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Kulturnachrichten

Samstag, 6. März 2021

Papst Franziskus trifft Schiitenführer Sistani im Irak

Papst Franziskus ist am zweiten Tag seiner Irak-Reise vom Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani empfangen worden. Der Dialog mit dem Islam bildet einen Schwerpunkt von Franziskus' Pontifikat. Nach seinem Gespräch mit Sistani reiste Franziskus zu einem Treffen mit Vertretern unterschiedlicher Religionsgruppen in die antike Stadt Ur. An dem Treffen nahmen Schiiten und Sunniten, Jesiden und Vertreter anderer christlicher Religionen teil, außerdem Zoroastrier, Mandäer, Kakai und Bahai. Am Sonntag will Franziskus Mossul besuchen und in Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak eine Messe feiern. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts im Irak. Die christliche Gemeinschaft im Irak ist eine der ältesten und vielfältigsten der Welt. Anfang der 2000er-Jahre lebten dort noch rund 1,5 Millionen Christen, heute sind es nur noch etwa 400.000. In den vergangenen 20 Jahren flohen viele vor religiös motivierten Angriffen und insbesondere vor islamistischer Gewalt.

Christen gegen zyprischen Eurovision-Song

In der zyprischen Hauptstadt Nikosia haben religiöse Gegner des Eurovision-Songs "El Diablo" vor der Zentrale des Staatssenders RIK protestiert. Das Lied sorgt in Zypern für Aufregung, seit vor einer Woche eine anonyme telefonische Drohung einging, bei der es hieß, der Staatssender werde deswegen angezündet. Eine Online-Petition gegen den Song erzielte in der Folge fast 19 000 Unterschriften. Der Sender jedoch hielt an "El Diablo" fest und betonte, dass es in dem Lied nicht um die Huldigung des Teufels gehe, sondern darum, dass eine Frau versuche, sich von einem schlechten, bösen Mann zu trennen. Auch die zyprische Regierung wandte sich gegen die Forderung der Kirche, den Song zurückzuziehen. Der ESC wird dieses Jahr zwischen dem 18. und 22. Mai in Rotterdam ausgetragen.

Twitter-Chef versteigert digitale Kopie von erstem Tweet

Kurz vor dem 15. Geburtstag von Twitter versteigert der Mitgründer und heutige Chef Jack Dorsey eine digitale Kopie des allerersten Tweets. Obwohl der Käufer im Prinzip nur eine elektronische Signatur erwirbt, während die Twitter-Nachricht weiterhin für alle online verfügbar ist, lag das höchste Gebot zum Samstag bei 363.000 Dollar. Dorsey schrieb am 21. März 2006 "just setting up my twttr" (etwa: "ich richte gerade mein twttr ein", wie die Plattform ursprünglich heißen sollte). Der Twitter-Chef verkauft die Kopie als sogenanntes NFT (non-fungible token), dessen Echtheit mit der Blockchain-Datenkette der Krypto-Währung Etherium abgesichert wird. Die Blockchain ist im Grunde eine Datenbank, die alle Transaktionen mit einem digitalen Artikel speichert und auf viele Rechner im Netz verteilt ist, was sie fälschungssicher macht. Aktuell erlebten NFT einen kleinen Boom: Damit signierte digitale Kunstwerke wurden zum Teil für mehrere hunderttausend Dollar verkauft.

Chinesischer Sender wieder zurück im Vodafone-Netz

Nach einer vierwöchigen Abschaltung wegen eines Medienstreits mit Großbritannien ist Chinas Staatssender CGTN wieder im Kabelnetz von Vodafone Deutschland zu sehen. Die französische Medienaufsicht CSA, die um Zuge des Brexits die Zuständigkeit für die Senderechte in Europa übernahm, habe grünes Licht gegeben, teilte China Global Television Network mit. Vodafone Deutschland habe daher die Ausstrahlung wieder aufgenommen. Die französische Medienaufsicht hatte erklärt, sie werde darauf achten, dass CGTN Standards wie Informationspluralismus und den Verzicht auf Aufstachelung zu Hass oder Gewalt respektiere. Die britische Medienaufsicht Ofcom hatte CGTN Anfang Februar die Sendelizenz entzogen und dies mit politischem Einfluss begründet. Der Sender werde letztlich von der Kommunistischen Partei kontrolliert, was nach britischem Recht unzulässig sei. Damit durfte das Programm einem europäischen Abkommen zufolge auch in der Bundesrepublik nicht mehr verbreitet werden. China hatte im Gegenzug dem britischen Sender BBC die Lizenz entzogen.

Berliner Wandgemälde ehrt Menschenrechtlerin

Amnesty International will zum Weltfrauentag am Montag mit einem Wandgemälde in Berlin der Arbeit für Menschenrechte ein Denkmal setzen. Gestalten wird die sogenannte "Brave Wall" die Künstlerin Katerina Voronina. Auf einer Fassade in Kreuzberg soll ein Kunstwerk entstehen, das vom Leben und Wirken der brasilianischen Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco inspiriert ist. Franco war am 14. März 2018 in Rio de Janeiro ermordet worden. Das 100 qm große Wandgemälde sei ihr ein besonderes Anliegen gewesen, da sie die Möglichkeit bekam, "eine besondere und mutige Frau in den Fokus zu rücken", sagte Voronina. Amnesty kooperiert bei dem Vorhaben mit dem Berliner Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art. Die Idee der "Brave Walls" hat die Organisation in Zusammenarbeit mit der globalen Street-Art-Community bereits in rund 20 Ländern umgesetzt, zuerst 2017 in London.

Verstärkte Nachfrage nach Gitarren in der Pandemie

In der Pandemie steigt das Interesse an der Gitarre. Insgesamt verzeichne man eine sehr positive Entwicklung beim aktiven Musizieren, sagte Daniel Knöll, Geschäftsführer beim Branchenverband Somm in Berlin. Alte Instrumente würden aus den Ecken geholt und zur Reparatur gebracht und beim Verkauf von neuen Gitarren gebe es einen deutlichen Anstieg. Laut Verband stieg die Nachfrage nach elektrischen Gitarren von Januar bis November 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent, bei den akustischen Gitarren um 20 Prozent. Es sei eine kleine Herausforderung, die Nachfrage zu stillen, sagte Dominic Wagner vom weltweit größten Online-Musikhandel Thomann aus Oberfranken. Im Lockdown laufe die Produktion langsamer als üblich, das Material werde knapp und Lieferungen verzögerten sich teilweise.

Großkonzert in Barcelona binnen Stunden ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Coronapandemie soll es in Barcelona wieder ein großes Popkonzert mit 5000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Popband "Love of Lesbian" am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, teilten die Veranstalter auf Twitter mit. Das Publikum muss sich an strenge Schutzmaßnahmen halten. Am Tag des Konzerts muss jeder Besucher einen Corona-Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden zudem nur Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen. Beim Eintritt wird die Körpertemperatur gemessen und es werden FFP2-Masken verteilt, die während des Konzerts zu tragen sind. Der Zuschauerbereich ist in drei Zonen mit eigenen Eingängen, Barbereichen und Sanitäranlagen unterteilt.

Maler und Grafiker Alexander Klee gestorben

Der Maler und Grafiker Alexander Klee, Enkel des Malers Paul Klee, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee würdigten sein Leben und Werk in einer in mehreren Schweizer Zeitungen erschienenen Todesanzeige. Demnach ist der Maler bereits am 1. März gestorben. Alexander Klee veröffentlichte viele seiner Arbeiten unter dem Namen Aljoscha Ségard. Er gehörte zu den Mitbegründern des Zentrums Paul Klee in Bern, das dem Werk seines Großvaters gewidmet ist. Das Kunstmuseum Bern hat eine spezielle Würdigung Alexander Klees für Montag angekündigt.

Maren Eggert gewinnt Berlinale-Schauspielpreis

Die Schauspielerin Maren Eggert hat einen Silbernen Bären bei der Berlinale gewonnen. Ausgezeichnet wurde sie in der Kategorie "Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle" für ihre Rolle in der Tragikomödie "Ich bin dein Mensch". Der Goldene Bär für den besten Film ging an die Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Regisseurs Radu Jude. Als bester Regisseur wurde der Ungar Dénes Nagy für seinen Film "Natural Light" geehrt. Den Silbernen Bären für das "Beste Drehbuch" bekam Hong Sangsoo für "Inteurodeoksyeon" (Introduction). Für die "Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle" wurde die ungarische Schauspielerin Lilla Kizlinger für ihre Rolle in dem Film "Forest – I See You Everywhere" geehrt.

Vergewaltigungs-Anklage gegen Dieter Wedel

Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen Regisseur Dieter Wedel wegen des Verdachts der Vergewaltigung erhoben. Es geht um einen Vorwurf aus dem Sommer 1996. Die Schauspielerin Jany Tempel gibt an, Wedel habe sie damals bei einem Vorsprechen in einem Münchner Hotel zum Sex gezwungen. Die Vorwürfe wurden Anfang 2018 bekannt. Damals beschuldigten drei Schauspielerinnen Wedel im "Zeit-Magazin", sie in den 90er Jahren sexuell bedrängt zu haben. Wedel, der mit TV-Mehrteilern wie "Der König von St. Pauli" zu den bekanntesten deutschen Regisseuren zählt, hatte den Vorwürfen per eidesstattlicher Erklärung widersprochen.

Deutscher Literaturfonds fördert Dramatiker

Theater-Autoren und -Autorinnen können in der Corona-Pandemie zumindest mit einer gewissen finanziellen Unterstützung rechnen. Wie der Deutsche Literaturfonds mitteilte, hat er ein Förderprogramm zur Stärkung der Dramenliteratur aufgelegt. Bewerbern können sich Dramatikerinnen und Dramatiker, deren Stücke zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. August 2021 zur Premiere angesetzt waren, aber nicht aufgeführt wurden. Die maximale Fördersumme beträgt 8.000 Euro. Das Bewerbungsformular wird am kommenden Montag um 12 Uhr auf der Website des Deutschen Literaturfonds freigeschaltet.

Kunstsammlungen Dresden arbeiten Kolonialismus auf

Die drei Völkerkundemuseen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut wollen ihre koloniale Geschichte aufarbeiten. Ein zentraler Bestandteil sei dabei die Restitution kultureller Objekte und die Rückführung menschlicher Gebeine an die Hinterbliebenen. Dafür wurde eine neue Online-Plattform gestartet. Diese solle zum Dialog einladen und mehr Transparenz im ethnologischen Diskurs über koloniale Diskriminierungsstrukturen schaffen, heißt es. Auf der Website sind auch Hintergründe zu abgeschlossenen und laufenden Projekten der Museen nachzulesen.

Düsseldorf gibt Porzellanteller zurück

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat erstmals ein Kulturgut zurückgegeben, das in der DDR unrechtmäßig entzogen worden war. Ein Meißener Porzellanteller mit Schmetterlingsdekor aus dem 18. Jahrhundert sei aus dem Hetjens-Keramikmuseum an die rechtmäßigen Erben gegangen, teilte die Stadtverwaltung mit. Bei Untersuchungen waren rote Farbreste auf der Unterseite des Tellers gefunden worden, die als Rückstände einer Inventarnummer identifiziert wurden. Die Nummer sei 1951 bei den sogenannten Schlossbergungen in dem bei Leipzig gelegenen Schloss Schönwölkau aufgebracht worden. Ursprünglich gehörte das Schloss dem Grafen Vitzthum von Eckstädt. Im Zuge der Bodenreform 1945 war er enteignet worden. Zwischen 1945 und 1949 wurden zehntausende Objekte in der damaligen sowjetisch besetzten Zone in ostdeutsche Museen und Depots gebracht. Viele von ihnen wurden in den Westen verkauft, um Devisen zu beschaffen.

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Fazit

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe
Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)

Die 50. Art Basel hätte eigentlich letztes Jahr stattfinden sollen. Nun läuft sie, und immer noch ist Corona ein Thema: Nur wenige Sammler aus Amerika und Asien sind zugegen. Die Messe fühle sich an wie vor 15 Jahren, so die Kritikerin Elke Buhr.Mehr

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