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst in Deutschland vergeben werden.

Olaf Nicolai mit Wilhelm-Loth-Preis geehrt

Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert

Der Konzept- und Medienkünstler Olaf Nicolai ist am Samstagabend mit dem Wilhelm-Loth-Preis der Stadt Darmstadt ausgezeichnet worden. Die Entscheidung für Nicolai reihe sich ein in die lange Tradition der Stadt, „sich immer wieder neu den aktuellen Fragestellungen der Kunst zuzuwenden und daraus ungewohnte, ja provozierende Blicke auf den Alltag zu gewinnen", sagte Oberbürgermeister und Jurymitglied Jochen Partsch. Der Preis ist mit 12.000 Euro, einer Ausstellung am Institut Mathildenhöhe im Frühjahr 2019 sowie einer Publikation verbunden.

Comcast setzt sich bei Bieterschlacht um Sky durch

Das Unternehmen hat 33 Milliarden Euro geboten

Die Übernahmeschlacht um das britische Medien- und Telekommunikationsunternehmen Sky ist entschieden: Der US-Kabelriese Comcast hat sich im Bieterwettbewerb gegen den Murdoch-Konzern 21st Century Fox durchgesetzt. Das Unternehmen hat 29,6 Milliarden Pfund (knapp 33 Milliarden Euro) geboten und damit die Versteigerung gewonnen.

Bianca Jagger enttäuscht von Heimatland Nicaragua

Ex-Frau von Mick Jagger beklagt Unterdrückung und fordert Sanktionen

Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger hat sich enttäuscht von der Revolution in ihrem Heimatland Nicaragua abgewandt. Die Ex-Frau des Rolling-Stones-Sängers Mick Jagger beklagte in New York "Terror" und "erbarmungslose Unterdrückung" von Regierungskritikern. Der linksgerichtete Präsident Daniel Ortega "tötet unbewaffnete Kinder", sagte sie. Die Zustände seien möglicherweise schlimmer als unter dem Machthaber Somoza, den Ortegas Sandinisten 1979 gestürzt hatten. Jagger sagte, sie fühle sich von Ortega "verraten". Die prominente Aktivistin war früher Anhängerin der sandinistischen Revolution. Nun forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, die Nicaraguaner im Kampf gegen Ortega zu unterstützen und schärfere Sanktionen gegen die Regierung zu verhängen. Nicaraguas Staatschef Ortega sieht sich seit Monaten Massenprotesten ausgesetzt, die von Polizei und Paramilitärs niedergeschlagen werden. Auslöser der Demonstrationen waren später zurückgenommene Rentenkürzungen.

Oktoberfest mit traditionellem Fassanstich eröffnet

Sechs Millionen Gäste auf größtem Volksfest der Welt in München erwartet

Mit dem Einzug der Wiesnwirte und dem traditionellen Fassanstich hat das Münchner Oktoberfest begonnen. Oberbürgermeister Dieter Reiter stach im Schottenhammel-Festzelt mit zwei Schlägen das erste Bierfass an und reichte die erste Maß Bier an Ministerpräsident Markus Söder. Damit ist das Oktoberfest offiziell eröffnet. In den folgenden gut zwei Wochen werden in München zum weltweit größten Volksfest um die sechs Millionen Besucher erwartet. In den vergangenen Jahren war aus Sorge vor Anschlägen das Sicherheitskonzept der Wiesn ausgeweitet worden. Die Theresienwiese ist inzwischen umzäunt, Besucher dürfen keine Rucksäcke mit auf das Gelände nehmen.

Bischof: Freiheitssymbole gegen Neonazis verteidigen

Die weiße Rose als Symbol des NS-Widerstands "schamlos missbraucht"

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, hat zu mehr Engagement gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus aufgerufen. Dazu gehöre auch, dem Missbrauch von Symbolen des NS-Widerstands, des Christentums und der Demokratie durch Neonazis und Populisten entgegenzutreten, sagte Dröge zum 100. Geburtstag des NS-Widerstandskämpfers Hans Scholl. Der Mitbegründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose wurde am 22. September 1918 geboren und am 22. Februar 1943 von den Nazis hingerichtet. In Chemnitz seien jüngst bei einer sogenannten Trauerdemonstration "Rechtspopulisten, Rechtsextremisten und waschechte Neonazis einträchtig nebeneinander" marschiert und hätten dabei die weiße Rose als Symbol des NS-Widerstands "schamlos missbraucht", kritisierte der Bischof. Diese Form der Umdeutung von Symbolen gehöre zu einer bewussten Strategie, betonte der Bischof.

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