Seit 05:05 Uhr Studio 9
Montag, 12.04.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Lesart / Archiv | Beitrag vom 24.02.2015

Paul Bühre über "Teenie-Leaks"Bestseller-Autor mit 15 Jahren

Moderation: Frank Meyer

Podcast abonnieren
Paul Bühre und Heike Faller beim Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio/Maurice Wojach)
Paul Bühre hat mit 15 ein Buch geschrieben und veröffentlicht: "Teenie-Leaks". Heike Faller, vom "Zeit"-Magazin, hat Paul entdeckt. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)

Paul Bühre hat mit 15 das Buch "Teenie-Leaks" geschrieben. Geleakt - also enthüllt - wird darin so einiges: der Umgang mit Pornos im Internet, mit Alkohol und Drogen und Erfahrungen mit Mobbing in der Schule. Im Deutschlandradio Kultur spricht er darüber.

In "Teenie-Leaks" geht es darum, was Jugendliche denken - und oft nicht aussprechen. So gibt der mittlerweile 16 Jahre alte Schüler aus Berlin einen Einblick in seinen Alltag, erzählt von seinen Eltern, die oft das Gute wollen, aber das Gegenteil erreichen. Er spricht auch über Facebook, über Mädchen und Knutschen, über Musik, über Kleidung und Berufswünsche.

Ein Thema des Buches ist auch der Kampf von Jugendlichen um die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, zu der "oberhammergeilsten, krassesten Gangster-Anti-Schule-Gruppe", wie der Autor es nennt. Es gebe bestimmte Dinge, mit denen man zum Insider werden könne, sagte Bühre im Deutschlandradio Kultur:

"Auf alle Fälle ein cooles Handy, ein Smartphone, auf dem man dann Internet hat, so dass man sich über WhatsApp mit seinen Kumpels verständigen kann. So dass man auch im Klassenchat vertreten ist und eine Stimme hat. Dann sind generell Computer gut, auf denen man Serien oder Filme gucken und sich dann mit seinen Freunden darüber unterhalten kann."

Was ist dran an der "Generation Porno"? 

Und was ist dran an der Bezeichnung "Generation Porno"? Wie steht es um den Pornokonsum der unter 16-Jährigen?

"Also Jungen in meinem Alter konsumieren viel Pornos. Wenn ältere Leute jetzt darüber den Kopf schütteln – ich weiß nicht, wie das gewesen wäre, wenn sie zu ihrer Zeit die Option dazu gehabt hätten. Ich finde, man sollte auch noch einmal – wie ich es in dem Buch erwähne – zwischen Porno und Liebe unterscheiden, weil das komplett andere Sachen sind."

In "Teenie-Leaks – Was wir wirklich denken, wenn wir nichts sagen" plaudert Bühre auch einige Geheimnisse aus: über sich selbst, die Familie und auch über seine Mitschüler. Der Autor verwies aber darauf, dass nicht alle Charaktere seines Buches real, sondern teilweise abgeändert oder übertrieben worden  seien. Er habe niemanden bloßstellen wollen:

"Ich finde es lobenswert, wie meine Mitschüler damit umgehen. Ich finde es cool. Sie sind bis jetzt alle total euphorisch."

Zum Gespräch im Deutschlandradio Kultur wurde Paul Bühre von der Journalistin Heike Faller begleitet, die er während eines Praktikums beim Hamburger Zeit-Magazin kennen lernte. Gemeinsam kamen sie auf die Buch-Idee. Faller aber besteht darauf, dass sie Paul zwar entdeckt habe, das Buch aber allein sein Werk sei.

Paul Bühre beim Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)Paul Bühre war zu Gast in der "Lesart" (Deutschlandradio/Maurice Wojach)

 

Paul Bühre: Teenie-Leaks. Was wir wirklich denken (wenn wir nichts sagen)
Ullstein Verlag, Berlin
192 Seiten, EUR 16,99

Mehr zum Thema:

Smartphone-Generation - Radio und TV ohne Jugend?
(Deutschlandradio Kultur, Wortwechsel, 02.01.2015)

Schulpflicht - Geläuterte Abbrecher
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 08.12.2014)

Jugendliche - Die Herausforderung
(Deutschlandradio Kultur, Die Reportage, 28.09.2014)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Lesart

Nationalsozialismus"Wir alle erben unsere Geschichte"
Sophie von Bechtolsheim, Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Porträt.  (dpa/  Paul Zinken)

Wie haben sich die eigenen Vorfahren während des Nationalsozialismus verhalten? Eine Frage, die viele Menschen sehr beschäftige, glaubt Sophie von Bechtolsheim, Schriftstellerin und Enkeltochter des Hitler-Attentäters Claus von Stauffenberg.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur