Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton

Mittwoch, 20.11.2019
 
Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton

Fazit / Archiv | Beitrag vom 09.09.2017

"paradies fluten" am Burgtheater WienKeine Zukunft mit Kapitalismus

Von Michael Laages

Podcast abonnieren
Szene aus der Uraufführungsinszenierung von "paradies fluten" im Kleistforum (Imago / Winfried Mausolf)
Szene aus der Uraufführungsinszenierung von "paradies fluten" im Kleistforum (Imago / Winfried Mausolf)

Der erste Teil der Trilogie "paradies fluten" feierte im Burgtheater in Wien Premiere. Das Stück des österreichischen Dramaturgs Thomas Köck zieht einen roten Faden vom Frühkapitalismus bis zum heutigen Neoliberalismus - mit all seiner Destruktivität.

Der österreichische Dramaturg Thomas Köck ist in jüngster Zeit mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Kleist-Förderpreis für sein Stück "paradies fluten". Der erste Teil einer Trilogie, der schon einmal am Volkstheater in München inszeniert wurde, und heute am Burgtheater in Wien österreichische Erstaufführung hatte.

Ein Stück über die Frühzeiten des Kapitalismus, es handelt vom Kautschukboom im späten 19. Jahrhundert, dem indigene Völker, Wälder und Flüsse zum Opfer fielen – als Metapher für gegenwärtige neoliberale Entwicklungen. "Es ist nicht auf eine bestimmte Zeit zugeschrieben... Es ist eine große Mischung aus unterschiedlichen Zeitebenen", sagt unser Theaterkritiker Michael Laages. 

Es ging um die Ausbeutung Südamerikas

Szene aus der Uraufführungsinszenierung von "paradies fluten" im Kleistforum (Imago / Winfried Mausolf)Szene aus der Uraufführungsinszenierung von "paradies fluten" im Kleistforum (Imago / Winfried Mausolf)

"Das Ganze beginnt wie ein apokalyptisches Panorama", erklärt Laages. Regisseur Köck versuche viel auf einmal zu erzählen, dadurch werde das Stück "kryptisch". "In der Schlussszene wird klar definiert: Europa ist nach Südamerika gegangen, um es auszubeuten... gleichzeitig ist es eine Geschichte einer Zukunftssehnsucht, die schon längst überholt worden ist durch die Erkenntnis, dass es keine Zukunft geben werden wird." 

Im ersten Teil von Thomas Köcks Klimatrilogie "paradies fluten" wird deutlich, worauf der Regisseur hinauswill. Köcks will zeigen, dass der Neoliberalismus an die Stelle der kolonialen Ausbeutung getreten ist. Das "Paradies" wird überflutet – von Material und Menschen.

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons Die ewig Zweiten
Der Apollo-12-Astronaut Alan L. Bean kurz vor dem Betreten des Mondes (NASA)

An die beiden ersten Männer auf dem Mond erinnert sich jeder. Aber als dann nach Apollo 11 die nächste Rakete gelandet ist, welche zwei Männer betraten da den Mond? An ihre Namen erinnert die "Süddeutsche Zeitung" zum 50. Jahrestag der Mondlandung von Apollo 12.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur