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Kulturnachrichten

Freitag, 30. September 2016

Paul Ingendaay plädiert für Navid Kermani als Bundespräsident

Kermani sei "ein zuverlässiger Spiegel der neuen deutschen Wirklichkeit"

Der Europa-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Paul Ingendaay, hat mit einem Gedankenspiel den Publizisten Navid Kermani als Nachfolger für Joachim Gauck ins Gespräch gebracht. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels sei das Gegenteil eines ideologischen Grabenkämpfers; er stehe für eine weitgefasste globale Ökumene, die das Beste der Weltreligionen einschließt und sie für die friedliche Zukunft der Gesellschaften in die Pflicht nehme, schreibt Ingendaay. Als Journalist und Islamwissenschaftler mit deutscher und iranischer Staatsbürgerschaft, wäre er ein geeigneter Bundespräsident für ein Land, das "vor der größten Herausforderung seit 1945 steht".

Literaturnobelpreis-Bekanntgabe erst am 13. Oktober

Das bestätigte die Schwedische Akademie in Stockholm

Wer in diesem Jahr den renommierten Literaturpreis der Welt erhält, wird eine Woche später als üblich bekannt gegeben. Grund sei der Zeitplan der Schwedischen Akademie, erklärte deren Mitglied Per Wastberg. Das Gremium treffe sich im Herbst immer an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen, um über Kandidaten für den Nobelpreis zu diskutieren. Beginn sei der vorletzte Donnerstag im September, in diesem Jahr der 22. September gewesen - später als gewöhnlich. Demnach finde das vierte und letzte Treffen am 13. Oktober statt.

Zwei gestohlene Bilder von Van Gogh in Italien gefunden

Sie waren 2002 aus dem Amsterdamer Van Gogh-Museum gestohlen worden

Zwei vor 14 Jahren in Amsterdam gestohlene Bilder von Vincent van Gogh sind in Italien gefunden worden. Das bestätigte der Direktor des Amsterdamer Van Gogh-Museums, Axel Rüger. "Ja, sie sind gefunden worden." Die italienische Polizei hatte sie nach Angaben des Museums bei einer Großaktion gegen das organisierte Verbrechen entdeckt. Sie waren in Baumwolltücher eingewickelt im Haus eines Drogenbosses in dem kleinen Ort Castellammare di Stabia südlich von Neapel versteckt. Kulturminister Dario Franceschini erklärte, der Erfolg unterstreiche Italiens Stärke im Vorgehen gegen den illegalen Kunsthandel. Die Gemälde "Zeegezicht bij Scheveningen" (Meer bei Scheveningen) und "Hervormde Kerk te Nuenen" (Reformierte Kirche in Nuenen) seien leicht beschädigt, sollen aber in relativ gutem Zustand sein. Sie waren 2002 aus dem Amsterdamer Museum gestohlen worden. Drei Jahre später waren zwei Männer in den Niederlanden dafür zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie hatten allerdings ihre Unschuld beteuert. Wann die Gemälde in das Museum zurückkehren, ist noch nicht klar.

Zeitungsverlage gewinnen Streit über Tagesschau-App

Oberlandesgericht Köln lässt keinen Einspruch zu

Der jahrelange Rechtsstreit um die "Tagesschau"-App ist mit einer Niederlage für die ARD zu Ende gegangen. Das Gericht stufte sich als "unzulässig" ein mit einer Entscheidung zugunsten der Zeitungsverlage und verbot, die App in dieser Form weiter zu verbreiten. Es folgte damit der Klage von elf deutschen Zeitungsverlagen. Die Kläger hatten kritisiert, die "Tagesschau"-App, die auch umfangreiche Texte enthält, verzerre den Markt, weil die ARD sie mit dem Rundfunkbeitrag finanziert. Die ARD hielt dem entgegen, dass die App viele audiovisuelle Angebote umfasse, wie sie so bei entsprechenden Angeboten von Zeitungsverlagen nicht vorstellbar seien. Eine Revision wurde vom Gericht nicht zugelassen.

ZDFneo sendet am Stammplatz alte Böhmermann-Folge

Auch Moderator von Panne überrascht

Die Fans der Sendung „Neo Magazin Royal“ sahen gestern um 22.15 Uhr keine neue Folge des "Neo Magazin Royal", sondern eine Wiederholung aus dem Juni dieses Jahres. Jan Böhmermann reagierte auf erstaunte Tweets umgehend: "Also die Sendung ist seit 14 Uhr in Mainz, ehrlich", "Hat jemand die Durchwahl zur Sendeleitung?" Inzwischen teilte das ZDF mit, dass die aktuelle Sendung wegen eines "internen Übertragungsfehlers" zur geplanten Sendezeit nur in der Mediathek zu sehen gewesen sei. Die richtige Version lief dann in der Wiederholung um 00.05 Uhr

"Rosetta" beendet ihre letzte Reise auf Komet Tschuri

Kontrollierter Aufprall der Sonde zum Abschluss von historischer Kometenmission

Spektakuläres Finale der europäischen Kometenmission "Rosetta": Zwölfeinhalb Jahre nach ihrem Start ist die "Rosetta"-Forschungssonde in rund 720 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde planmäßig auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko niedergegangen. Um 13.19 Uhr brach der Datenstrom von "Rosetta" im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt ab, was die Wissenschaftler als Beleg für den kontrollierten Aufprall der Sonde werteten. Die "Rosetta"-Mission der europäischen Weltraumbehörde ESA gilt als eine der erfolgreichsten in der Raumfahrtgeschichte.

Deutsche Welle will online Geflüchteten helfen

Projekt ist eine Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit

Die Deutsche Welle will Geflüchteten Orientierung bieten. Der Sender stellte dazu unter dem Titel "Mach dein Herz auf - Deutschland für Einsteiger" ein erstes Modul mit Videos, Info-Texten und einem Sprachlernprogramm vor. Gezielt soll das Projekt bei der Integration in den Arbeitsmarkt helfen und Ehrenamtliche unterstützen. Die Themenauswahl basiere auf Erfahrungen aus der praktischen Flüchtlingsarbeit in den vergangenen Monaten. Die Videos werden über die Webseite der Deutschen Welle und Soziale Medien verbreitet. Das neue multimediale Angebot funktioniert auch auf dem Smartphone.

Würth kauft Chipperfield-Haus für Preußischen Kulturbesitz

Stiftung und Bundesregierung danken dem Milliardär

Der schwäbische "Schraubenkönig" und Kunstsammler Reinhold Würth finanziert den Ankauf eines von David Chipperfield gebauten Galeriehauses in Berlin. Es entstand 2006/2007 im Auftrag der Galeristenfamilie Bastian, die nach Angaben von Hermann Parzinger beim Verkauf auf einen Gewinn verzichtete, um die weitere kulturelle Nutzung gegenüber der Museumsinsel zu ermöglichen. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters dankte dem Unternehmener nun für sein Engagement. Würth finanziert demnach nicht nur den Erwerb im kommenden Jahr, sondern auch die Betriebskosten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will in dem dann nach dem 81jährigen benannten Gebäude ein Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung eröffnen.

Gerhard-Marcks-Haus in Bremen wird wiedereröffnet

Das Haus war über ein Jahr wegen Umbauten geschlossen

Das Bremer Gerhard-Marcks-Haus ist ab Sonntag wieder geöffnet. Das teilte Direktor Arie Hartog mit. Der rund zwei Millionen Euro teure Umbau vor allem im Inneren des klassizistischen Altbaus seien abgeschlossen. Es gibt nun unter anderem moderne Lichttechnik und ein gläsernes Eingangsportal.

Malerin Shirley Jaffe mit 93 Jahren gestorben

Das meldet "Le Figaro"

"Eine Amerikanerin in Paris" schreibt die französische Tageszeitung zum gestrigen Tod der 1923 in den USA geborene Shirley Jaffe. Nach dem Studium in Washington und New York war Jaffe 1949 nach Frankreich gegangen. Ihre Arbeiten des abstrakten Expressionismus gehören zur Sammlung des MoMa genauso wie des Centre Pompidou. Sie starb in ihrer Wahlheimat.

Walter Vitt versuchte WDR vom Kunst-Verkauf abzuhalten

Ehemaliger Kunstbeauftragter des Senders hatte die Sammlung mit aufgebaut

Der langjährige Präsident der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA, Walter Vitt, hat sich kurz vor seinem 80. Geburtstag erschüttert gezeigt, dass es ihm nicht gelungen ist, den Verkauf vieler Werke aus der Kunstsammlung des Westdeutschen Rundfunks abzuwenden. Er habe vergeblich versucht, Intendant Tom Buhrow von dem Vorhaben abzubringen. Ihn nicht überzeugen zu können, habe ihn "persönlich sehr getroffen." Man habe die Ankäufe einst als kulturelle Verpflichtung verstanden und damit auch von den Nazis diffamierte Künstler wieder ins Land zurückgeholt, so der langjährige ehrenamtliche Kunstbeauftragte des WDR.

Neue Chefin für Staatsbibliothek Bamberg

Bettina Wagner tritt Nachfolge von Werner Taegert an

Die bisherige Referatsleiterin in der Bayerischen Staatsbibliothek, Bettina Wagner, wird mit Beginn des Monats die Staatsbibliothek Bamberg leiten. Die 52jährige studierte Germanistik, Romanistik und Mittellatein in Würzburg und Oxford. 1994 wurde sie in Würzburg mit einer Dissertation über einen mittelalterlichen Text promoviert. 1992 bis 1996 war sie an einem Projekt zu einer Inkunabelsammlung in Oxford tätig. Seit 1998 ist die ausgebildete Bibliothekarin in der BSB beschäftigt und arbeitete ab 2005 in leitender Position in der Abteilung für Handschriften und alte Drucke.

Literarische Übersetzer feiern Hieronymus

Der "Gläserne Übersetzer" gewährt Lesern Einblick ins Handwerk

Der Verein Weltlesebühne und private Initiativen laden heute in über 18 Städten zu Veranstaltungen ein. So lassen sich literarische Übersetzer und Übersetzerinnen in Berlin, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln und Leipzig über die Schulter schauen. Auch in zehn Goethe-Instituten kommen "Gläserne Übersetzer" zum Einsatz: u. a. in Istanbul, Krakau und Mexiko-Stadt wird öffentlich an literarischen Übersetzungen gearbeitet. Überlegungen werden transparent gemacht und Entscheidungen zur Diskussion gestellt. Hieronymus gilt als Schutzheiliger der Übersetzer. An seinem Todestag, dem 30. September, wird dem Übersetzer des Alten Testaments aus dem Hebräischen ins gesprochene Latein gedacht.

McGregor und Connelly eröffnen Hamburger Filmfest

Bis zum 8. Oktober werden 165 Filme aus 53 Ländern gezeigt

Mit den Stargästen Ewan McGregor ("Star Wars") und Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly ("A Beautiful Mind") hat das Hamburger Filmfest begonnen. Die beiden Hollywoodstars präsentierten zum Auftakt den Film "Amerikanisches Idyll", der auf dem gleichnamigen Roman des Pulitzer-Preisträgers Philip Roth basiert. Der Film ist McGregors Spielfilm-Debüt als Regisseur, in dem er zugleich eine der Hauptrollen spielt. Das Hamburger Filmfest findet in diesem Jahr zum 24. Mal statt. Zu sehen sind 165 Produktionen aus 53 Ländern. Erwartet werden 320 Filmemacher, Schauspieler und Produzenten, die ihre Werke bis zum 8. Oktober in sechs Kinos der Hansestadt vorstellen.

Früher Salzsiedeofen in Brandenburg entdeckt

Schon vor 2500 Jahren wurde in Brandenburg Salz gewonnen

Archäologen haben im Oderbruch Reste von Siedlungen aus der Steinzeit und der Eisenzeit entdeckt, darunter Zeugnisse einer sehr frühen Produktion von Salz. Das Berliner Grabungsteam fand im brandenburgischen Ort Eichwerder ein Kindergrab aus dem 7. bis 6. Jahrhundert vor Christi sowie mehrere etwa 2500 Jahre alte Öfen aus der Eisenzeit. Einer der Öfen soll ein lehmverkleideter Salzsiedeofen gewesen sein, mit dem offensichtlich aus Solewasser Salz gewonnen wurde. Er gilt als Sensation, denn bisher waren Experten des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege davon ausgegangen, dass Salz damals noch nach Brandenburg importiert wurde.

Jörg Pilawa moderiert "Riverboat"

Ab Januar wechseln sich Pilawa und Stephanie Stumph sowie Kim Fisher und Susan Link ab

Beim "Riverboat" kommen zwei neue Moderatoren-Teams an Bord. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in Leipzig mitteilte, werden ab Januar Jörg Pilawa (50) und Stephanie Stumph (32) sowie Kim Fisher (47) und Susan Link (39) das Talkshow-Flaggschiff übernehmen.
Sie werden das "Riverboat" im wöchentlichen Wechsel moderieren.
MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi erklärte: "Mit diesen beiden Teams werden wir uns sicher auf spannende, amüsante und sehr unterhaltsame Gespräche freuen dürfen."

Mord im Orientexpress: Neuverfilmung mit Starbesetzung

Johnny Depp, Michelle Pfeiffer und Judi Dench spielen mit

Mit einer hochkarätigen Besetzung wird der Agatha-Christie-Klassiker "Mord im Orientexpress" neu verfilmt. Stars wie Michelle Pfeiffer, Judi Dench und Daisy Ridley wurden für den Krimi verpflichtet, wie der "Hollywood Reporter" berichtete. Die Leiche soll Johnny Depp mimen, Regisseur Kenneth Branagh übernimmt die Rolle des belgischen Detektiven Hercule Poirot, der auf einer Zugfahrt von Istanbul nach London einen Mord aufklären muss. Die Dreharbeiten sollen im November in London starten.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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