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Montag, 16.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Patenschaften für Wörter von Kleist

Mit dem Erlös will Kleist-Museum eine Handschrift kaufen

Das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) hat eine ungewöhnliche Spendenaktion gestartet: Unter dem Motto "Ein Stück Kleist" vermittelt das Museum Patenschaften für Wörter, Zahlen und Satzzeichen eines Briefes von Heinrich von Kleist. Für 35 bis 150 Euro können Interessierte Pate werden. Mit dem Erlös soll der Original-Brief, eine Handschrift des Dichters, erworden werden, deren Preis den Ankaufsetat des Museums übersteigt. Die Paten erhalten ein Faksimile des Briefabschnittes inklusive einer Umschrift, aufbereitet in einem Passepartout. "Die Resonanz darauf ist klasse", sagt Museumssprecherin Anett Handke. Frankfurts parteiloser Oberbürgermeister Martin Wilke hat sich für 300 Euro das Ende des Kleist-Originals gesichert: Die Unterschrift "Heinrich".

KZ-Gedenkstätte erhält Bibliothek von Ralph Giordano

3.300 Bücher des jüdischen Schriftstellers wurden von Köln nach Hamburg gebracht

Die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme erhält die Bibliothek des jüdischen Schriftstellers Ralph Giordano (1923-2014). Rund 3.300 Bücher seien im Herbst von Köln nach Hamburg gebracht worden, teilte die Gedenkstätte mit. Die Ralph-Giordano-Bibliothek wird am 16. Februar eröffnet. Giordano wurde als Kind einer jüdischen Musiker-Familie in Hamburg-Barmbek geboren. Giordano selbst, seine beiden Brüder und die Eltern überlebten bis zur Befreiung durch die Briten am 4. Mai 1945 mehrere Monate lang in einem Keller in Hamburg. Nach dem Krieg war Ralph Giordano als Journalist und Filmemacher tätig. 1982 veröffentlichte er den Roman "Die Bertinis". An dem autobiografisch geprägten Werk hatte er fast 40 Jahre lang gearbeitet. 1988 wurde die Geschichte um eine jüdische Familie in der NS-Zeit für das ZDF verfilmt.

Ronit Matalon ist gestorben

Die israelische Schriftstellerin wurde 58 Jahre alt

Die in Israel sehr bekannte Schriftstellerin Ronit Matalon ist im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Das meldete die israelische Zeitung "Haaretz", für die sie mehrere Jahre arbeitete. Matalon leitete das Creative Writing Programm an der Universität Haifa, am Tag vor ihrem Tod gewann sie den Brenner Preis für ihre Novelle "And the bride closed the door". Israels Staatspräsident Reuven Rivlin würdigte sie als "wunderbare Autorin, deren Stimme die israelische Kultur bereichert hat". 2016 wurde Matalon zum Ziel der Kritik, als sie der französischen Zeitung "Le Monde" gegenüber sagte, Israel lebe unter einem "Apartheids-Regime". Die Romane von Ronit Matalon wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Tibetanischer Filmemacher in die USA geflohen

In China saß er für seinen Dokumentarfilm im Gefängnis

Der tibetanische Filmemacher Dhondup Wangchen ist aus China in die USA geflohen. Sein Eintreffen in San Francisco bestätigte eine Aktivistengruppe, die sich für seine Freiheit eingesetzt hatte. Wangchen war 2009 zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Grund war sein Dokumentarfilm "Leaving Fear Behind", in dem Tibetaner den Dalai Lama loben, sich über die Vernichtung ihrer Kultur durch die chiensische Regierung beklagen. Der Film wurde währen der Olympiade einer kleinen Gruppe von Journalisten gezeigt. 2014 war Dhondup Wangchen aus der Haft entlassen worden, wurde aber weiter streng überwacht.

Fernando Birri ist tot

„Vater des Neuen Lateinamerikanischen Films“ wurde 92 Jahre alt

Der argentinische Filmemacher Fernando Birri ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Das bestätigte der Produzent Sergio Trabucco. Birri war Regisseur, Dichter, Maler, Lehrer und Gründer von Filmschulen. Er gilt seit seinem Debütfilm, der Dokumentation "Tire Dié" von 1960, als eine zentrale Figur des lateinamerikanischen Kinos. Birri, der als Nachkomme italienischer Einwanderer in Santa Fé geboren wurde, studierte Filmregie in Rom. 1956 kehrte er nach Argentinien zurück und gründete in seiner Geburtsstadt die erste Filmschule Lateinamerikas. 1965 musste er aus politischen Gründen seine Heimat verlassen und ging zurück nach Italien. Dort musste er miterleben, wie seine Filme verboten und die von ihm geleitete Filmschule geschlossen wurde. Die Erfahrungen des Exils prägten Birris Werk. 1979 zeigte er auf den Filmfestspielen in Venedig sein Opus Magnum "ORG"; der als einer der konsequentesten Experimantalfilme überhaupt gilt.

Vater der Superhelden wird 95

Stan Lee erfand Spiderman, Hulk und Thor

Er ist eine Art Superhelden-Superheld des Marvel-Verlags: Stan Lee, der geistige Vater von Spiderman, Hulk, den X-Men, Thor und vielen anderen feiert seinen 95. Geburtstag. Der in New York als Stanley Martin Lieber geborene Lee fing bereits mit 17 Jahren als Comicautor beim Verlag Timely Publications an, der später Marvel heißen sollte. "Ich versuchte, die Charaktere anders dahingehend zu schaffen, dass sie echte Gefühle und Probleme hatten. Und es kam an", sagte Lee. Die menschliche Seite der Helden wurde zum Markenzeichen in Lees Figuren-Familie. Stan Lee arbeitete auch jenseits von Marvel an Film-Adaptionen, Mangas, einer TV-Serie für Erwachsene namens "Stripperella" um eine Striptease-Tänzerin. Er übernahm Projekte für Virgin Comics und sogar für den Konkurrenzverlag DC, blieb aber stets die Galionsfigur seines Hausverlages.

Schweizer revolutionieren ESC-Auswahlverfahren

Neues Prozedere soll den dritten Sieg bringen

Mit einem neuen Prozedere bei der Songauswahl will die Schweiz beim Eurovision Song Contest (ESC) 2018 eine lange Durststrecke beenden. Erstmals konnten Produzenten und Komponisten in der Vorauswahl Songs ohne Interpreten einreichen. "Während in den vergangenen Jahren vielleicht rund 150 Songs eingereicht worden, waren es in diesem Jahr 670", sagte Reto Peritz, Leiter der Schweizer ESC-Delegation. Eine Jury aus Musikfachleuten, ESC-Fans und Fernsehzuschauern hat daraus sechs Songs für die Entscheidungsshow gewählt, die am 4. Februar im Sender SRF läuft. Die Lieder seien mit verschiedenen Stimmen getestet worden, um die perfekte Interpretation zu finden. "Ich glaube, wir haben noch nie so eine Bandbreite gehabt", sagt Peritz. Die Schweiz hatte es beim ESC zuletzt 2005 unter den Top Ten geschafft - mit einem achten Platz.

Der kleine Maulwurf wird 60

Zdenek Miler erfand die beliebte Figur

Eine rote Stupsnase, drei Haare auf dem Kopf und große Schaufelhände – der kleine Maulwurf wird heute 60 Jahre alt. Erfunden hat die beliebte Trickfilmfigur 1957 der tschechische Zeichner Zdenek Miler. Mit seinem ersten Film „Wie der kleine Maulwurf zu seinen Hosen kam" gewann er bei den Filmfestspielen in Venedig den Silbernen Löwen. Danach eroberte der niedliche Maulwurf die Bildschirme. In 80 Ländern liefen die Filme, in Deutschland wurden sie bekannt durch die Sendung mit der Maus. Über das Geheimnis sein Erfolges sagte Zdenek Miler, der 2011 starb: "Er hat einen lieben Charakter und löst Probleme mit Witz, das haben Kinder gern."

Chefin der Vatikan-Museen kritisiert Besucher

Kaugummis unter historischen Bänken

Die Chefin der Vatikanischen Museen ärgert sich über schlecht erzogene Besucher. Die Leute klebten sogar Kaugummis unter die hölzernen Bänke aus dem 17. Jahrhundert, sagte die Kunsthistorikerin Barbara Jatta. Die Putzkolonne finde jeden Tag alles mögliche vor: "Halbleere, halbvolle Wasserflaschen. Solche kulturlosen Sachen, da fragst du dich, wie so was möglich ist." Bei der offiziellen Einweihung des sogenannten Braccio Nuovo in den Museen habe ein Vater sein Kind für ein Foto auf eine Konsole der Galerie gehoben. "Auch kultivierte, vornehme, offiziell eingeladene Personen machen solche Sachen." Papst Franziskus hatte Jatta vor einem Jahr zur ersten Frau an der Spitze der Vatikanischen Museen ernannt. Die Museen gehören zu den meistbesuchten der Welt.

Deutsche Oper öffnet wieder

Geplante Aufführungen finden statt

Die Deutsche Oper in Berlin kann nach einem schweren Wasserschaden heute wieder öffnen. Damit können die geplanten Aufführungen heute, am Freitag und zum Jahreswechsel stattfinden - wenngleich mit technischen Einschränkungen wie etwa improvisiertem Bühnenlicht und nur einem Teil der Bühnenelemente. Eine defekte Sprinkleranlage hatte an Heiligabend die Bühne des Hauses unter Wasser gesetzt. Die enorme Menge an Wasser führte zu Beeinträchtigungen an der Beleuchtungstechnik sowie der Kommunikations- und Datentechnik. Der Vorverkauf der Karten, der vorübergehend gestoppt wurde, läuft nun auch wieder an.

Kulturrat zog Jahresbilanz

Kulturpolitik leidet unter Problemen der Regierungsbildung

Die Kulturpolitik in Deutschland leidet nach Ansicht des Deutschen Kulturrates unter der sich seit Monaten hinziehenden Regierungsbildung. "Seit Mitte des Jahres 2017 läuft die Bundeskulturpolitik auf Sparflamme", erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann in einer Mitteilung. Ausgerechnet jetzt stünden kulturpolitische Antworten auf zentrale Fragen wie die Zukunft Europas, die kulturelle Integration der Geflüchteten, die inhaltliche Ausgestaltung des Humboldtforums in Berlin, aber auch die Rolle der Kultur bei der Klimadebatte auf der Agenda. Das Jahr 2017 sei kulturpolitisch durchwachsen gewesen, bilanzierte Zimmermann. Unter dem Eindruck der #MeToo-Debatte warnte er davor, dass immer öfter auch in Deutschland versucht werde, Kunst zu zensieren. Ein schwerer Schlag für die internationale Kulturzusammenarbeit sei der angekündigte Austritt der USA aus der UN-Kulturorganisation Unesco. Der deutsche Kulturrat ist Dachorganisation von rund 250 Bundeskulturverbänden.

Deutscher Filmproduzent Wolf C. Hartwig gestorben

Macher von Kinoerfolgen wurde fast 100 Jahre alt

Der Filmproduzent Wolf C. Hartwig ist tot. Er starb nach Angaben seines Anwalts bereits am 18. Dezember im Alter von 98 Jahren in Paris. Hartwig produzierte in seinem Leben mehr als 80 Filme. Bekannt war er unter anderem für „Steiner – Das eiserne Kreuz" geworden sowie die "Schulmädchen-Report"-Reihe. Den ersten Teil hatten im Kino mehr als sechs Millionen Menschen gesehen.

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