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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 17.06.2017

OzeanforschungWie können wir die Weltmeere schützen?

Martin Visbeck und Ökologin Heike Vesper im Gespräch mit Matthias Hanselmann

Graue Doktorfische an den Korallenriffen von Raja Ampat in Indonesien.   (imago / Ocean Photo)
Intakt Umwelt: Graue Doktorfische an den Korallenriffen von Raja Ampat in Indonesien. (imago / Ocean Photo)

Unsere Ozeane sind ein einzigartiges Ökosystem - kippt deren Gleichgewicht, kann dies schwerwiegende Folgen auch für uns Menschen haben. Dennoch sind wir drauf und dran, die Ökologie der Weltmeere zu zerstören. Was können wir tun, bevor es zu spät ist?

Die Ozeane bedecken mehr als zwei Drittel unserer Erde. Sie sind das größte zusammenhängende Ökosystem der Welt, Lebensraum und Nahrungsquelle, aber auch Erholungs- und Sehnsuchtsort. Ohne sie gäbe es kein Leben auf unserem Planeten – und doch sind wir drauf und dran, sie zu zerstören.

90 Prozent der weltweit kommerziell genutzten Fischbestände sind ausgereizt. Wir benutzen das Meer als Müllkippe, durch den Klimawandel ist der globale Meeresspiegel in den letzten hundert Jahren um 20 cm gestiegen. Der Tiefseebergbau wertvoller Rohstoffe vernichtet möglicherweise Ökosysteme, bevor wir sie überhaupt kennenlernen. Darauf machte die erste Ozeankonferenz der Vereinten Nationen aufmerksam, die vom 5.6. bis 9.6. in New York stattfand.

Klimawandel als Bedrohung für den Ozean

"Es liegt in unserer Hand, katastrophale Entwicklungen zu verhindern", sagt Martin Visbeck. Der Professor für physikalische Ozeanographie forscht am Kieler Geomar-Helmholtz-Zentrum in Kiel und ist einer der Autoren des aktuellen "Meeresatlas". Er bietet auf 50 Seiten Grafiken Daten, Fakten und Zusammenhänge über unseren Umgang mit dem Ozean. Als Sprecher des Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" hat Martin Visbeck zudem an der New Yorker Welt-Ozean-Konferenz teilgenommen. 

Seine Mahnung: "Der Ozean als entscheidender Klimaregulierer der Erde verändert sich durch den menschengemachten Klimawandel merkbar. Überschreiten wir dabei Kipppunkte kann sich das regionale Klima unwiederbringlich verändern – mit deutlichen Folgen für die Küsten und Lebensräume der Meeresökosysteme und Menschen."

Wir brauchen einen verbindlichen rechtlichen Rahmen

"Das politische Ergebnis der Konferenz ist ein erster wichtiger Schritt, aber der nötige Fahrplan zum Schutz der Meere zeichnet sich noch nicht ab", sagt Heike Vesper, Leiterin des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz in Hamburg. Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv.

Ihre Forderung: "Die Staaten sind jetzt gefragt, einen verbindlichen rechtlichen Rahmen zu setzen, um Probleme beim Schutz der Hohen See zu lösen. Auch für den Abbau von schädlichen Fischereisubventionen und den Aufbau von Abfallmanagementsystemen, die verhindern, dass Plastikmüll weiterhin die Meere erreicht, braucht es einen internationalen Rahmen."

Die Biologin appelliert aber auch an die Verbraucher, möglichst zertifizierten Fisch zu kaufen, Plastikmüll zu vermeiden – und Druck auf die Politik auszuüben, verbindliche Schutzmaßnahmen festzulegen.

Wie können wir die Weltmeere schützen?

Darüber diskutiert Matthias Hanselmann am 17. Juni 2017 von 9:05 Uhr bis 11 Uhr mit Heike Vesper und Martin Visbeck.

Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de – sowie auf Facebook und Twitter.

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