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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Mai 2019

Papst: Alle haben ein Recht auf Kunst

Kunst und Kultur in Museen sind laut Papst Franziskus nicht nur etwas für einige Wenige, sondern für alle Menschen. Jeder habe ein Recht, die Schönheit menschlicher Kultur zu genießen, "besonders auch die Ärmsten und Letzten", so der Papst in einer Ansprache an rund 400 Leiter und Mitarbeiter kirchlicher Museen in Italien. Bei der Begegnung im Vatikan lobte er all jene, die sich darum bemühten, Schätze der Kunst und Kultur zu bewahren und anderen zugänglich zu machen. Besonders gelte dies auch für kleine Städte, wo solche Einrichtungen oftmals zu Geschichtsbewusstsein und Identität der örtlichen Bevölkerung beitrügen. Städte bräuchten solche Einrichtungen der Erinnerung und Inspiration.

Bayerischer Fernsehpreis vergeben

Anna Schudt und Jan Josef Liefers haben den bayerischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin und bester Schauspieler erhalten. Die Jury würdigte Schudt für ihre Rolle im ZDF-Film "Aufbruch in die Freiheit". Sie spielt dort eine Frau, die in den 1970er Jahren nur knapp eine heimliche Abtreibung überlebt und schließlich entgegen gesellschaftlicher Zwänge ein selbstbestimmtes Leben führt. Die Jury lobte in ihrer Begründung, wie facettenreich Schudt die Gefühle der Frau darstellt. Jan Josef Liefers erhielt den Blauen Panther für seine Hauptrolle in der Serie "Arthurs Gesetz", in der ein Mann von einer Katastrophe in die nächste schliddert.

Körner wird neuer Chef der Pückler-Stiftung Branitz

Der Kunsthistoriker Stefan Körner wird neuer Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz in Brandenburg. Der bisherige Leiter eines Bereichs des Kunst-Auktionshauses Grisebach in Berlin werde seine neue Aufgabe in Cottbus zum Jahresbeginn 2020 übernehmen, teilte das brandenburgische Kulturministerium in Potsdam mit. Körner wird Nachfolger von Gert Streidt, der die Stiftung seit 2008 leitet und Ende 2019 in den Ruhestand geht. Der Park von Branitz in Cottbus ist das Alterswerk des Gartenkünstlers, Weltreisenden und Reiseschriftstellers Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871). Nach dem Verkauf seiner Standesherrschaft Muskau 1845 bezog der Fürst das Schloss seiner Vorfahren in Branitz und legte einen Landschaftsgarten an. Seit 2018 kümmert sich die neue Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz um die gesamte Anlage.

Multimediale Arbeit mit Kunstförderpreis ausgezeichnet

Die multimediale Arbeit des italienischen Künstler-Duos Mattia Bonafini und Luisa Eugeni "Das Stehende Sein" hat den Bremer Karin Hollweg Preis 2019 bekommen. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert, wobei eine Hälfte direkt an die Preisträger geht. Die zweite Hälfte ist für die Realisierung einer Einzelausstellung reserviert. In der Arbeit verbänden sich Sound, Performance, Video und installative Elemente zu einem Gefüge, das Betrachter zur Beteiligung einlade, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Preis wurde dem Duo im Bremer Museum für moderne Kunst "Weserburg" übergeben. Er ist den Angaben zufolge einer der bedeutendsten und höchst dotierten Kunstförderpreise aller Kunsthochschulen in Deutschland.

Chamisso-Literaturpreis für Maria Cecilia Barbetta

Die in Berlin lebende Schriftstellerin Maria Cecilia Barbetta ist in Dresden mit dem neu aufgelegten Chamisso-Preis/Hellerau ausgezeichnet worden. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Dresden gestiftet und soll künftig jährlich von einem Bündnis aus Vereinen, Unternehmen und Akteuren vergeben werden. Bei der Premiere lobte die Jury den 2018 erschienenen Roman "Nachtleuchten" der gebürtigen Argentinierin als außergewöhnlich anschaulich und einfallsreich. Barbetta schildere "mit allen Finessen der deutschen Sprache die Hoffnungen und Befürchtungen der kleinen Leute" am Vorabend des Militärputsches in Buenos Aires, begründete die Jury ihre Auswahl.

Youtuber stellen sich hinter Rezo

Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt Rezo viel Unterstützung aus der Youtuber-Szene. Auf dem Youtube-Kanal des 26-Jährigen tauchte ein knapp dreiminütiges neues Video auf. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: "Dies ist ein offener Brief, ein Statement". Im Anschluss kommen nacheinander rund 30 andere Youtuber zur Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist. Darin heißt es unter anderem: "Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet." Angehängt ist eine "Liste von Unterzeichnern". Darin tauchen einige der reichtweitenstärksten Youtuber auf, wie Julien Bam, Dagi Bee oder LeFloid.

"Judensau" an Wittenberger Stadtkirche kann bleiben

Das "Judensau"-Relief an der Wittenberger Stadtkirche darf bleiben. Das entschied das Landgericht Dessau-Roßlau. Es wies damit die Klage eines Mitglieds der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ab. Der Kläger hatte im Mai 2018 vor dem Amtsgericht Wittenberg wegen Beleidigung geklagt und die Entfernung des antisemitischen Reliefs gefordert. Auf dem Sandsteinrelief an der Predigtkirche Martin Luthers ist ein Rabbiner zu sehen, der den Ringelschwanz eines Schweins anhebt und ihm in den After schaut. Weitere Figuren strecken sich nach den Zitzen des Tieres. Das Schwein gilt den Juden als unrein. Unterhalb der Darstellung erinnert ein im Boden eingelassenes Mahnmal seit 1988 Besucher an die unselige Tradition des Antisemitismus.

Doch kein komplett freier Eintritt im Humboldt-Forum

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird nun doch nicht komplett kostenlos zugänglich sein. Berlin will für seinen Teil des geteilten Ausstellungskomplexes nicht auf den Ticketverkauf verzichten. "Es wird die Erhebung von Eintritt für die Berlin-Ausstellung im Humboldt Forum geben müssen", hieß es von Seiten der Kulturverwaltung. "Die Finanzierung eines komplett freien Eintritts im Humboldt Forum ließe sich nur auf Kosten zentraler kulturpolitischer Vorhaben des Landes Berlin stemmen, etwa bei den Kinder- und Jugendtheatern, den Aktivitäten der freien Szene oder der Bezirkskultur", sagte Kultursenator Klaus Lederer.

"Spiegel" legt Bericht zur Relotius-Affäre vor

Gut fünf Monate nach Bekanntwerden des Fälschungsfalls um den Reporter Claas Relotius hat der "Spiegel" einen Abschlussbericht zu der Affäre vorgelegt. Die 17 Seiten umfassende Analyse wurde beim Nachrichtenportal "Spiegel Online" veröffentlicht, nachdem eine dreiköpfige Kommission den Fall untersucht hatte. "Die gute Nachricht: Es wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass jemand im Haus von den Fälschungen wusste, sie deckte oder gar an ihnen beteiligt war", schrieben Chefredakteur Steffen Klusmann und Verlags-Geschäftsführer Thomas Hass. Sie gaben zugleich zu, dass sich der "Spiegel" von Relotius habe einwickeln lassen und in einem Ausmaß Fehler gemacht habe, das gemessen an den Maßstäben des Verlages unwürdig sei. Nachdem es bereits personelle Konsequenzen gegeben habe, soll künftig eine unabhängige Ombudsstelle eingerichtet werden, die möglichen Hinweisen auf Ungereimtheiten in Beiträgen nachgehen soll. Zudem will der "Spiegel" seine Recherche-, Dokumentations- und Erzählstandards überarbeiten.

Tabori Preis für Kollektiv Monster Truck

Das Theaterkollektiv Monster Truck hat den Tabori Preis 2019 zugesprochen bekommen. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird vom Fonds Darstellende Künste verliehen, nach Veranstalterangaben ist er der bundesweit höchstdotierte für die freien darstellenden Künste. Die Jury lobte den Gewinner für seine "ästhetisch höchst anspruchsvollen und zugleich spaltenden Arbeiten". Die Theater- und Performancegruppe Monster Truck wurde von Gießener Studierenden gegründet. Zwei mit 10 000 Euro dotierte Tabori Auszeichnungen gingen an die Ben J. Riepe Kompanie und das aus der Universität Hildesheim hervorgegangene Kollektiv machina eX. Der nach dem Autor und Regisseur George Tabori (1914-2007) benannte Preis wird aus dem Hause der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gefördert.

Werberat rügt Edeka-Muttertagsspot

Der Deutsche Werberat hat den umstrittenen Edeka-Werbespot zum Muttertag öffentlich gerügt. Die Werbung diskriminiert nach seiner Ansicht sowohl Männer als auch Frauen, heißt es in einer Mitteilung der Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft. Daran ändere auch die bewusst gewählte ironische Überzeichnung des Spots nichts. Der in Schwarz-Weiß gehaltene Werbefilm zeigt Väter in Alltagssituationen mit ihren Kindern, in denen sie versagen, den Kindern unabsichtlich Schmerzen zufügen, sich unaufmerksam verhalten oder ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Der Spot schließt mit den Worten einer Tochter an ihre Mutter: "Danke Mama, dass Du nicht Papa bist."

Polen klagt gegen EU-Richtlinie zum Urheberrecht

Polen zieht gegen die umstrittene EU-Richtlinie zum Urheberrecht vor Gericht. Die Regierung habe vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg Klage eingereicht, meldete die Agentur PAP unter Berufung auf das Warschauer Außenministerium. Die Urheberrechtsrichtlinie sei eine unverhältnismäßige Maßnahme, die die Zensur fördere und die Meinungsfreiheit gefährde, hieß es in einem Tweet der Kanzlei von Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Die EU-Staaten hatten der umstrittenen Copyright-Reform im April mehrheitlich zugestimmt. Sie soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. In vielen EU-Ländern, darunter auch Deutschland, gab es dagegen große Proteste.

44 Millionen Dollar für mutmaßliche Weinstein-Opfer

Im Skandal um mutmaßliche sexuelle Belästigung durch Ex-Filmmogul Harvey Weinstein dürfte ein großer Teil der Klagen gegen ihn bald beigelegt werden. Eine grundsätzliche Vereinbarung über eine Entschädigung der Klägerinnen sei erzielt worden, sagte Anwalt Adam Harris bei einer Anhörung vor einem Insolvenzrichter. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sollen sich die beiden Seiten auf eine Summe von 44 Millionen Dollar geeinigt haben. Unabhängig von den Klagen soll Harvey Weinstein auch strafrechtlich der Prozess gemacht werden. In dem Fall wird ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Das Verfahren soll im September beginnen. Weinstein bestreitet, dass es jemals zu nicht einvernehmlichem Sex mit den betroffenen Frauen gekommen sei.

Kechiche-Film erzürnt Publikum in Cannes

Kurz vor Festivalende hat ein Wettbewerbsbeitrag beim Filmfest Cannes viele Zuschauer verärgert. "Mektoub, My Love: Intermezzo" ist das neue Werk von Abdellatif Kechiche, der vor sechs Jahren mit "Blau ist eine warme Farbe" die Goldene Palme gewann. Dieses Mal erzählt er in dreieinhalb Stunden von einer Gruppe junger Männer und Frauen, die am Strand liegen und dann gemeinsam feiern. Dabei ist der 58-jährige Kechiche vor allem an den fast nackten Körpern der Frauen interessiert. Immer und immer wieder gleitet die Kamera an ihren Brüsten und Hinterteilen entlang. "Zermürbend" und "niedrigster Kino-Voyeurismus", schrieb das Fachblatt "Variety". Auch in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter äußerten zahlreiche Zuschauer nach der Premiere in der Nacht zu Freitag ihren Unmut. Viele schrieben, sie hätten die Gala vorzeitig verlassen.

Jackson Nachlassverwalter einigen sich mit Ex-Manager

Die Nachlassverwalter von Michael Jackson haben einen jahrelangen Rechtsstreit mit einem früheren Manager des "King of Pop" beigelegt. Tohme R. Tohme war Jacksons Manager im letzten Jahr vor dessen Tod im Juni 2009. Er reichte Klage ein, um fast 20 Millionen Dollar aus dem Erbe zu erstreiten. Es ging um Provisionen aus Geschäften, die Tohme eingefädelt hatte und deren Gewinne erst nach dem Tod flossen. Jacksons Nachlassverwalter hielten dagegen, dass Tohmes Vertrag mit dem Tod des Sängers ausgelaufen sei. Einzelheiten zu dem Vergleich blieben unter Verschluss.

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