Freistil, vom 02.03.2008

Von Steffen Irlinger

Larry Levan war schwul, exzentrisch, extrem launenhaft und brillant. Sagen zumindest seine Bewunderer. Über knapp zehn ausschweifende Jahre hinweg war er Ende der Siebziger der Superstar unter den New Yorker DJs und damit der beste DJ der Welt, denn in dieser Stadt nahm der Siegeszug der DJ-Kultur ihren Anfang.

Larry Levan zählte einst zu den besten Discjockeys der Welt. (AP)
Larry Levan zählte einst zu den besten Discjockeys der Welt. (AP)

Als diese dann Anfang der Neunziger Jahre abzuheben begann und die Popmusik in ihren Grundfesten erschütterte, war Larry Levan bereits schwerkrank und völlig verarmt. Bald darauf starb er und nimmt seitdem seinen unangefochtenen Thron in der Mythologie des Dance-Underground ein.

In dem Hörstück "Paradise Garage" sitzt der verhinderte Superstar anlässlich seines Geburtstages in seiner DJ-Kanzel in dem legendären New Yorker Club "Paradise Garage" und weigert sich, einen anderen DJ an die Plattenspieler zu lassen. Freunde, Fans und Weggefährten erinnern sich und sprechen – untermalt von einem dekonstruierten Soundtrack der Post-Disco-Ära – von, mit oder über Larry. Eine Radiosendung frei nach überlieferten, imaginierten und erfundenen Ereignissen.