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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 20.04.2019

Ostermärsche Zulauf von jüngeren Klimaschützern?

Caroline Fetscher im Gespräch mit Miriam Rossius

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Das Bild zeigt Teilnehmnde des Ostermarsches tin Duisburg. Sie halten ein Transparent hoch mit der Aufschrift: ""Abrüsten statt aufrüsten - Verbot der Atomwaffen" (dpa-Bildfunk  / AP / Caroline Seidel)
Der Ostermarsch in Duisburg: Schließen sich den traditonellen Demonstrationen der klassischen Friedensbewegung auch wieder mehr junge Leute an? (dpa-Bildfunk / AP / Caroline Seidel)

Laufen bei den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung auch vermehrt jüngere Klimaschützer mit? Diese Tendenz glaubt die Tagesspiegel-Redakteurin Caroline Fetscher zu bemerken.

Demonstrationen, Mahnwachen, Gedenkveranstaltungen, aber auch Fahrradtouren, Wanderungen und Friedensfeste – zu Ostern geht seit 1960 traditionell die Friedensbewegung auf die Straße, um gegen Atomwaffen, steigende Rüstungsausgaben und für die weltweite Abrüstung zu demonstrieren.

Caroline Fetscher (Deutschlandradio / Manfred Hilling)Die Tagesspiegel-Journalistin Caroline Fetscher (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Die Bedeutung der Ostermärsche, die seit Karfreitag an rund hundert Orten deutschlandweit stattfinden, unterstrich unser Studiogast, die Tagesspiegel-Journalistin Caroline Fetscher. Es gebe widersprüchliche Angaben darüber, ob in diesem Jahr sehr viel mehr oder weniger Leute an den Protesten teilnehmen. Zu erkennen sei aber eine Tendenz, dass die Klimaschützer mit dabei seien und den Klimaschutz als Teil der Friedensbewegung begriffen, sagte Fetscher. "Die ergrauten Pazifisten und Antimilitaristen von früher, die noch immer wacker jede Ostern marschieren, bekommen jetzt Zulauf von den Jüngeren", sagte sie. Insofern sei es nicht ganz irrelevant, auch wenn die Teilnehmerzahlen der Ostermärsche vielleicht gering seien.

Veränderung braucht Utopien

In der Tagesspiegel-Redaktion hätten sie darüber gesprochen, wie naiv einige der Forderungen klängen: "Frieden schaffen ohne Waffen oder "Nato weg!". Diese riesigen Forderungen klängen blauäugig und fast kindlich, sagte Fetscher. "Aber letztlich ist große politische Veränderung noch nie passiert ohne utopische Forderung."

(gem)

Caroline Fetscher ist Redakteurin des Berliner "Tagesspiegel". Zu ihren Themen gehören gesellschaftliche Debatten in den Bereichen Kultur und Politik, insbesondere Menschenrechte und Kinderschutz.

Hier die ganze Sendung:

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