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Kulturnachrichten

Samstag, 2. Januar 2021

Papst verlängert Jakobusjahr bis 2022

Papst Franziskus hat das Heilige Jakobusjahr 2021 wegen der Pandemie bis 2022 verlängert. Das wurde beim traditionellen Ritual zum Auftakt Heiliger Jakobusjahre verkündet: der zeremoniellen Öffnung der heiligen Pforte in der Kathedrale im nordspanischen Santiago de Compostela. Dort ist der Überlieferung zufolge der heilige Apostel Jakobus bestattet; sein Grab ist Ziel der Jakobsweg-Pilger. Mit der Verlängerung soll sich der Betrieb auf dem berühmtesten Pilgerweg Europas von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen, und die Pilger sollen sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, baldmöglichst in ungewissen Zeiten aufzubrechen. Heilige Jakobusjahre fußen auf einem päpstlichen Privileg aus dem 12. Jahrhundert; sie stehen immer dann an, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Pierre Cardin in Paris beerdigt

Der französische Modeschöpfer Pierre Cardin ist am Samstag auf dem Pariser Friedhof Montmartre beigesetzt worden. Das Begräbnis habe im privaten Kreis stattgefunden, teilte seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mit. Seinen letzten Wünschen entsprechend wurde Cardin, der am Dienstag im Alter von 98 Jahren verstorben war, in einem schwarzen Sarg mit einem von ihm entworfenen Schwert beerdigt. Der Griff des Schwertes war mit einem Fingerhut, einem Nadelöhr und einer Fadenspule verschlungen. Die Klinge ähnelte einer Schere.

Sydney freut sich auf erste Opernaufführung

Nach neun Monaten ohne eine Aufführung freut sich Sydney auf die Wiedereröffnung seines berühmten Opernhauses unter Corona-konformen Bedingungen. Die Operette "Die lustige Witwe" wird am Dienstag aufgeführt werden - und ist damit ein Hoffnungsschimmer für die gesamte Kulturszene, wie der Künstlerische Direktor Lyndon Terracini der Nachrichtenagentur AFP sagte. Das ikonische Haus am Hafen von Sydney wird lediglich 75 Prozent der Zuschauerplätze besetzen; die Zuhörer müssen zudem Mund-Nasenschutz tragen. "Ich denke, dass im Laufe des Jahres auch andere Opernhäuser wieder öffnen werden", sagte Terracini. Insgesamt hat Australien, ein Land mit etwa 25 Millionen Einwohnern, lediglich rund 28.400 Corona-Infektionen vermeldet. 909 Menschen sind an dem neuartigen Virus seit Ausbruch der Pandemie gestorben.

Verhaftung von palästinensischer DJane Abdulhadi

In den sozialen Netzwerken mehren sich die Stimmen für die Freilassung der palästinensischen Künstlerin und Musikerin Sama Abdulhadi. Eine englischsprachige Online-Petition unter change.org hatten am Samstag mehr als 90.000 Menschen weltweit unterzeichnet. Die DJane wurde laut Petition bereits am 27. Dezember nach einem Techno-Konzert von palästinensischen Sicherheitskräften festgenommen. Die Party hatte - mit Genehmigung der palästinensischen Tourismusbehörde - neben einer Moschee auf dem Gelände von Nabi Musa in der Nähe von Jericho im Westjordanland stattgefunden. Nach muslimischer Überzeugung ist dies die Grabstätte von Moses.

Neue mysteriöse Metallsäule in Kanada entdeckt

Eine mysteriöse Metallsäule ähnlich wie in einer Wüstengegend in den USA und an anderen Orten ist nun auch in der Nähe der kanadischen Stadt Toronto entdeckt worden. Der offenbar hohle, vier Meter hohe Monolith sei am Donnerstag am Stadtrand von Toronto aufgetaucht, hieß es in kanadischen Medien. Am Freitagmorgen wurde die zuvor glänzende Säule mit roter Farbe beschmiert.
Viele Anwohner wollen einen Blick auf die Säule werfen. Erst kürzlich waren ähnliche Säulen in den kanadischen Städten Vancouver und Winnipeg entdeckt worden. Zuvor waren schon in Polen, Rumänien und den Niederlanden Monolithen aufgetaucht. Bisher hat sich niemand dazu bekannt, die Säulen aufgestellt zu haben.

Ausstieg Großbritanniens aus Erasmus-Programm

Der Leiter des Großbritannien-Zentrums an der Berliner Humboldt-Universität, Gerhard Dannemann, hat die Entscheidung Londons kritisiert, künftig nicht mehr am europäischen Studierendenaustauschprogramm Erasmus teilzunehmen. Alle Seiten hätten von dem Programm zur Förderung von Auslandsaufenthalten an Universitäten stark profitiert, sagte Dannemann am Samstag im Deutschlandfunk. Die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union und Großbritanniens hänge auch von Erasmus ab. Dannemann monierte, offensichtlich könne man mit Belangen der Fischerei mehr punkten als mit der Hochschulbildung und dem Austausch von Studierenden. Er äußerte die Hoffnung, dass das Erasmus-Programm gegebenenfalls mit Schottland weitergeführt werden könne.

Doku-Zentrum zu Vertreibung soll 2021 eröffnen

Das Berliner Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung soll nach mehrjährigen Verzögerungen spätestens im Sommer eröffnet werden. Das genaue Datum werde voraussichtlich noch im Januar festgelegt, sagte Stiftungsdirektorin Bavendamm dem Evangelischen Pressedienst. Der Start der 2008 vom Bundestag ins Leben gerufenen Vertriebenen-Stiftung war in den vergangenen Jahren immer wieder durch personelle und inhaltliche Querelen verzögert worden. Sitz der Stiftung ist künftig ein Erweiterungsbau des Deutschlandhauses am Anhalter Bahnhof. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht die Vertreibung von bis zu 14 Millionen Deutschen aus Osteuropa infolge des Zweiten Weltkrieges. Diese würde in den Kontext der NS-Geschichte und der Geschichte der Zwangsmigrationen des 20. Jahrhunderts gestellt, sagte Bavendamm und trat damit Befürchtungen einer einseitigen Darstellung entgegen.

Portugiesische Fado-Legende Carlos do Carmo ist tot

Der bekannte portugiesische Fado-Sänger Carlos do Carmo ist tot. Wie die Regierung in Lissabon mitteilte, starb do Carmo am Freitag im Alter von 81 Jahren. Er galt als "Stimme Lissabons" und war einer der besten Vertreter des Fado, eines von Melancholie und dem Gefühl der Sehnsucht geprägten Musikstils. Do Carmo war 2014 für sein Gesamtwerk mit einem Latin Grammy Award ausgezeichnet worden. Er trat auf vielen internationalen Bühnen auf, etwa im Olympia in Paris, in der Royal Albert Hall in London und in der Frankfurter Oper. Wegen do Carmos Tod hat Portugals Regierung für Montag eine eintägige Staatstrauer angesetzt.

Drehstopp in Hollywood wegen hoher Corona-Zahlen

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen sind in Hollywood erneut nahezu sämtliche Dreharbeiten eingestellt worden. Die Produktion sei bis mindestens Mitte Januar unterbrochen, teilte die Schauspielergewerkschaft Sag-Aftra mit. Die Gesundheitsbehörden des Kreises Los Angeles hatten die Filmproduzenten zuvor aufgefordert, eine Pause einzulegen. In Südkalifornien gilt bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Viele Krankenhäuser sind überlastet und können keine weiteren Notfälle mehr aufnehmen. Hollywood hatte bereits im März einen Produktionsstopp verhängt. Im Sommer wurden einige Dreharbeiten wieder aufgenommen, allerdings in viel geringerem Umfang als normal.

Neues Museum am Weltkulturerbe Danewerk

Das Weltkulturerbe Haithabu-Danewerk im Norden Schleswig-Holsteins soll ein neues Museum bekommen. Der Südschleswigsche Verein (SSF) wird sein "Danevirke Museum" am ehemaligen Befestigungswall durch einen Neubau ersetzen, wie die "Schleswiger Nachrichten" berichten. Rund 9,5 Millionen Euro wollen zwei dänische Stiftungen dafür aufbringen. Das Land Schleswig-Holstein und der dänische Staat werden gemeinsam 265.000 Euro pro Jahr für den Betrieb bereitstellen. Die Eröffnung ist für 2024 geplant. Das Danewerk ist eine Festungsanlage aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, mit der die Dänen ihre Südgrenze sicherten. Es galt einst als größtes Bauwerk Nordeuropas. Gemeinsam mit der Wikingersiedlung Haithabu ist das Danewerk seit 2018 Unesco-Welterbe.

Begriff "Einzelfälle" wird "Floskel des Jahres"

Sprachkritiker haben den Begriff "Einzelfälle" mit dem Negativpreis "Floskel des Jahres" ausgezeichnet. Schon der "Einzelfall" könne als Euphemismus, also als Beschönigung, betrachtet werden. Doch mit den "Einzelfällen" hätten Polizei und Politik eine unrühmliche Komposition erfunden, um Fälle von Rechtsextremismus in Behörden zu verharmlosen. Dies sei "brandgefährlich", sagten die Betreiber der Website "Floskelwolke", Stiehl und Pertsch. Das sprach- und medienkritische Projekt macht seit sechs Jahren auf Floskeln, Phrasen und fragwürdige Formulierungen in deutschsprachigen Nachrichtentexten aufmerksam. Mit "Corona-Gegner", "Europäische Lösung", "Clan-Kriminalität" und "Fremdenfeindlichkeit" wurden noch vier weitere Floskeln gekürt.

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