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Kulturnachrichten

Freitag, 8. April 2016

Papst zitiert in "Amoris Laetitia" Tania Blixen

In seinem Lehrdokument zu Ehe und Familie schreibt er über "Babettes Fest"

Im Kapitel über "Die Liebe in der Ehe" hat Papst Franziskus in seiner "Amoris Laetitia" über die "intensivsten Freuden des Lebens" geschrieben. Sie kämen auf, wenn man die anderen "in einer Vorausnahme des Himmels» beglücken könne. Wörtlich fährt er fort: "Man erinnere sich an die geglückte Szene in dem Film 'Babettes Fest', wo die großherzige Köchin eine dankerfüllte Umarmung und ein Lob empfängt: 'Wie wirst du die Engel ergötzen!'". Damit hat sich ein Papst erstmals in einem Lehrschreiben auf einen Kinofilm berufen. Im Mittelpunkt der Novelle von Tania Blixen, die 1987 verfilmt wurde, steht das Festmahl der französischen Köchin Babette, die sich für den Schutz in Dänemark bei den Bewohnern eines Fischerdorfes bedankt. Die kostspieligen Leckerbissen werden für die strengen Pietisten zu einem nie erlebten Gaumenschmaus - wenn auch mit Hilfe von viel Alkohol.

Teil von Gurlitt-Dokumenten im Bundesarchiv einsehbar

Das teilte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste mit

Dokumente und Fotos aus dem Salzburger Nachlass des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind künftig im Bundesarchiv einsehbar. Bei den Materialien handele es sich um rund 600 historische Fotos aus den Jahren 1936-41 aus den Alben des Hamburger Kunstkabinetts von Hildebrand Gurlitt sowie um 1.800 Fotografien von Kunstwerken. Das Material kann in den Lesesälen der Bundesarchivstandorte Berlin, Koblenz und Freiburg eingesehen werden. Damit werde die transparente Aufklärung des Kunstfundes weiter vorangetrieben, erklärte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Die fast 1.600 Werke umfassende Sammlung von Cornelius Gurlitt war 2012 beschlagnahmt worden. Er hatte sie von seinem Vater Hildebrandt geerbt, der Kunsthändler Adolf Hitlers war. Cornelius Gurlitt hatte sie kurz vor seinem Tod 2014 dem Berner Kunstmuseum vermacht. Die Schweizer schlossen daraufhin eine Vereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland, Werke an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Lutherarchiv in Eisleben wiedereröffnet

Das Haus wurde zweieinhalb Jahre umgebaut

Nach der denkmalgerechten Sanierung ist das Lutherarchiv-Haus in Eisleben wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Wie die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mitteilte, sei es gelungen, das Umbauprojekt auch für dieses historische Gebäude aus dem Jahr 1862 rechtzeitig vor dem 500. Reformationsjubiläum 2017 abzuschließen. Die Kosten von knapp 1,5 Millionen Euro hatten das Investitionsprogramm Nationale Unesco-Welterbestätten des Bundesbauministeriums sowie die Stadt Eisleben übernommen. Die Stiftung verfügt mit dem Archiv erstmals über eigene Depoträume in Eisleben. Es soll die Sammlungsbestände der Stiftung sowie die Turmbibliothek aus der St. Andreaskirche in Eisleben aufnehmen. Der Kirchenreformator wurde in der Stadt geboren und starb dort 1546.

Stiftung Arena di Verona soll aufgelöst werden

Das berichtet der "Corriere della Sera"

Die mit 25 Millionen Euro verschuldete Stiftung der Arena di Verona wird aufgelöst. Das hat der Aufsichtsrat der Stiftung entschieden, nachdem eine mit den Gewerkschaften erzielte Einigung über Personaleinsparungen in Höhe von vier Millionen Euro von den Mitarbeitern abgelehnt wurde, meldet die italienische Tageszeitung. Die 300 Arbeitsplätze des Freilichttheaters, darunter Musiker, Tänzer und Verwalter, seien nun gefährdet. Weiter heißt es, das Kulturminister Franceschini zur Lösung der Probleme nun einen Vermittler nach Verona schicken wolle.

Unterschriftensammlung gegen Schließung des Museums Morsbroich

10.000 Menschen unterstützen bislang eine Online-Petition

Binnen fünf Wochen haben sich 10 000 Menschen per Online-Petition für den Erhalt des Museums Morsbroich ausgesprochen. Die Aktion wird bis zum 1. September fortgesetzt, teilten die Initiatoren mit. Wirtschaftsprüfer hatten der verschuldeten Stadt Leverkusen in einem Gutachten empfohlen, das 1951 eröffnete Haus zu schließen und dessen Sammlung zu verkaufen. Damit könnten den Beratern zufolge jährlich an die 780.000 Euro gespart werden. Auch der Maler Gerhard Richter, dessen Bilder in Morsbroich zu sehen sind, hatte den Vorstoß scharf kritisiert. Die Stadtverwaltung will bis zum 27. Juni eigene Sparvorschläge vorlegen.

Bastei-Lübbe steigt in den Buchgroßhandel ein

Das teilte der Verlag in Köln mit

Bastei Lübbe übernimmt die Mehrheit an BuchPartner. Mit diesem Einkauf in das Darmstädter Unternehmen wird der Verlag zum Großhändler, der seine Bücher selbst im Lebensmitteleinzelhandel und Elektronikmärkten vertreibt. Mit rund 200 Mitarbeitern und 800 Servicekräften gehörten große Handelskonzerne wie Edeka, Rewe, Kaufland oder Metro zu den Kunden, teilte Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack mit. "Die Fachmärkte sind ein großer Wachstumsbereich unserer Branche", sagte Schierack. Zum Kaufpreis und zur genauen Höhe der Beteiligung machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Böhmermann bat Kanzleramt um Unterstützung

Der Satiriker will seinen Grimme-Preis nicht persönlich entgegennehmen

Jan Böhmermann hat sich nach Informationen des "Spiegel" an das Kanzleramt gewandt: "Ich möchte gerne in einem Land leben, in dem das Erkunden der Grenze der Satire erlaubt, gewünscht und Gegenstand einer zivilgesellschaftlichen Debatte sein kann", twitterte Böhmermann der Meldung zufolge am vergangenen Sonntag an Kanzleramtschef Peter Altmeier. Er bitte nicht um Hilfe in seinem Fall, sondern um "Berücksichtigung meines künstlerischen Ansatzes und meiner Position, auch wenn er streitbar ist", heißt es. Nach Angaben des "Spiegel" versprach Altmaier sich zu melden, tat dies aber nicht. Freitagmorgen postete Böhmermann auf Facebook: "Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe". Damit begründete der 35jährige seine Absage, den Grimme-Preis für seinen satirischen Beitrag über den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis in Marl persönlich entgegenzunehmen. Wegen seines Spottgedichts auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan in der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" ermittelt die Mainzer Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung sowohl gegen ihn als auch namentlich unbekannte Verantwortliche des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Grütters kritisiert Kunstverkauf des WDR scharf

Kulturstaatsministerin spricht von "denkbar fantasielosester Haushaltspolitik"

Monika Grütters hat den Westdeutschen Rundfunk wegen der für Juni geplanten Versteigerung von Teilen seines Kunstbesitzes scharf kritisiert. Die kulturelle Glaubwürdigkeit des WDR werde dadurch "schwer beschädigt", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Ich bedauere, dass zum wiederholten Mal in NRW Kunstwerke wie Tafelsilber verscherbelt werden sollen, um Haushaltslöcher zu stopfen." Damit werde auch ein Tabubruch begangen. "Von einem Sender, der auf seiner Homepage damit wirbt: 'Wir machen Lust auf Kultur in NRW', kann man einen sensibleren Umgang mit seinem Kunstbesitz erwarten", so die Kulturstaatsministerin. Wenn schon Kunst offensichtlich nicht mehr als Kreativitätsfaktor im Sender geschätzt werde, sollte man die Kunstwerke wenigstens an Museen des Landes ausleihen. WDR-Intendant Buhrow hatte die in London geplante Versteigerung am Mittwoch mit der Haushaltslage des Senders verteidigt. Der WDR-Verwaltungsrat als auch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen haben dem Verkauf der millionenschweren Kunstwerke von Max Beckmann, Ernst-Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Erich Heckel, Christian Rohlfs und Ernst Wilhelm Nay zugestimmt.

Schlagzeuger Dennis Davis ist tot

Der Amerikaner begleitete viele Jahre David Bowie

Dennis Davis ist an Krebs gestorben. In den 70er und 80er Jahren hatte der gebürtige New Yorker Schlagzeuger an den Alben "Lodger", "Station to Station" und "Heroes" mitgearbeitet. David Bowies Produzent Tony Visconti nannte Davis in seiner Trauerbekundung einen "magischen Mann", der sich des "Rock mit einer
Jazz-Sensibilität annahm."

"In aller Freundschaft"-Schauspielerin Hendrikje Fitz gestorben

Die Frankfurterin wurde 54 Jahre alt

Die Schauspielerin Hendrikje Fitz hat ihren Kampf gegen den Krebs verloren. Wie ihr Management mitteilte, starb sie bereits gestern. Sie spielte seit 1998 in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" die Physiotherapeutin Pia Heilmann. Im Sommer 2014 war bei der Schauspielerin Brustkrebs diagnostiziert worden. Fitz ging mit der Krankheit auch medial offen um. Trotz einer Chemotherapie war die Krankheit im vergangenen Jahr zurückgekehrt.

Latchinian verteidigt sich gegen Aufsichtsrat des Rostocker Volkstheaters

Intendant äußert sich gegenüber der Ostsee-Zeitung

Der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, wehrt sich gegen den Vorwurf des Aufsichtsrates. Er sei mit der Planung der Spielzeit 2016/17 nicht im Verzug, erklärte er. Auch sei es völlig absurd, sich derzeit darüber zu echauffieren, dass noch keine Rechte für Stücke, die aufgeführt werden sollen, eingekauft worden seien. Auch der Vorwurf, er habe für die erste Hälfte der Spielzeit 2016/17 keine großen Schauspielpremieren geplant, sei falsch. Fest im Programm eingeplant seien ein Musical, ein Weihnachtsmärchen und ein niederdeutscher Schwank. Er kündigte an, dem Aufsichtsrat bis zum 11. April ein zehnseitiges Konzeptpapier vorzulegen. Dieses Datum hatte der Aufsichtsrat als Ultimatum gesetzt, um die Einhaltung des Gesellschafterbeschlusses zu prüfen, der eine Reduzierung der Sparten von vier auf zwei vorsieht. "Ich bin dabei, einen Alternativvorschlag zu entwickeln, der das Schauspielensemble mindestens bis Sommer 2018 bewahren und produktiv halten kann, auch, um den notwendigen behutsamen und soliden Übergang in eine neue Struktur einzuleiten und eventuell nachjustieren zu können, damit den mehr als 25.000 Schauspielinteressierten in Rostock ein sinnvolles Angebot erhalten bleibt", so Latchinian weiter. Dass ihm derzeit Ultimaten gestellt werden, sei weder hilfreich, noch konstruktiv oder intelligent.

Große Erwartungen an neue RBB-Intendantin Schlesinger

Die bisherige NDR-Journalistin wurde am Abend in Potsdam gewählt

ARD-Vertreter haben die Wahl von Patricia Schlesinger zur neuen Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) begrüßt. Die Vorsitzende Karola Wille gratulierte der 54-Jährigen mit den Worten: "Für Ihr neues Amt wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches Miteinander mit den Kolleginnen und Kollegen sowie einen fruchtbaren Dialog mit der Gesellschaft über Relevanz und Akzeptanz unserer Angebote". Schlesinger, bisherige NDR-Programmbereichsleiterin für Kultur und Dokumentation, hatte sich erst nach fünf Stunden im sechsten Wahlgang gegen ihren Mitbewerber Theo Koll vom ZDF durchsetzen können. Mehr finanzielle Unterstützung für den Sender und mehr Geld für das Programm erhofft sich die medienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Tabea Rößner. "Der RBB muss wieder identitätsstiftend für die Zuschauer und Zuhörer in Berlin und Brandenburg werden", erklärte sie. "Um das Publikum zu vergrößern und zu verjüngen, müsse Schlesinger die Digitalstrategie weiter konsequent voranbringen, "sonst verpasst der RBB den Anschluss". Patricia Schlesinger übernimmt die Nachfolge von Dagmar Reim am 1. Juli.

Unis von Köln und Bonn forschen gemeinsam über Osteuropa

Das neue Zentrum wird am kommenden Montag offiziell eröffnet

Die Universitäten Köln und Bonn werden unter dem Namen "Cologne-Bonn Centre for Central and Eastern Europe" (CCCEE) zukünftig gemeinsam über Osteuropa forschen. Wie mitgeteilt wurde, gehören zu dem interdisziplinären Zusammenschluss osteuropaspezifischer Forschungseinrichtungen der beiden Hochschulen auch außeruniversitäre Einrichtungen. Bereits seit dem vergangenen Jahr besteht eine Partnerschaft mit der Moskauer Higher School of Economics. Geplant ist ein gemeinsamer regionalwissenschaftlicher Studiengang der Universitäten Köln und Bonn.

Integration ist eine kulturelle Herausforderung

So lautet die Ansicht des Deutschen Kulturrats

Die Integration von Flüchtlingen ist nach Ansicht des Deutschen Kulturrats vor allem eine kulturelle Herausforderung. Es gehe für Geflüchtete unter anderem um das Erlernen der deutschen Sprache, um die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur und nicht zuletzt um das Heimisch-Werden in einem anderen Land, heißt es in einer Stellungnahme. Engagierte Bürger hätten in diesem Zusammenhang bereits Beachtliches geleistet. Um diese Aufgaben auch längerfristig wahrnehmen zu können, seien aber stabile Strukturen zur Unterstützung notwendig. Hierzu zählten "eine verbesserte personelle und sachliche Ausstattung, die Sicherung von Qualität und Qualifikation, eine angemessene Anerkennungskultur, die Schaffung einer Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe Integration und nicht zuletzt die Ausweitung bestehender und die Auflage neuer Förderprogramme", so die Organisation. Nach einer Schätzung des Deutschen Kulturrates ist eine Aufstockung der bestehenden Kulturförderung von Bund, Ländern und Gemeinden um fünf Prozent im Jahr erforderlich, um "einen qualitativ und quantitativ adäquaten Beitrag" zur Integration zu leisten.

Helene Fischer räumt bei Echo-Gala ab

So viele der begehrten Trophäen hat bislang niemand erhalten

Die große Gewinnerin des gestrigen Abends hieß Helene Fischer. Die 31-jährige Schlagersängerin räumte bei der 25. Echo-Gala in Berlin gleich vier Preise ab. Mit "Weihnachten" siegte sie beim Album des Jahres, einer der Königsdisziplinen des Deutschen Musikpreises, und setzte sich dabei unter anderem gegen Adele und Sarah Connor durch. Als beste nationale Künstler in der Kategorie Rock/Pop wurden Sarah Connor für "Muttersprache" und Andreas Bourani für "Hey" geehrt. Der Rapper Sido, der für vier Echo nominiert war, ging am Ende leer aus und war sichtlich enttäuscht. Gleich drei Echos gingen an Joris ("Herz über Kopf"): Er siegte als Newcomer National und erhielt zudem den Kritikerpreis und den Radio-Echo. Insgesamt wurde der Musikpreis Echo in 31 Kategorien vergeben.

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