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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. März 2021

Papst Franziskus trifft Schiitenführer Sistani im Irak

Papst Franziskus ist am zweiten Tag seiner Irak-Reise vom Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani empfangen worden. Der Dialog mit dem Islam bildet einen Schwerpunkt von Franziskus' Pontifikat. Nach seinem Gespräch mit Sistani reiste Franziskus zu einem Treffen mit Vertretern unterschiedlicher Religionsgruppen in die antike Stadt Ur. An dem Treffen nahmen Schiiten und Sunniten, Jesiden und Vertreter anderer christlicher Religionen teil, außerdem Zoroastrier, Mandäer, Kakai und Bahai. Am Sonntag will Franziskus Mossul besuchen und in Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak eine Messe feiern. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts im Irak. Die christliche Gemeinschaft im Irak ist eine der ältesten und vielfältigsten der Welt. Anfang der 2000er-Jahre lebten dort noch rund 1,5 Millionen Christen, heute sind es nur noch etwa 400.000. In den vergangenen 20 Jahren flohen viele vor religiös motivierten Angriffen und insbesondere vor islamistischer Gewalt.

Regisseur Christian Stückl erhält Buber-Rosenzweig-Medaille

Der Regisseur und Theaterintendant Christian Stückl hat für sein Engagement gegen christlichen Antijudaismus die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille erhalten. Der Münchner Erzbischof Marx sagte in seiner Laudatio in Stuttgart, Stückl trage dazu bei, den christlichen Glauben ohne Antijudaismus zu verkünden und zu leben. Stückl habe zudem die Oberammergauer Passionsspiele "mit Geduld und Ausdauer Zug um Zug überarbeitet". So sei Oberammergau in den letzten Jahrzehnten zu einem kraftvollen Zeichen gegen Antisemitismus geworden. Stückl habe sich darüber hinaus in vielen seiner Inszenierungen mit dem Verhältnis der Religionen zueinander beschäftigt und engagiere sich für eine offene und plurale Gesellschaft. Mit der Preisverleihung am Sonntag wollte man zudem "in diesen unruhigen Zeiten ein deutliches und öffentliches Zeichen gegen Antisemitismus und für ein demokratisches Miteinander setzen", teilte der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) mit.

"Sendung mit der Maus" wird 50

"Kinder haben in unserem Land keine Lobby", hat der geistige Vater der "Sendung mit der Maus", Armin Maiwald, kritisiert: "Ihre Probleme kommen viel zu selten zur Sprache", sagte er anlässlich des 50. "Maus"-Jubiläums. Kinderfernsehen ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Man versuche "auch die schwierigsten Fragen mit Dingen zu erklären, die Kindern geläufig sind", so Maiwald weiter. Am 7. März 1971 ging die "Sendung mit der Maus" erstmals auf Sendung.

Deutsche Grammophon setzt sich für Gleichstellung von Frauen ein

Der Präsident der Deutschen Grammophon, Clemens Trautmann, hat anlässlich des Weltfrauentags eine positive Tendenz von mehr weiblicher Beteiligung in kreativen Prozessen anerkannt. "Wenn man auf unsere Bühnen, in unsere Museen und Studios schaut, gibt es dennoch noch sehr viel Arbeit und Nachholbedarf, um zu einer wirklichen Selbstverständlichkeit und Gleichberechtigung zu kommen", sagte er dem Deutschlandfunk Kultur. Viel schöpferischer Reichtum und viel Musik sei verloren gegangen "dadurch, dass Frauen gesellschaftlich das nicht ausleben und nicht kreativ sein konnten oder das unter Pseudonym von männlichen Namen machen mussten", so Trautmann weiter. Zur Stunde ehren junge internationale Spitzenkünstlerinnen mit dem Konzert "Yellow Lounge: Women of Achievement" auf der virtuellen DG Stage wiederentdeckte Komponistinnen. Es soll das Bewusstsein für das gewaltige Werk von Frauen schärfen. Am Montag ist das Konzert auch auf YouTube zu sehen.

Rektor will Schweizer Universität für alle öffnen

Die größte Schweizer Universität will sich radikal für Interessierte aus allen Altersstufen und Lebenslagen öffnen. Damit werde in Zeiten des schnellen und ständigen Wandels ein Bedürfnis der Menschen und der Gesellschaft erfüllt, sagte der Rektor der Universität Zürich (UZH), Schaepman, der "Neuen Züricher Zeitung am Sonntag". Es fehle heute ein Konzept für lebenslanges Lernen, das es Menschen erlaube, sich individuelle Lehrveranstaltungen anrechnen zu lassen, so Schaepman. Er fordert persönliche Weiterbildungspakete. Das gehe über bisherige Angebote für Gasthörer hinaus. Teilnehmer sollten Prüfungen ablegen und Qualitätszertifikate erwerben können. Auch Menschen aus bildungsfernen Schichten, die in jungen Jahren kein Abitur gemacht hätten, sollten angesprochen werden.

"Las Niñas" als bester Film bei Goya-Preisen ausgezeichnet

Das Erstlingswerk "Las Niñas" der spanischen Regisseurin Pilar Palomero hat bei der Verleihung der 35. Goya-Filmpreise in Málaga den Hauptpreis als bester Film erhalten. Die Geschichte über die Freundschaft zweier Schulmädchen und ihr Aufbegehren gegen die konservative Atmosphäre ihrer Nonnenschule und der spanischen Gesellschaft Anfang der 1990er Jahre erhielt gestern noch gleich drei weitere Trophäen. Die Produktion wurde mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet, Palomero wurde als beste Nachwuchsregisseurin geehrt und die peruanische Kamerafrau Daniela Cajías erhielt den Preis für die beste Kameraführung. Die Sängerin und Schauspielerin Ángela Molina erhielt den Goya-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. Als bester europäischer Film wurde die britische Produktion "The Father" des französischen Regisseurs Florian Zeller geehrt, der auch das vorangegangene Theaterstück gleichen Namens geschrieben hatte. Superstar Antonio Banderas führte durch den Galaabend in seiner südspanischen Heimatstadt. Die Preisverleihung fand dieses Mal allerdings nur online statt.

Twitter-Chef versteigert digitale Kopie von erstem Tweet

Kurz vor dem 15. Geburtstag von Twitter versteigert der Mitgründer und heutige Chef Jack Dorsey eine digitale Kopie des allerersten Tweets. Obwohl der Käufer im Prinzip nur eine elektronische Signatur erwirbt, während die Twitter-Nachricht weiterhin für alle online verfügbar ist, lag das höchste Gebot zum Samstag bei 363.000 Dollar. Dorsey schrieb am 21. März 2006 "just setting up my twttr" (etwa: "ich richte gerade mein twttr ein", wie die Plattform ursprünglich heißen sollte). Der Twitter-Chef verkauft die Kopie als sogenanntes NFT (non-fungible token), dessen Echtheit mit der Blockchain-Datenkette der Krypto-Währung Etherium abgesichert wird. Die Blockchain ist im Grunde eine Datenbank, die alle Transaktionen mit einem digitalen Artikel speichert und auf viele Rechner im Netz verteilt ist, was sie fälschungssicher macht. Aktuell erlebten NFT einen kleinen Boom: Damit signierte digitale Kunstwerke wurden zum Teil für mehrere hunderttausend Dollar verkauft.

Erstes Großkonzert in Barcelona binnen Stunden ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Coronapandemie soll es in Barcelona wieder ein großes Popkonzert mit 5000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Popband "Love of Lesbian" am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, teilten die Veranstalter auf Twitter mit. Das Publikum muss sich an strenge Schutzmaßnahmen halten. Am Tag des Konzerts muss jeder Besucher einen Corona-Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden zudem nur Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen. Beim Eintritt wird die Körpertemperatur gemessen und es werden FFP2-Masken verteilt, die während des Konzerts zu tragen sind. Der Zuschauerbereich ist in drei Zonen mit eigenen Eingängen, Barbereichen und Sanitäranlagen unterteilt.

Christen demonstrieren gegen zyprischen Eurovision-Song

In der zyprischen Hauptstadt Nikosia haben religiöse Gegner des Eurovision-Songs "El Diablo" vor der Zentrale des Staatssenders RIK protestiert. Das Lied sorgt in Zypern für Aufregung, seit vor einer Woche eine anonyme telefonische Drohung einging, bei der es hieß, der Staatssender werde deswegen angezündet. Eine Online-Petition gegen den Song erzielte in der Folge fast 19 000 Unterschriften. Der Sender jedoch hielt an "El Diablo" fest und betonte, dass es in dem Lied nicht um die Huldigung des Teufels gehe, sondern darum, dass eine Frau versuche, sich von einem schlechten, bösen Mann zu trennen. Auch die zyprische Regierung wandte sich gegen die Forderung der Kirche, den Song zurückzuziehen. Der ESC wird dieses Jahr zwischen dem 18. und 22. Mai in Rotterdam ausgetragen.

Maler und Grafiker Alexander Klee gestorben

Der Maler und Grafiker Alexander Klee, Enkel des Malers Paul Klee, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee würdigten sein Leben und Werk in einer in mehreren Schweizer Zeitungen erschienen Todesanzeige. Demnach ist der Maler bereits am 1. März gestorben. Alexander Klee veröffentlichte viele seiner Arbeiten unter dem Namen Aljoscha Ségard. Er gehörte zu den Mitbegründern des Zentrums Paul Klee in Bern, das dem Werk seines Großvaters gewidmet ist. Das Kunstmuseum Bern hat eine spezielle Würdigung Alexander Klees für Montag angekündigt.

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